Jahrmarktsrummel entlang der polnischen Ostseeküste!

Ein Grenzübergang ist mittlerweile ja relativ unspektakulär. Hier eine bemalte Säule in Schwarz/Rot/Gold, dort eine Säule mit polnischer Flagge. Schon ist man in einem anderen Land und kann nichts mehr lesen oder verstehen. Schon ist die Mentalität, die Gebräuche, die Umgebung eine andere. Also doch spektakulär!

Die Radwege sind schon mal eine Freude. Sie führen uns über kleine Dörfer in den Wolinski Narodowy Nationalpark. Anhalten dürfen wir im Wald jedoch nicht, die polnischen Moskitos lieben uns zu sehr.  Langweilig wird es uns nicht da wir immer wieder Neues entdecken. Zum Beispiel finden wir mitten im Wald eine Art von Militär-Museum. Danach fällt Uwe auf, dass es irgendjemanden geben muss, der den Wald aufräumt. Tatsächlich findet man immer wieder kleine Haufen mit abgebrochenen Geäst, fein säuberlich gestapelt. Ich muss schmunzeln, behaupte ich doch immer, in unseren bayrischen Wäldern herrscht im Gegensatz zum Norden, ebendiese Ordnung. Meine Mutter würde jetzt bestimmt sagen, „Kind, wo hast du denn den Blödsinn her“?

Unseren ersten Campingplatz an der polnischen Ostseeküste vermiesen uns die Moskitos. Wir können gerade noch etwas kochen bevor wir uns genervt ins Zelt legen. Selbst das Frühstück am nächsten Morgen findet im Zelt statt. Wir haben noch nie so viele Mückenstiche aushalten müssen. Diese Biester haben doch keine Daseinsberechtigung! Wenn es bei unserer Ausrüstung ein Teil gibt, auf welches wir nicht verzichten könnten, dann wäre es diesmal unser ‚Bite Away‘.

Seit Tagen fahren wir die polnische Ostsee entlang (R10 u. R13) und haben top Fahrradwege. Durch jedes Dorf und jede Stadt führt eine breite Fahrradstraße entlang. Hierbei kann sich Deutschland wirklich mit einem nicht vorhandenen Radwegekonzept verstecken. Die Ortschaften, welche wir durchqueren,wachsen schon fast zusammen, denn es wird gebaut was die Finanzierung so her gibt. Architektonisch sehr ansprechend. Das Radfahren würde richtig Spaß machen, wären da nicht zehntausende Touristen. Es kann außerhalb Polens keine Souvenirs, Luftmatratzen, Taschen, Schuhe oder Kleider mehr geben, denn dies wird an endlos aneinander gereiten Ständen alles hier verkauft. In jedem Vorgarten steht ein Verkaufszelt. Es sind Menschenmassen und wir mittendrin. Man muss sich das so vorstellen, dass in jedem Ort Kirmes ist und überall sind Kinderkarussells, Hüpfburgen oder Autoscooter aufgebaut und ab Vormittag sind die Straßen gedrängelt voll. Es ist sehr anstrengend immer wieder seinen Fahrtweg zu beanspruchen. Dabei fahren wir einen Radweg, der ca 30 Meter entfernt vom Strand entlang führt und der ist wirklich traumhaft schön. Hochsaison ist eben so. Natürlich könnten wir ins Landesinnere abbiegen, aber dieses Getümmel muss man ja auch mal erlebt haben. Den immer wieder fantastischen Ostsee Blick wollen wir auch nicht missen.

Am Dienstag sind wir nachmittags einem Gewitter hinterher gefahren. Wir hatten Glück und blieben trocken. Der größte Vorteil für uns war allerdings, dass alle Strandbesucher geflüchtet waren. Wir fanden einen Weg durch den Wald über einer Düne zum Strand und hatten so weit das Auge reichte alles für uns. Da macht Baden Spaß!  Um jedoch an den Strand zu kommen, mussten wir zu zweit je ein Fahrrad durch den tiefen Sand schieben. Gelohnt hat sich die Anstrengungen allemal.

Oben vor dem Regen, unten nach dem Regen ein Strand für uns allein!
Das nennen wir mal ein Radwegekonzept 👍

Für jeden, der uns noch vor Gdańsk erreichen möchte, empfehlen wir den Radwegestrandabschnitt zwischen Bobolin und Wicie, dort wo der Weg ein wenig unwegsamer wird und bevor er wieder zur Teerstraße wird. Genau dort ist es am schönsten zum Schwimmen!

Tatsächlich sind wir heute ins Landesinnere abgebogen und schon werden die Radwege ein klein wenig Anspruchsvoller. Dennoch nicht zu viel gelobt! Es war toll bisher!

4 Gedanken zu “Jahrmarktsrummel entlang der polnischen Ostseeküste!

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