Von Waipukurau nach Napier und hoch in die Einsamkeit!

Flach, wie schön! Das gibt uns noch ein wenig Aufschub vor den Herausforderungen die wir auf der Fahrt in den Norden bewältigen müssen! Der Himmel sieht aus, als ob es gleich regnen würde, aber das tut er oft und wir sind hier in einer anderen Hemisphäre, somit gilt der deutsche Standard hier nicht. Denn, bei diesem Himmel, könnten wir Zuhause sicher mit Regen rechnen. Lucky NZ :-). Nach 50 km kommen wir erneut an den Pazifik und haben direkt am Meer, inmitten eines Maori-Denkmals welche die 4 Himmelsrichtungen darstellt, eine Pause. Als wir in Napier ankommen scheint auch wieder die Sonne und alles sieht gleich viel freundlicher aus. Die Stadt ist durch den Art Deco Baustil der 30iger Jahre geprägt und das macht sie sehr gemütlich. Zuvor wurde sie durch ein Erdbeben völlig zerstört. Wir sind uns schnell einig, eine der schönsten Städte auf unserer Reise und hier zu leben, käme in die Top 3 Auswahlliste. Ungemütlich sind die vielen Gäste eines Kreuzfahrtschiffs, aber zur Teatime sind sie dann auch wieder an Board und überlassen uns die Stadt.

Wir bummeln noch ein wenig hin und her, fahren zum Hafen, durch die Einkaufsstraße und zum Strand, denn wir haben noch Zeit, bis wir bei Alan eingeladen sind. Er lebt in Taradale ein Vorort von Napier und ist unser heutiger WS-Gastgeber. 8 km sind es dann noch bis zu seinem Haus und wir fahren durch sehr schöne Wohngegenden, ja das gefällt uns schon sehr gut hier!

Alan öffnet uns beim Ankommen bereits das Garagentor und so rollen wir quasi direkt ins Haus. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl bei ihm und wie immer, erscheint uns alles so unkompliziert. Nach einem Willkommens-Bier, einer Dusche, Austausch von Radlergeschichten und vielen Fragen, versorgen uns Alan und Liz mit einer Lasagne, Kuchen und Eis! Das Radlerleben ist köstlich:-)

Ursprünglich kommt seine Familie aus Schottland und da führt der Weg an Whisky nicht vorbei. Sofort gibt es beidseitige Schottland-Tour und Whisky-Tastings-Erlebnisse zu teilen und er freut sich, dass wir uns an Whisky ebenso erfreuen wie er. Seine Getränkeauswahl lässt sich sehen und wir können ein paar, uns unbekannte, Whiskys probieren. Das Radlerleben ist genüsslich!

Pünktlich um 9.00 Uhr sitzen wir am Donnerstag wieder auf dem Rad. Wir verabschieden uns sehr ungern von Liz und Alan denn wir hatten wirklich einen sehr schönen Abend. Die ersten Kilometer rollen wir erneut flach auf dem Highway. Leider wollen die vielen LKW auch in unsere Richtung und sind ziemlich flott unterwegs. Vor allem, als es dann hügeliger wurde, sind wir Ihnen eher ein Dorn im Auge. Es scheint als ob sie hier auch mit Zeitdruck ihre Waren, vor allem Holz, liefern. Einige kommen uns ungemein nahe und wir schimpfen ihnen lautstark hinterher, was sie jedoch sicher nicht stört. Deshalb sind wir froh, als der Schwerverkehr am frühen Nachmittag ruhiger wird und wir nur noch eine Stunde zu fahren haben, bis wir zu unserer Unterkunft abbiegen. Als ob die gefahrenen Höhenmeter noch nicht ausreichend gewesen wären, liegt unser Häuschen versteckt in den Bergen. Nachdem wir bereits den ganzen Tag nur ein kleines Dorf passierten, wird es nun wirklich einsam. 3 km fahren wir steil auf einer Straße in die Berge und biegen auf einen Schotterweg für weitere 2 km ab. Wir befinden uns auf dem Farmland einer Schaf- und Rinderfarm und plötzlich kommt uns auch ein Auto entgegen. Die Vermieter, ein junges Pärchen begrüßen uns und erklären es wäre nur noch um drei Ecken. Sollten wir etwas benötigen, liegt ihr Farmhaus unterhalb des Hügels! Runter und nochmals hoch? Niemals, wir sind uns einig, dass was wir haben muss ausreichen 🙂

Nichts um uns, außer 5000 Schafe, 500 Rinder und die Berge! Das Häuschen ist total kuschelig. Früher hatten hier die Schafscherer übernachtet, heute ist es sehr liebevoll renoviert und gemütlich. Da keine weiteren Gäste ankommen, steht es uns zur Verfügung. Ein wenig Schweiß hat es gekostet hierher zu kommen, aber es ist jede Anstrengung wert gewesen. Wir sind in absoluter Abgeschiedenheit und es ist toll. Leider bedeckt sich der Nachthimmel und lässt uns keine Möglichkeit den Sternenhimmel zu betrachten. Es ist absolut still um uns, man hört nur die Grillen zirpen.

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