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Finnland đŸ‡«đŸ‡ź der Weg nach Rovaniemi!

50 km hatten wir vom norwegischen Kirkenes, bis wir an der finnischen Grenze waren. Ein GebÀude, davor zwei Fahnen,  finnisch und norwegisch, keine Person zu sehen, kein Landesschild nur das Zeichen des Zolls. EnttÀuschung machte sich breit, zumindest ein Foto mit dem typisch europÀisch gestalteten Schild und dem Namen des Landes, welches wir eben betreten hatten, wÀre schön gewesen. Nichts! Wir sahen uns nochmals unglÀubig um, aber weiterhin nichts! Etwa drei Kilometer spÀter hatten die Finnen wohl doch ein Einsehen und wir bekamen unser Finnland-Foto samt dem Hinweis, wir wÀren nun in Lappland.

Die Grenzen Lapplands sind nicht so klar definiert und hĂ€ufig wird damit der nördlich des Polarkreises liegende Teil Fennoskandinaviens bezeichnet. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es mit SĂĄpmi, dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen – der Urbevölkerung Lapplands – gleichsetzt. Diese Auffassung ist jedoch nicht allgemein gebrĂ€uchlich. Die SĂĄmi sind ein indigenes Volk, das frĂŒher „Lappen“ genannt worden ist. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die samische Flagge heute immer hĂ€ufiger zu sehen. Die Samen sind jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung, deren Anteil ca. 4 % ausmacht. (Wikipedia)

Die vier Tage, die wir bereits in Lappland sind, lassen sich sehr angenehm fahren. Wir befinden uns in einer welligen, leicht hĂŒgeligen Umgebung und die höchste Erhebung fĂŒr uns waren nur 350 Meter Höhe. Wir fahren bereits 400 km durch Birken- u. KiefernwĂ€lder, nur unterbrochen durch zahllose Seen. Rentiere gehören zur Tagesordnung und wir sind immer wieder ĂŒberrascht,  wie nahe sie Menschen in ihrer Umgebung akzeptieren. Man sieht sie am Wegesrand, in den Dörfern, neben dem Zelt, auf der Straße! Sie lassen sich von Autos nicht aus der Ruhe bringen und fliehen niemals so schnell in den Wald, wie z.B. Rehe. Oft mĂŒssen die Autofahrer stoppen, weil die Tiere mitten im Weg stehen und auch keine Anstalten machen, den Weg freizugeben. Wollen sie die Straße queren, dann tun sie dies immer mit einer erstaunlichen Ruhe. Nur wir als Radfahrer bringen sie dazu, vielleicht mal einen Meter weiter zu gehen und betrachten uns dann neugierig. Wie wir ĂŒbrigens auch sie gerne betrachten!

Dieses PrachtstĂŒck stand etwa vier Meter neben uns und ließ sich nicht stören beim fressen. Wir haben uns neben ihm bewegt und gesprochen, aber er blieb unbeeindruckt!

Die Wetterlage ist leider im Moment durchwachsen und wir mĂŒssen öfters mit Regen rechnen als wir dies in unseren letzten 11 Wochen gewohnt waren. An einem Tag regnete es so heftig, dass das Wasser zumindest in meinen Schuhen stand. SelbstverstĂ€ndlich haben wir Regenkleidung und auch regenfeste Überschuhe, aber da ist wohl bei mir etwas schief gelaufen und irgendwo konnte Wasser eindringen. Solche Tage gehören eben auch zu einer Radreise dazu und wir waren bisher ja sprichwörtlich auf der Sonnenseite.  Schokolade in den Mund und weiter geht’s! Toll ist, dass wir bei jedem Campingplatz nun eine Sauna zur VerfĂŒgung haben, da kann man sich zumindest gleich wieder entspannen und aufwĂ€rmen.

Die Menschen sind zurĂŒckhaltend freundlich, die Sprache unaussprechlich. Immer wieder Staunen wir, welche Buchstabenfolge ein Wort ergeben und es auch noch jemanden gibt, der es lesen oder sogar aussprechen kann. Wenn wir einen Ort auf Google Maps suchen, mĂŒssen wir dreimal lesen, wie er denn nun heißt und es ist nicht daran zu denken, ihn sich zu merken.

Bemerkenswert wurde auch, wie schnell sich die weißen und nahezu permanent, hellen NĂ€chte wieder in dunkle NĂ€chte verwandelten. Je weiter sĂŒdlich wir kommen desto breiter wurde die Spanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die kĂŒrzeste Zeitspanne lag bei etwa zwei Stunden, nun sind wir bei 7 Stunden.

Wir nehmen heute den Bus! Eine wahrlich seltene Begebenheit. Wir sind in SodankylĂ€ und es regnet in strömen seit Stunden. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die verbleibenden 130 km nach Rovaniemi mit dem Bus zurĂŒckzulegen. Die Strecke könnte man durchaus an einem Tag schaffen, aber bei dem Regenschauern mehr als ungemĂŒtlich. Hier bleiben wir zwei Tage und sind mit Ankunft wieder sĂŒdlich des Polarkreises! Rovaniemi ist die Hauptstadt von Finnisch-Lappland und bekannt als offizielle Heimat des Weihnachtsmannes! Und tatsĂ€chlich haben uns alle Touristen erzĂ€hlt, als sie durch Finnland gereist sind, waren sie in Rovaniemi bei Santa Claus!

Und dann gibt es noch etwas völlig unwichtiges zu dokumentieren: wir waren im nördlichsten Lidl der Welt in SodankylÀ!

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Laavu, Kotas und Sauna

  1. Heidi Woith-Zoschke

    Hallo ihr Beiden, ja so ein Lidl kann auch seltenheits wert haben und ist dementsprechend scheu. Was sind das fĂŒr Busse, die so GepĂ€ck behangene FahrrĂ€der mitnehmen??? weiter gute Fahrt in die „Dunkelheit“.
    Lieben Gruß von Heidi

    • Hallo Heidi! Die Busse sind normale Reisebusse, wie bei uns auch. Die RĂ€der kommen ohne GepĂ€ck unten in die LadeflĂ€che. Easy âœ”ïžđŸ€—

  2. Sandra Kunze

    Hallo Sabine und Uwe,

    welch‘ ein Zufall, zur selben Zeit in Rovaniemi zu sein.

    Ich bin gern durch euren Blog „mitgereist“.

    Wir, Andreas und Sandra, sind nun seit 8 Wochen Àhnlich unterwegs. Gestern kamen wir mit dem Bus aus TromsÞ hier an ;).

    Vielleicht habt Ihr heute Lust euch kurzfristig auf ein StĂŒndchen mit uns zu treffen?

    Viele GrĂŒĂŸe von Andreas und Sandra

  3. Heiko

    Ja und – wo ist das Foto vom Lidl? Elche und Rentiere kann jeder – aber ein LIDL? Ganz seltene Spezies!
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Heiko

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