Die erste Etappe ist geschafft und schon sind wir in Kanada! Empire State Trail ✔️

Wir sind mit Michelle verabredet, kennengelernt haben wir uns über Facebook. Sie hat uns zu einer Besichtigungstour eingeladen, will uns mit dem Auto abholen und hat deshalb eine Unterstellmöglichkeit für unsere Räder organisiert. Wir finden den Fahradhändler Bike & Skate, bei dem wir die Räder parken wollen sofort und Michelle kommt gleichzeitig mit uns an. Wir sind uns auf Anhieb sympathisch und wir freuen uns, dass sie sich Zeit nehmen möchte, um uns kennenzulernen. Im Fahrradladen stellen wir unsere Räder direkt in den Verkaufsraum und bevor wir mit Michelle weiter fahren, bitten wir den Besitzer Doug Sharp noch, unsere Räder nicht unbedingt zum Verkauf anzubieten :-). Michelle fährt uns zum Lake Ontario, der flächenmäßig der Kleinste, wenn es um Volumen und Tiefe geht, ist er nach dem Lake Erie, der zweitkleinste der fünf großen Seen in Nordamerika ist, welche alle durch Flussläufe verbunden sind. Er ist in etwa so groß wie Rheinland-Pfalz, also schon sehr groß. Sie zeigt uns ihre Stadt Fairport und Rochester und kann viel zu Geschichte und Gegenwart erzählen. Sie hat eine sehr klare Einstellung zu den Staaten und zeigt uns so wohl die tollen als auch die negativen Seiten der Gegend. Es ist ihr wichtig, dass die USA nicht nur dass ausmacht, was man über Serien im TV zu sehen bekommt. Zu unseren jungen Zeiten waren dies die reichen Clans von Denver und Dallas die ein Bild des reichen Amerikas prägten, aber Amerika ist weitaus vielfältiger! Nachdem wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag aßen, hat sie uns wieder zurück nach Fairport gebracht und auf der Fahrt, haben wir mit ihrer 82 jährigen Mutter telefoniert. Sie ist 1965 von Berlin mit ihrem amerikanischen Ehemann nach Arkansas ausgewandert. Ach, sie konnte so schön erzählen und hat sich gefreut mit uns in deutsch zu plaudern.

Thank you so much Michelle! You made our day perfect!

Unsere Räder standen noch an Ort und Stelle und zum Glück hat keiner noch mehr Taschen montiert. Die wenigen Radreisenden, die uns bisher begegneten, sind zumeist mit leichten Gepäck unterwegs. Soweit wir es mitbekommen, sind viele nur für eine kurze Strecke unterwegs, es ist einfach noch zu kalt für die Radsaison. Wir machen uns auf den Weg nach Rochester, das sind so ca 35km die wir an diesem Freitag Nachmittag noch zu fahren haben. Bob steht mit uns bereits seit einiger Zeit über Facebook in Kontakt, gibt uns Ratschläge entlang des Weges und ist zudem noch Warmshowers-Host. Perfekt für ein Treffen am Abend bei roasted Chicken und einem lecker IPA.

Thank you Bob for having us in your nice home and all the information you gave us!

Um den Eri Canal Trail zu beurteilen,  sind wir wohl noch zu früh im Jahr unterwegs. Der Weg führt zumeist abseits der Straße und das ist super komfortabel. Allerdings ist die Vegetation noch in den Anfängen, das Wasser im Kanal ist abgelassen, wie jedes Jahr zur Wintersaison. Die Sonne quält sich nur sehr selten durch die Wolkendecke. Klar da sieht der Weg schon noch etwas trist aus. Wir finden aber so viele Campingmöglichkeiten, dass es im Sommer sicherlich sehr schön ist, hier zu radeln. Die kleinen Ortschaften sind oft im Stil alter Zeiten erhalten geblieben. Die Häuser im Kolonialstil mit Sprossenfenstern, Veranda und einer Flagge vorm Haus. Viele renoviert und gemütlich, einige aber auch zugemüllt und wenig ansehnlich, Autos im Garten, die sicher nie mehr wieder bewegt werden.

NIAGARA FÄLLE

Wie oft haben wir auf die Landkarte gesehen und gedacht, wenn wir an den Niagara Fällen sind, haben wir schon ziemlich was geschafft. Um genau zu sein, erst 962 km. Zum Glück haben wir am Vorabend noch unseren Weg zur Grenze geprüft und festgestellt, dass wir die geplante Route zum Grenzübergang nicht fahren können. Wahrscheinlich wäre die Straße für Radfahrer gesperrt und dies hätte nochmals 15 km Umweg für uns bedeutet. Es gibt die Rainbow- Bridge und diese scheint für Radfahrer, Fussgänger und Autos passierbar zu sein. Der Grenzübergang war relativ einfach, wenn man mal die richtige Straße gefunden hat. Ein freundlicher kanadischer Grenzbeamte hatte ein paar Fragen an uns, wollte tatsächlich auch die benötigte ArriveCan-App (dort sind Einreisedaten, Impfungen usw. gespeichert) von uns sehen und winkte uns freundlich weiter. Wir sind in Kanada!

Die Niagara Fälle sieht man bereits einige Zeit vorher, zumindest wenn man mit dem Fahrrad anreist. Sie befinden sich direkt im Zentrum der beiden gleichnamigen Städte Niagara Falls auf amerikanischer und kanadischer Seite, die einander direkt gegenüber liegen. Der Niagara River wird aus dem Lake Erie gespeist und fließt in den Lake Ontario. Der Fluss ist etwa 56 km lang. Er stürzt in seinem Verlauf über die Niagarafälle mit einem Volumen von einer halben Million Liter pro Sekunde die Felswände hinab. Die Wasserfälle haben sich in den letzten 12.000 Jahren aufgrund der Erosion der Niagara-Schichtstufe etwa elf Kilometer flussaufwärts verschoben. Der Fluss verliert in seinem Verlauf 99 Meter Höhe. Dementsprechend ist er auch bereits vor den Wasserfällen sehr, sehr wild. Hineinzufallen ist also nicht empfehlenswert, statistisch überlebt es nur jede zweite Person! Wir hatten bei Ankunft in Kanada ca 24°C und konnten den ganzen Tag mit Short und Shirt fahren. In der Nähe der Wasserfälle, nimmt die Temperatur jedoch so ab, dass es gemütlicher mit einer Jacke ist. Zudem ist es ziemlich laut, vom Wasserfall und der Umgebung. Wie ein Kulturschock liegt die Stadt vor uns. Es blinkt, es ist bunt, es ist viel los, es ist schrill und es ist vor allen Dingen das Schaulaufen PS-starker Autos, Motorräder und alles was sonst noch einen Motor hat, welche permanent im Kreis fahren. Wir sind in klein Disneyland oder mini Las Vegas. Hier ist ein Burger King nicht einfach ein Burger King, nein es fährt noch eine Art Achterbahn auf dem Hausdach und die Front ist mit riesigen Figuren verkleidet.

Ob man nun tatsächlich hierher kommen muss, bleibt fraglich. Auf dem Weg hierher, sagte uns ein Amerikaner, die Niagara Fälle werden überbewertet. Das lassen wir mal unkommentiert.

Flagge von Ontario!

Fröhliche Woche euch allen 🤗

10 Gedanken zu “Die erste Etappe ist geschafft und schon sind wir in Kanada! Empire State Trail ✔️

  1. Andrea

    In diesem Jahr geht es für mich ans Nordkapp, aber eure Reiseberichten machen mich so neugierig auf diese Tour… Warum seid ihr bereits im April gestartet, statt im Mai? LG Andrea

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  2. Heidi Woith-Zoschke

    hallo ihr Beiden,da habt ihr ja innerhalb kurzer Zeit schon tolle Erlebnisse gehabt. Weiterhin viel Schönes und angenehme Temperaturen wünscht Heidi us Ehestorf

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  3. Anja

    Wie schön wieder von Euch zu lesen 🙂
    Da müsst Ihr also über die kanadische Grenze um dem Frühling zu begegnen.
    Ich wünsche Euch eine gute Weiterfahrt bei milden Temperaturen und freue mich schon auf die nächsten imposanten Fotos.

    Ganz liebe Grüße aus Brhv.

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      1. Joan

        Congrats on crossing the border! Now we know, it’s open!! You are models of true grit and magnets for rich encounters!! Thank you for sharing your travels and inspiration!!

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