Von Krakau in die Berge und in die Slowakei geradelt!

Sie haben es wirklich sehr schön die Polen! Krakau hat uns, wie vorher bereits Breslau, sehr beeindruckt. Jede Ecke zeigt eine neue Sehenswürdigkeit und die Marienkirche ist eine der schönsten Kirchen, die wir bisher gesehen haben. In ihrem Inneren befindet sich der größte Hochaltar Europas und aus ihrem Turm ertönt jede Stunde ein Trompetensolo, welches abrupt endet. Das schnelle Ende der Musik zollt einen Trompeter, welcher die Kraukauer vor einem Tatarenangriff warnen sollte und durch einen Pfeil eines Tartaren getötet wurde.

Die Wawal Kathedrale, die Tuchallen, das Florian Gate ist die alte Stadtmauer mit Tor, das alternative Viertel Kazimierz, uns hat alles sehr gut gefallen. Eine schöne Stadt.

Zum Abschluss haben wir noch das  15 km entfernte Salzberwerg in Wieliczka, UNESCO Weltnaturerbe,  besucht. Die 380 Stufen nach unten waren schnell erledigt und dann befanden wir uns 130 Meter unter der Erde. Insgesamt 250 km Stollen gibt es auf 5 Ebenen. Das Salzbergwerg ist eines der ältesten der Welt und seine Geschichte geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Seit 1992 ist es nur noch zu touristischen Zwecken geöffnet, es findet kein Salzabbau mehr statt. Heute gibt es dort sogar ein Sanatorim unter Tage!

Eine Krakauer-Wurst haben wir tatsächlich nicht essen können, da müssen wir warten, bis wir wieder in Bleckede sind! Dort steht jeden Donnerstag der Frittenmann mit seinem Grillwagen und der hat Krakauer-Wurst im Angebot. Aber auch so konnten wir uns die Kalorien abfahren. Man sollte es nicht glauben, wir sind seit Zuhause fast nur flach bis nach Krakau geradelt und dann, gibt es plötzlich Berge und Wege, die steil nach oben führen. Keine Serpentinen um es für uns etwas leichter zu machen, 3km nach oben, immer geradeaus, 12-20% Steigung, kein Ausweg möglich! Schieben ist die Lösung. Da werden die Meter  doppelt so lang und die Arme gleich mit. Bei einem Stop hielt das Rad mit nur einer Bremse gehalten nicht, es rutschte einfach bergab. Die angenehmen 36° lassen uns jeden Schatten aufsuchen, um sich etwas zu entspannen, bevor das Schieben in 60-100 Meter-Abschnitten weiter geht. Nach 1000km Flachland sind wir auf diese Rampe nicht vorbereitet. Mit 40 kg Systemgewicht (Rad + Gepäck) ist das wirklich eine Herausforderung. Uffff. Nach solchen Tagen, freut man sich auf eine Dusche und ein Bett. An solchen Tagen ist es aber auch oft so, dass sich  Unterkünfte irgendwie schwer finden lassen. Diese Ankunft, war so ein Tag.

Schattensucher!

Heute am 14. August sind wir in die Slowakei eingereist, unser 30. beradeltes Land. Die Landschaft ist seit zwei Tagen wie im Alpenvorland und in der Ferne sehen wir die Hohe Tatra. Wir Campen mal wieder und haben einen schönen Platz am Orava-See gefunden. Bier gibt es auch. Prost! Leider auch einen heftigen Regenschauer, aber der bringt wenigstens ein wenig Abkühlung. Man muss ja immer positiv denken 🙂

Der zweite Tag in der Slowakei sollte eigentlich regnerisch werden, aber wie so oft, haben wir Glück. Langsam schlängeln wir uns unseren ersten Berg des Tages hoch. Es lässt sich gut fahren und wir sind positiv gestimmt ob des zweiten Anstiegs. Von Beginn an ist diese zweite Herausforderung ein wenig schweißtreibender und wir sind froh, als wir den Gipfel erreichen. Jetzt geht’s nur noch bergab, bis zum See. Wäre da nicht diese klitzekleine schwierige Passage zu bewältigen, die über einen Wanderpfad führt. Bei manchen Wegen schiebt man sein Rad hoch und man schiebt es sogar runter, weil es zu steil und steinig, zum fahren ist. Die Wanderer auf unserem Weg haben Sabine sogar zum Teil das Rad bergab mit festgehalten, da bei einer Passage das Rad einfach wegzurutschen drohte. Abenteuer pur :-). Schön ist auch immer die Gesichter der Menschen zu beobachten, denen man begegnet. Man kann ihre Gedanken lesen, sie stehen wie ein Banner auf ihrer Stirn geschrieben. Darüber können wir uns köstlich amüsieren.

Ein Bier und einen Bananen-Burger gibt wieder Kraft✌

Viele Wege die wir bisher hatten waren einfach klasse. Kleine Nebenstraßen durch einsame Wälder, toller Berglandschaften und durch kleine Dörfer. Sprachlich haben wir kaum Schwierigkeiten in der Slowakei, Englisch wird fast überall gesprochen. Nur die Dame in der Bäckerei spricht weder noch, auch kein Spanisch, wie in Polen. :-). Auch die Damen in der Drogerie in welcher wir Milchpulver kaufen wollten, sprachen tatsächlich „nur“ Slowakisch. Mit Händen und Füssen kann man aber auch Milchpulver erklären. Was ein Spaß, wenn man hinterher nochmals darüber nachdenkt!

Ein Wort noch zu den Autofahrern. Alle sagten uns in Polen ist es sehr gefährlich, wir waren bisher auf unserer Reise sehr überrascht, wie gut das Miteinander geklappt hat. Auch wenn wir 2/3 abseits der großen Straßen unterwegs sind, ist das Gefühl immer gut bisher und mit dem Rad hier zu Reisen ist sehr zu empfehlen! Wir waren sogar sehr überrascht, wie gut ausgebaut die Radwege in den Städten sind.

Und deshalb Prost!

7 Gedanken zu “Von Krakau in die Berge und in die Slowakei geradelt!

    1. Stefan Matthies

      Hallo Ihr Zwei,

      klasse wieder mit Euch (in Gedanken) durch die Welt zu radeln… 😉👍🏼

      Genießt die Reise. Wir wünschen Euch weiterhin tolles Wetter, tolle Begegnungen und Gesundheit!

      Herzliche Grüße
      Stef & Steph

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