Adige / Etschradweg

5.5 Grad morgens! Unser Kleidungskonzept muss definitiv umgestellt werden. Es ist oft soooo kalt beim Losfahren. Nach zwei/drei Stunden wird es dann schon gemütlicher bei Sonnenschein und schöner Landschaft. Wir kommen nach Verona und sind natürlich nicht die einzigen Touristen. Wie voll muss es wohl in der Hauptsaison sein?  Über Verona selbst kann selbstverständlich auch wieder viel Geschichte erzählt werden, aber wir wollen uns kurz halten: die Stadt ist fantastisch, grandios und unbeschreiblich schön!

Immer noch folgen wir der Adige / Etsch welche vor Verona wenig frequentiert ist und uns somit easy going bis ins Zentrum führt. Wir genießen die Sonne auf einer Parkbank vor der Arena von Verona, schlendern kreuz und quer durch die Stadt und bestaunen die Häuser in den Gassen. Bevor es uns zu voll wird, machen wir uns auf dem Weg zum Lago di Garda und fahren kleine Nebenstraßen mit sehr wenig Verkehr und einsame Fahrradwege durch die Weinplantagen. Ursprünglich war der Gardasee nicht unser Ziel, aber wir treffen Gertrud und Uwe nochmals und da lohnt sich der Umweg doppelt um einen Pausentag mit den Beiden zu verbringen. Auf einem Campingplatz bzw eher „Wohnmobil-Slum“ in Bardolino mieten wir uns ein kleines Mobilwohnheim und werden schon von Gertrud und Uwe in Empfang genommen. Kurz unsere Unterkunft bezogen, also Taschen rein und Fahrrad angeschlossen und schon sitzen wir gemütlich zusammen. Gibt ja auch immer viel zu erzählen, was wir vier seit unserem letzten Treffen in Albanien so alles erlebt haben. Abends gibt es traditionelle Küche und Getränke auf den Tisch! Guten Appetit und Prost!

Auch in Bardolino, auf den Campingplätzen und am Strand ist überall Hochsaison! So können wir an unserem Pausentag im Zentrum von Bardolino „Schicki-Micki-Schaulauf-schauen“ machen. Man kann es ja nicht fassen, wie viele Frauen glauben, sie sind in Italien und müssten nun extreme extravagante Kleidung und Täschchen tragen. Männer am besten in Camp David Outfit und mit roten Schuhen, das ist schick! Das Hündchen noch in der Handtasche der Dame verstaut, laufen kann er nämlich nicht selbst. Trotz aller Bemühungen, sie bleiben einfach Angelika und Bernd aus Unterwallersbach. Wir suchen uns die einsamen Gassen um die Stadt zu erkunden, essen lecker Eis und finden auf dem Weg zurück zum Campingplatz eine nette Strandbar mit Livemusik! Wir ergattern einen freien Tisch und sind bestens unterhalten bei internationaler und italienischer Rockmusik. Die kurzen Refrains grölen wir mit und Tanzen im sitzen. Abends kocht Gertrud für uns und wir drei anderen unterstützen sie als Schnippel-Hilfskräfte mit schlauen Sprüchen nebenbei. Toller Pausentag!

Am Sonntag,  17.10. geht es weiter und sofort nach oben. Neben mir läuft eine Joggerin, die ich nur mit Mühe irgendwann überholen kann. Wir beglückwünschen uns beide für unsere Fitness welche ein Rennradfahrer mit einem „Complimenti“ noch bekräftigt. Nachdem Anstieg kommt natürlich der Abstieg und wir sind wieder im Tal an der Adige. Den Wegesrand säumen tausende Apfelbäume und Weinreben. Die Äpfel sind gerade erntereif und wir hätten Lust, uns direkt ein paar „auszuleihen“. Wir müssen uns sehr zurück halten, die Äpfel sind knackig rot und die Bäume hängen über und über voll. Diese Plantagen haben wir nun seit ca 100km neben uns und wir wissen, dass wir nach Meran in Richtung Reschensee noch durch kilometerlange Plantagen radeln. Äpfel satt in Tirol!

So langsam nehmen auch die Berge an Höhe zu, bei Sonnenschein ein tolles Panorama und man kann bereits den ersten Schnee erkennen. Von Meran nach Nauders geht es 80 km bergauf. Auf ca 1600 Meter müssen wir hoch radeln, ein gutes Stück Arbeit. Alternativ könnte man den Zug nehmen und schwups wäre man oben, aber doch nicht wir! Durch diese Möglichkeit kommen uns ziemlich viele Radfahrer entgegen, diejenigen, die uns überholen, sitzen alle aufrecht und treten ab und zu in ihr E-Bike, die sind auch schwups oben! Wir haben kurz zurück gerechnet, wir fahren seit Ferrara zu 95% auf gut ausgebauten Radwegen das sind ca 360 km auf relativ flachen Terrain. Der Radweg führt natürlich noch weiter in Richtung Österreich, nur flach ist es nun nicht mehr! Radfahrer-Paradies!

Noch drei mutige Mitfahrer gesucht!

6 Gedanken zu “Adige / Etschradweg

  1. Klaus Hofmann

    Hallo,
    wie immer sehr humorvoll und gleichzeitig informativ geschrieben.
    Vielen Dank für die tollen Fotos und Berichte. Ich habe das Gefühl, als wäre ich etappenweise mit Euch mitgefahren.

    https://lm.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fm.focus.de%2Fgesundheit%2Fmir-gehts-besser-mit-dem-runningdoc-kondition-statt-e-bike-strom-warum-sie-wieder-selber-in-die-pedale-treten-sollten_id_24337003.html&h=AT3AnpbEDOInB2DDnYfg1TMMaf6MI5kTwjJIx96O6DnNsfyRr5tHL7GGiDZ-qyrWdB9vAt8UFaDR9z09lPaesG__cXodCiFRMfz42oseEM3WP8s0y2m05OiH25AnWPLljNxSoWySqtP-pspUpFQN

    Viele Grüße aus Münzenberg in Hessen

    Klaus

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