Montana – The Big Sky Country!

Seit ein paar Tagen, versuchen wir jeden Morgen früh zu starten. Entweder wegen des Windes oder des zu erwartenden Regens, fahren wir bereits um 7:00 Uhr los und jeden Tag kommt es im Laufe des Tages doch alles anders. Der Wind dreht früher in unsere Richtung oder der Regen kommt doch nicht. Auf was man sich aber immer verlassen kann sind die Moskitos. Haben europäische Moskitos eine relativ niedrige Fluggeschwindigkeit, sind die hiesigen Biester angepasster. Sie fliegen mit dem heftigen Wind, setzen sich auf uns und nutzen die Mitfahrgelegenheit samt Bissgelegenheit schamlos aus. Unsere Beine sind oft so zerstochen, dass wir es nicht mehr aushalten, stoppen und in einem Schnellverfahren Mücken-Ex auftragen. Für einige Zeit hilft dies ganz gut! Unser Hass auf diese nutzlosen Biester steigert sich ins Unermessliche! In einem Ort haben wir dann tatsächlich einen PickUp gesehen, welcher auf der Ladenfläche mit einer großen Sprühpistole ausgestattet war, durch die Straßen fuhr und Gift versprühte. Ok, hilft sicherlich gegen Moskitos aber auch gegen Touristen!

Immer wieder werden wir über Facebook oder Instagram darauf hingewiesen, dass wir doch die falsche Richtung für unsere Tour gewählt hätten und wir deshalb mit heftigen Winden „bestraft“ werden. Allerdings haben wir mal nachgerechnet, wir sind seit ca 8 Wochen in westliche Richtung unterwegs und haben erst seit ca sechs Tagen den Wind stramm von vorne. Wir finden, dass ist ein guter Schnitt. Die Wahrheit dazu ist aber auch, dass wir ziemlich lange Touren jeden Tag fahren müssen, da wir nicht viel Infrastruktur vorfinden. Einfach wild zu Zelten ist  nicht möglich, da alles eingezäunt ist. Im Kombination von Wind, Wetter und Kilometern sind wir ziemlich müde jeden Abend. Da freuen wir uns besonders, wenn wir eingeladen werden um bei jemandem zu übernachten und so lernen wir Tammy kennen. Sie lebt recht abseits auf einer Hobby-Farm zwischen zwei Orten nah am Highway gelegen. Auf dem Weg zu ihr, werden wir bei unserer letzten Rast von zwei Männern angesprochen, sie wollen wissen was wir so treiben, geben uns ihre Karten, falls wir Hilfe benötigen oder wir in Florida vorbeikommen sollten. Zum Abschluss fragt einer noch, ob man auf unserer Webseite für uns spenden kann, was wir dankend verneinen. Bei Tammy angekommen werden unsere Fahrad-Tagträumereien wahr, denn sie bietet uns ein Steak an. Nicht irgendein Steak, ein richtiges Steak von der Farm nebenan und um es noch komplett zu machen, steht im Keller ein Kühlschrank mit einem Zapfhahn aus dem Bier von der lokalen Brauerei in Havre fließt! Das Paradies fäng bei Tammy an 😀

Tammy
Thank you so much for having us!
Wir lieben diesen Kühlschrank 🍺
Echte Steaks!

Am Montag, 20. Juni kommen wir in Havre nach ungewöhnlich kurzen 55 km an und bleiben kurzentschlossen für zwei Tage. Wir planen unsere Tour ein wenig um, da uns Tammy erzählte, dass die kleinen Grenzübergänge nicht immer geöffnet sind und tatsächlich würden wir bei unserer geplanten Route und Ankunft am Wochenende vor verschlossenen Toren stehen. Deshalb nehmen wir die Route auf der Interstate  von Shelby in Richtung Norden. Sicherlich nicht die schönste Strecke, aber für uns die einfachste auch wegen der Möglichkeiten zu Campen oder ein Motel zu finden.

Es scheint, als ob wir das Flachland bald hinter uns haben. Am Horizont können wir bereits Berge erkennen und wir können uns nicht mehr erinnern, wann wir zuletzt einen Berg gesehen haben! Vielleicht war es in den Catskill Mountains als wir in Kingston bei Tim übernachten hatten? Sehr, sehr lange her! Wir freuen uns auf jeden Fall auf Canada, die sich verändernde Landschaft, die National Parks und die Rocky Mountains. Wir haben noch ca 210 km bis zur Grenzestation in Coutts

Es gibt noch viel zu tun!

ALLERLEI EINDRÜCKE!

Alt und verfallen!
Neu und Modern!
Kurze Visite im Outdoorshop!
Geruchssinn? Nach 100 km sind wir evtl nicht mehr so Gesellschaftsfähig 🙈
Kornsilos und Züge prägen das Landschaftsbild

Zwei lange Tage hatten wir noch mit Gegenwind zu kämpfen bevor wir in Shelby ankamen. Dort werden wir in den Norden abbiegen. Ca 70 km vorher hatten wir eine sehr außergewöhnliche Begegnung mit einer Familie die den Hutterrite Brethren angehören. Die Hutterer sind eine Glaubensgemeinschaft welche mit etwa 15 Familien (ca 160 Personen) in der Eagle Creek Colony leben. Sie sprechen ein Deutsch, das wir verstehen können und wir haben eine tolle Unterhaltung mit Rosa und Rachel und ihrem Schwiegervater. Sie luden uns ein, ihre Colony zu besuchen und ich würde dies so gerne auch machen, aber wir entscheiden uns aus verschiedenen Gründen leider dagegen. Ich lese viel über die Hutterrite und lerne, dass sie die alten Gebräuche zum Teil ebenso wie die Amischen einhalten, jedoch auf Technik für die Landschaft und Fortschritt für das tägliche Leben nicht verzichten. Ihre Lehre und Glaubenspraxis waren der Grund, weshalb ihre Mitglieder seit der Gründung im Jahr 1528 häufig emigrieren mussten. Heute leben die rund 45.000 Anhänger nahezu ausschließlich in den USA und Kanada. Sie sprechen bis heute das Hutterische – einen bayrisch-österreichisch geprägten Dialekt – als Muttersprache. Sehr spannend! Rosa und Rachel erzählen uns, dass die Gemeinschaft zum Ende des Jahres geteilt wird da es immer nur für ca 160 Menschen arbeit auf dem Hof gibt. Dies bedeutet, das per Los entschieden wird, wer die Colony verlässt um an einem neuen Ort eine neue Gemeinde zu gründen. Im täglichen Zusammenleben hat jeder seine Aufgaben zu erfüllen. Alles was über die Landwirtschaft erwirtschaftet wird, gehört allen, denn sie leben in einer Gütergemeinschaft.

Rocky Mountains

Nach exact 4662 km sehen wir bei klarem Himmel zum ersten Mal die schneebedeckten Berge der Rocky Mountains. Es wird uns bewusst, dass wir bereits 3/4 des Landes durchquert haben. Was für eine Tour!

2 Gedanken zu “Montana – The Big Sky Country!

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