Ein atemberaubender Tag

  • 30.10.17 Susques – Purmamarca

Man hätte nicht vermuten können wie sich der Tag entwickeln wird. Morgens wollten wir zeitig frühstücken, nur das Restaurant öffnete nicht zur verabredeten Zeit. Nun ja, wir sind ja nicht auf der Flucht. Nachdem alles erledigt und verpackt war, schoben wir die Räder über die Straße, um im kleinen Laden letzte Besorgungen zu machen. Wir wollten die Strecke nach Purmamarca am Stück fahren, waren,  ob der Berge und Distanz, jedoch nicht sicher, ob es klappt. Wir mussten also auf Camping vorbereitet sein. Dann fuhren wir endlich etwas verspätet los, nach fünfzig Meter meldete Sabine einen Platten, toll! Heute geht was, dachten wir. Im Schlauchwechseln sind wir ja nun geübt, das ging zügig. Jetzt aber, vor uns lag ein langer Anstieg. Fast oben angekommen, nach 12 km Steigung, meinte Sabine zu mir: „Wir machen vielleicht tolle Sachen!“ 😃 Die Szenerie war echt toll, ein großer Canyon lag unter uns  und das Bergpanorama spektakulär. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass wir noch weitere 8 km zum Gipfel hatten. Was dann kam ließ unsere Augen leuchten, eine Abfahrt in einer engen Schlucht die mit hohen Kakteen bestanden war. Fantastisch. Danach folgte eine leicht abfallende Straße erst kurvig und dann 35 km geradeaus. Mit Rückenwind war das schnell erledigt und wir erreichten den Salinas Grandes. 

Ein Salzsee an dem wir nun plötzlich auch auf die ersten Touristen trafen. Während ich versuchte Getränke zu bekommen,  musste Sabine als Fotomotiv für eine Gruppe älterer Argentinier herhalten. Die waren so begeistert von unserer Radtour, dass sie Sabine gleich drückten und herzten und eine Dame noch zurück kam und Sabine einen Argentinienanhänger als Talisman schenkte, was sie so sehr berührte, dass sich beide nochmal innig umarmten. Als Fotomotiv sind wir eh sehr begehrt, bei Stops oder aus vorbeifahrenden Autos. 

Vom Salzsee führte eine gerade Straße Richtung Berge, dort warteten 25 km Anstieg die uns auf 4170 m führten. Erst leicht geschwungen und dann steil in den Berg hinein. Sah von unten spektakulär aus. Wir machten einen kurzen Stop an einem einsamen Restaurant und dort wieder das Gleiche, ich besorgte etwas zu trinken und Sabine umlagert von einer Reisegruppe. Dieses Mal waren es französische Radiologen. Eigentlich zum Kongress in Buenos Aires, nun auf dem Weg in die Atacama-Wüste. Rahmenprogramm muss sein… Wir kennen das ja. 😊

Die Steigung hatte ca. 7%, war jedoch mit günstigen Winden und viel Gelassenheit gut zu bewältigen. Oben angekommen hatten wir einen tollen Blick auf die Serpentinen und waren schon sehr stolz auf das Geschafte. Über den Gipfel, in die andere Richtung geschaut, lagen nun 35 km Abfahrt mit fast 2000 m Höhenunterschied vor uns, steil in den Berg gebaut. Irre diese Straße, ein krasses Panorama und im Sturtzflug, an den Lkw vorbei, ins grüne Tal. Unserer Ziel Purmamarca war erreicht. Wir hatten mal wieder Rekorde zu verzeichnen: längste Radfahrt bisher, längste Abfahrt mit größtem Höhenunterschied und Sabine mit einer max. Geschwindigkeit von 75km/h 😳✌️

Purmamarca ist auch bei den Argentiniern ein beliebtes Urlaubsziel. Es besticht durch seine Umgebung und die farbenprächtigen Felsformationen die von Lavarot, Rosa, Grün, Braun ( man spricht hier von 9 verschiedenen Farbnuancen) bis zum Blau des Himmels, alles bietet.

Am Abend sind wir dann gleich in eine Peña, zu Wein, Live-Musik und das erste Steak.

Der Tag war lang, 135 km und lästige Berge, aber ja, Sabine hatte recht, wir machen tolle Sachen!
😃

2 Gedanken zu “Ein atemberaubender Tag

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