Campingplatz-Kino!

Ja, es könnte uns als gehässig ausgelegt werden, aber wir lachen uns gerade schlapp. Wir sind auf einem wunderbaren Campingplatz und dachten, wir sind alleine und hatten zwei Stunden der Freude, bevor es Kino wurde! Nach und nach kommen weitere Zelte dazu. Wir sitzen in der Mitte der Wiese, unser Zelt steht bereits und vor uns eine Holzbank mit Tisch, auf welcher wir sitzen und beobachten.

Zeltgruppe 1 scheint einen Armebestand aufgekauft zu haben. Tarnzelt, Feldbetten, Feldklappstuhl samt Überzug, Tisch und Wolldecken. Wir sind begeistert, was so alles in ein Auto passt. Daneben ein kleines Zelt in welches eine Doppelmatratze gerade so rein zu passen scheint, Zelt voll! Davor zwei große Plastikliegestühle Typ „Oma“ mit dicker Polsterauflage.

Zeltgruppe 2  sucht nach dem besten Platz ( die Wiese ist sonst leer) platziert sich jedoch genau neben Gruppe 1. Eine Frau mit Handtasche bleibt auf dem ausgewählten Platz stehen und wartet, bis alle Anderen die Utensilien anschleppen. Könnte ja zu diesem Zeitpunkt eine nicht vorhandene weitere Gruppe, eben diesen Platz besetzen. Die Gruppe besteht aus 4 Zelten in unterschiedlicher Größe. Das größte Zelt wird von den ungeschicktesten Besitzern (dazu zählt eine weitere Dame mit Handtasche) aufgebaut. Sie ist einfach nicht fähig das Zeltsystem zu verstehen, steckt die vordere Zeltstange in die mittlere Hülse und wundert sich, weshalb das Zelt keine Stabilität erhält. Irgendwann bemerkt sie wohl selbst, dass es besser ist, mit den Händen in der Hosentasche, zu stehen und zu warten. Ihr Gatte rückt in unerklärlicherweise das Zelt immer weiter an das Nachbarzelt heran.  Die Besitzerin dieses Zeltes hat nun einen Hering direkt unter ihrer Matratze. Fröhliches Schlafen wünschen wir! Als alles fertig ist, sitzt die Gruppe an einem Tisch, wie wir ihn auch haben. Die Handtasche immer noch sicher um die Schulter.

Zeltgruppe 3 besteht aus drei Personen und ein Zelt. Die beiden Damen lassen die Sektkorken knallen und prosten sich zu. Es gibt zwei Gläser für die Damen, der Herr bekommt nichts! Mit ihm diskutieren Sie jedoch endlos in welcher Position der Zeltausgang zu stehen hat. Sie gewinnen, er gibt auf und bekommt weiter nichts zur Belohnung!

Gute Nacht, wir gehen schlafen! Mehr können wir nicht aushalten!

Die Grüppchen wollen offensichtlich morgen alle eine Kanutour machen, der Campingplatzbetreiber in dafür ein großer Veranstalter mit einem tollen Revier.

Besagter Kinotag, Freitag, fing morgens mit einem entspannten Aufstehen an. Wir hatten uns in Słupsk ein Zimmer gemietet, bedeutet, kein Zeltabbau nötig. Die Tour an diesem Tag war allerdings sehr anspruchsvoll. Wir sind zu 90% im Wald gefahren und hatten alle Straßenbeläge, die ein Wald so hergibt. Schotter, Grobschotter, Feinschotter, Sand, viel Sand, sehr viel Sand, Wellblechpiste, schieben, fahren, zerren, hoch und runter. Alles dabei, inklusive Moskitos! Die kleinen Ortschaften welche wir durchfahren sind oft nur über Schotterpiste zu erreichen. Toll finden wir die kleinen Dorfläden, die es fast immer gibt und uns das Leben so erleichtern. Wie vermissen wir diese Läden oft in anderen Gebieten. Schnell mal ein Brötchen und eine Packung Käse gekauft, schon kommt die Kraft in die Beine zurück….also manchmal! An diesem Freitag haben wir unser Hungergefühl etwas anders gestillt. Wir sind zur besten Mittagszeit essen gegangen. Backfisch mit ordentlich Pommes und Krautsalat. Ein riesiger Teller, nichts blieb übrig. Die Portion wandelte sich jedoch nicht in kraftvolle Beine um, sondern in Bewegungsunfähigkeit.🤔. Alles Jammern half nichts, es ging weiter. Wir hatten ja abends Kinoprogramm gebucht! (Von dem wir da noch gar nicht wussten. 😄)

Samstag machten wir uns auf den Weg nach Gdańsk. 75km mussten wir zurücklegen. Ein paar Hügel sollten es werden. Easy! Wir hatten unsere Route bereits vorab gecheckt und waren uns sicher, so anstrengend wie gestern wird es wohl nicht werden. So eine vorgeplante Strecke ist wie eine Gebrauchsanweisung, es kommt immer noch auf das Kleingedruckte an, welches man ja gerne überliest. Hoch und runter, Wald, Feldweg, überhaupt kein Weg mehr, mitten im Nirgendwo. Umdrehen, neue Strecke suchen, orientierungslos, kraftlos! Lächeln! Ja Schatz, es macht Spaß! Und tatsächlich macht es uns immer noch Spaß, allerdings haben wir uns  auf der weiteren Strecke in Richtung Gdańsk für Teerstraßen entschieden. Die Stadt haben wir völlig müde und verschwitz am Abend, nach 86 km u. 700 Hm, erreicht. Nun haben wir einen Tag Pause.

Die Fahrt auf dem nicht vorhandenen Radweg durch das Dickicht hat leider Spuren hinterlassen, ich musste eine Zecke vermelden. Fachmännisch jedoch von Uwe entfernt. Da sind wir nochmals doppelt froh, für die vorab, verabreichte FSME-Impung.

Zu unseren Campingplätzen in Polen muss man echt sagen, dass wir bisher wirklich Glück hatten. Auch an der überfüllten Ostsee fanden wir Plätze, die abgelegen vom Trubel und sehr ruhig waren. Wenn man sich etwas umkuckt, findet man was man sucht.

Eins noch zum Schluss, Schlangen auf der Straße haben es wirklich schwer. Eine ca. 1 m lange Schlange querte unseren Weg und Sabine konnte gar nicht mehr ausweichen und musste ungewollt rüber. Die Schlange hat es scheinbar überlebt, denn sie schaffte es ins hohe Gras. Toi, toi, toi! Zumindest hat ihr Sabine noch ein „Entschuldigung und gute Besserung“ hinterher gerufen!

Am Tiefpunkt unseres heutigen Tages hat unser „Gruppenleiter“ zur Motivation, Freibier für alle ausgerufen. Also wer von euch gerade in Gdańsk ist, Zimmer 23, einfach klopfen!

8 Gedanken zu “Campingplatz-Kino!

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