Masuren – Heimat der Störche!

Masuren scheint das Paradies für Störche zu sein. Nirgendwo haben wir so viele davon gesehen. Es gibt Dörfer da gibt es auf jedem Dach mindestens ein Nest, manchmal zwei und dazwischen bauen sie noch auf den Hochmasten. Störche, Störche, Störche überall! Sie sammeln sich zu riesigen Gruppen und man kann 20-30 Störche am Himmel bei deren Flugübungen beobachten.

In Pastwiska haben wir den Regentag verbracht. 24 Std. Dauerregen da freuen wir uns umso mehr, im trockenen zu sitzen. Pastwiska Hausnummer zwei, so unsere Adresse. Die Nummer eins des Dorfes scheint die Scheune zu sein. Pastwiska hat nämlich nur zwei Hausnummern. Das eben nur kurz am Rande erwähnt, denn entscheidend ist es nicht wirklich, außer natürlich es möchte mal jemand hier seinen Urlaub planen.

Als wir wieder losfahren, ist der Himmel noch grau, die Sandwege aufgeweicht aber kein Regen. Eine gute Voraussetzung für den Tag. Für etliche Kilometer verlassen wir aber unsere ursprüngliche Route, da wir auf Asphalt eher vorankommen und uns diese Sandwege die sich durchnässt, wie Kaugummi anfühlen, so sehr anstrengen, dass wir keine Lust mehr darauf haben. Das hat jedoch zur Folge, dass Sabine von der Polizei angehalten wird. „Bitte die Radwege benutzen“ hat er bestimmt auf polnisch zu ihr gesagt. Lächelnd erklärt sie, dass die Straße flacher sei und sie den hügeligen Radweg umgehen will. Er lässt sie ziehen, aber bei nächster Gelegenheit muss sie doch dem „Befehl“ folgen! Als ob es noch nicht genug ist, haben wir dann auch noch den ersten Platten, exakt nach 1213,5 Kilometer. Da hatten wir aber schon mal einen besseren Schnitt.

08.08.2021 – Abends zelten wir mal wieder, wir suchen uns einen tollen Platz direkt am See, fotografieren die Idylle, freuen uns kurz und schon war es vorbei. 8 Motorradfahrer platzieren sich zwischen uns und dem See. Ich frage Uwe noch „Sollen wir umziehen“? Kurz darauf kommen zwei Radfahrer und stellen sich ca 1.50 Meter neben uns. Dabei ist die Fläche riesig. Wir blieben an unserem ausgewählten Platz stehen und hatten somit volles Programm. Bis spät in die Nacht feiern die Männer ihr Wochenende und bringen uns um den Schlaf. Camping-Pech! Am nächsten Morgen wollten wir schon mit unseren Fahrrad-Hupen das Aufwach-Kommando einleiten um uns zu revanchieren, aber die Männer sind auch früh wach. Wer feiern kann, kann auch aufstehen! Das Zelt können wir noch im trockenen abbauen bevor es uns wieder erwischt. Mit Regen und dem zweiten Platten.

Es regnet fast den ganzen Tag und Uwe meint, das ist ja super, das spart Sonnencreme! Wir sind auf Kaugummi-Sandstraßen in Moskito-Fluggeschwindigkeit unterwegs und ich muss pinkeln. Ach was wäre ich in diesem Moment gerne ein Mann! Das Terrain verändert sich urplötzlich. Wir sind in einer Art Mittelgebirge (Hobbitland 😄) angekommen. Wir sind an der östlichsten polnisch-russischen Grenze und gleichzeitig an der Grenze zu Litauen. Dreiländereck. Dies wird sogar mit einem Grenzstein bedacht, welcher als Touristenmagnet fungiert. Die Russen haben sogar Kameras aufgebaut und um besagtem Grenzstein ist am Boden die Grenze mit Steinen kenntlich gemacht. Die Bodenfliesen um den Grenzstein, welche Litauen markiert, können wir betreten, im russische Bereich ist selbst der Bereich durch eine Art Schranke unzugänglich. Keine Bilder oder Aufnahmen lese ich natürlich erst nachdem ich schon ein Foto gemacht habe. Es ist wie immer, Kleingedrucktes liest doch niemand! Ziemlich hügelig geht’s weiter und da wir bei dem Regen wenig Lust auf das Zelt haben, telefonieren wir fast eine Stunde um noch ein Zimmer zu bekommen. Die Polen haben noch bis Ende August Ferien und die Gegend hier ist beliebt. Super nett sind wir in einem privat Haus bei einer kleinen Familie untergekommen, fallen jedoch ziemlich müde ins breite, bequeme Bett. Gute Nacht.

Am Montag, 09.08.2021 um 8.30 begrüßt uns die Wettervorhersage mit wenig Regenwahrscheinlichkeit und fast den ganzen Tag Sonne. Um 9.00 Uhr als wir losfahren wollen, regnet es und die Wetter-App hat sich auch schon darauf eingestellt. Was für ein Mist! Na ja unsere Schuhe sind sowieso noch durchnässt. Nun sitzen wir vor dem Haus und warten erstmal den ersten Schauer ab bevor wir ca eine Stunde später losfahren können. Wir sind uns einig, die Gegend seit gestern gefällt uns bisher am besten, obwohl wir uns am Nachmittag erneut wegen eines Regenschauers unterstellen müssen. Neben uns fließt den ganzen Tag der Fluss Czarna Hańcza entlang. Er wird stark von Kanuten frequentiert und wir wissen auch warum, der Flusslauf ist ein Träumchen und für uns immer wieder Abwechslung. Am nächsten Tag würde Uwe gerne ein kleines Bad in einem der Flüsse nehmen, was ich aufgrund von sofortigem Moskitobefall verneine. Keinesfalls bleibe ich hier stehen und ziehe mich aus. Aber schön wäre es gewesen!

In den Dörfer verändert sich die Architektur seit geraumer Zeit. Grundsätzlich sind neu gebaute Häuser sehr ansprechend, allerdings faszinieren uns eher die alten, bereits verlassenen kleinen Häuschen. Sie haben eine Art Eingangsbereich, der immer eine verzierte Holzfasade versteht. Überall sind noch Vorhänge und kleine Plastikblumen in den Fenstern. Manche sind bereits unbewohnt, aber dennoch liebevoll nach außen gestaltet. Sehr idyllisch!

Nachdem wir ja bereits zwei Platten hatten, ist heute noch Reparatur angesagt!

Selbst ist die Frau beim flicken der Schläuche.

4 Gedanken zu “Masuren – Heimat der Störche!

  1. marga u. Dieter

    Hallo!
    Wieder ein schöner Bericht, trotz des vielen Regen ; aber in der Regel follgt auf Regen doch wieder Sonne, hier hats auch mächtige Gewitter und Regen gebracht. Weiterhin gute Fahrt u. Viel FREUDE:

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