Moin, moin! Im Norden von Deutschland angekommen und die Tour beendet.

Nach exakt neun Wochen haben wir unsere Runde beendet. Wir sind durch sieben Länder gefahren, haben fast 4000 KM zurückgelegt, so manch einen Berg bezwungen und vor allem habe wir unvergessliche Erlebnisse und Erfahrungen gemacht. Wie immer, wenn man eine Reise unternimmt passiert auch was, vieles ungeplant und schön. Wir hatten eine super tolle Zeit und sind froh darüber die Möglichkeit zu haben, das so machen zu können.

Zum Abschluss jedoch der Reihe nach. Es ist kalt! Morgens fahren wir bei 5° – 8° los und uns frieren die Hände ein. Wir haben aber bereits unsere Primaloft-Jacken aus den Tiefen unserer Taschen gewühlt und sind glücklich diese dabei zu haben. Ein wenig trotzen wir noch der Kälte und fahren weiterhin mit kurzen Hosen. Glücklicherweise haben wir super tolle Septembertage und nach zwei-drei Stunden jammern wegen der kühlen Temperatur, wird es allmählich wärmer und den Rest des Tages sind wir mit T-Shirt und kurzer Hose bestens angezogen. Drei Tage Schonfrist haben wir noch, dann kommt Regen. Bis dahin genießen wir die tollen Wege und Landschaften.

Manchmal bekommt jedoch die schöne Landschaft einen kleinen Schock verpasst. Wir sind in der Region um Heringen an der Werra und riesige Abraumhalden prägen das Landschaftsbild. Hier zeigt sich, was Abbau von Kalisalzen hinterlassen kann. Über 70% der abgebauten Salze gelten als Abfall und werden auf bis zu 200 Meter hohen Bergen gelagert. Die Aufschüttung der Halde begann 1973. Im Juli 2017 bedeckte der Berg eine Fläche von etwa 99 Hektar und bestand aus rund 209 Millionen Tonnen aufgeschütteten Abraumsalzes. Pro Förderstunde wächst er um weitere 900 Tonnen. Zudem werden/wurden die gelösten Salzen zum Teil in die Werra abgelassen und machten Jahrelang einen Süßwasserfluss zu einem Salzwasserfluss.

Ein Denkmal zu 25 Jahre Wiedervereinigung, mit dem Titel „Grenzen überwinden“.

Wir sind wieder in Deutschland! Richtig, schon etwas länger, aber heute wurden wir darauf aufmerksam! Seit 9 Wochen sind wir unterwegs und immer dann, wenn es mit einer sicheren Unterstellmöglichkeit für unsere Räder schwierig wurde, war es in keinem der sechs von uns bereisten Ländern ein Problem, das Rad mit aufs Zimmer zu nehmen. Heute fragten wir das erste Mal in Deutschland danach. Die Antwort war „soweit kommt es noch, wir würden unsere Räder zuhause ja auch nicht ins Wohnzimmer stellen“. Doch, würden wir, wenn es der sicherste Platz wäre, aber das würde ER sicher nicht verstehen. Ein weiteres Indiz sind die Traktorfahrer, welche weder vom Gas noch vom Weg abweichen. Die müssen irgendein Gen in sich haben, welches normalen Menschen scheinbar fehlt. Manche davon Pflanzen aber auch Felder an, dessen Hinweisschilder uns zum Lachen bringen und da sind wir wieder versöhnt….fast versöhnt!

Infotafel an einem Hanffeld in der Nähe von Göttingen. Uns hat es angeturnt – der Duft.

Schade, dass sich das Wetter ändert, wie gerne wären wir noch an der Weser in Richtung Nordseeküste gefahren. Andererseits hatten wir in den letzten 9 Wochen etwa 5 Regentage, an welchen wir nur an einem Tag so richtig durchnässt wurden. Für die Statistik, welche wir nicht führen, ein tolles Ergebnis. Bezüglich der steigenden Zahlen an Covid19 Infektionen, die absolut richtige Entscheidung direkt nach Hause zu fahren. Wir hatten zu Beginn unserer Tour nicht daran geglaubt, dass wir so lange unterwegs sein können und somit sind wir dankbar für die schöne Zeit in dieser Ausnahmesituation.

Aber ein paar Kilometer haben wir noch zu stemmen und die Wettervorhersage treibt uns tüchtig an. Wir fahren am Dienstag und Mittwoch Tagesetappen von ca. 120 km und tatsächlich scheint es, als ob wir es noch vor dem Regen schaffen. Im Hinblick auf eine so lange Tour, würden wir mal sagen, super Timing. Die letzte Übernachtung hatten wir in Burgdorf bei Hannover und wir waren fast so etwas wie Ehrengäste. Der Chef selbst fährt gerne Fahrrad und somit gab es eine etwas vergünstigte Zimmerrate (so von Kollege zu Kollege 😉), der Koch wusste ob unserer Tour und hat schon mal die Fahrräder inspiziert und für gut befunden. Der Ober wusste Bescheid und brachte eine riesige Portion Nudeln zur Stärkung. Es läuft:-). Als wir Donnerstagmorgen aufstehen, fängt es zu regnen an, aber den Schauer können wir abwarten und kommen dann auch trocken durch den Tag. Nach weiteren 110 km sind wir zuhause, wobei der Tag eher als Transittag zu sehen ist. Wir sind viel an Bundesstraßen entlang gefahren aber mit Musik oder Podcast im Ohr lässt sich dies gut aushalten. Nun freuen wir uns auf unsere Wohnung und wenn es Bindfäden regnet, machen wir es uns so richtig gemütlich.

Am Ortseingang von Bleckede gab es ein Foto und gleichzeitig fuhr unser Vermieter hupend vorbei. Schöne Begrüßung und als wir ankommen, stürmt bereits seine süße Tochter Pia auf uns zu und freut sich, dass wir endlich wieder da sind. Innerhalb von 10 Minuten, erzählt sie im Redeschwall, was die letzten 9 Wochen alles aufregendes geschehen ist. Angekommen! Timing ist auch, dass donnerstags immer der Grillmeister vor unserer Haustür steht. Dort gab es dann endlich die Krakauer-Wurst, welche wir in Krakau vergebens gesucht haben.

Schön war es ! Und nun warten wir ab, was kommt und wie wir 2021 verbringen werden! Dass wir nicht still sitzen werden, das ist sicher!

Bleibt alle gesund, wir haben fertig!

10 Gedanken zu “Moin, moin! Im Norden von Deutschland angekommen und die Tour beendet.

  1. Michael Marckwort

    Viele Grüße aus Kanada. Ich wolle diesen sept nach Deutschland können, und eine Rat. Tour zu machen. An der Elbe. Ist es ein Problem es in dieser Zeit es zu machen?

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  2. Thomas Waldmann

    GROSSARTIG !! Ihr seid die größten „world-wide-biking-freaks-international-unlimited-whatsoever“ Schön,dass ihr heil zurück seid !
    Haben alles mitverfolgt = exceptionell
    Ich würde jetzt wo man noch biken kann, mit der BMW gerne mal auf einen Kaffee bei euch vorbei kommen ,wenn’s passt !?
    Willkommen zurück
    Thomas

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  3. Ilona Scheller

    Willkommen zurück in der Heimat. Vielen Dank dafür, dass wir durch eure Berichte an eurer Tour teilnehmen durften.
    Bin gespannt, wo es euch als nächstes hintreibt.
    Liebe Grüße Ilona

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