Der südosten Mexikos

In Mexiko dauert die Grundschule (Primaria) sechs Jahre. Daran schließt sich die Mittelschule an, die hier Secundaria heißt und drei Jahre dauert. Für diese Zeit besteht Schulpflicht in Mexiko. 98 Prozent der Kinder werden eingeschult, doch nur 66 Prozent besuchen dann die Secundaria. Vor allem in ländlichen Gebieten fehlen weiterführende Schulen oder die Eltern sind der Meinung, dass sechs Jahre Schulbildung ausreichend sei. 7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (ab 15 Jahren) können nicht lesen, sind also Analphabeten. (Kinderweltreise.de)

Vielleicht erklärt sich daraus, dass wir häufig Kinder sehen, die bereits mit einem kleinen Verkaufsstand durch die Gassen ziehen, oder Selbstgemachtes den Touristen anbieten. Bis spät abends sieht man Frauen und ihre kleinen Kinder Waren anbieten. Viele Männer bieten ihre Dienste als Fahrrad- oder Mopedtaxi-Fahrer an. Als wir noch im Bundestaat Chiapas unterwegs waren, bestanden die Taxis häufig aus Tuck-Tucks um die Menschen von A nach B zu befördern. Im Staat Campeche und Yucatan sind es nun die Fahrrad- oder Mopedtaxis. Wir glauben, dass viele Familien sich keine Autos leisten können und die Taxis sind eine günstige und gute Möglichkeit, alles was bewegt werden muss oder möchte, zu bewegen. Es werden nicht nur Menschen befördert, es wird alles damit transportiert, Holz, Getränke, Tiere oder Baumaterialien. Eine Win-Win Situation für alle!

In einem weiteren Dorf sahen wir einen Messerschleifer. Dieser hatte an seinem Fahrrad, ein weiteres  Hinterrad montiert. Dieses Hinterrad war irgendwie mit der Kurbel verbunden und hatte einen Schleifstein montiert. So fuhr er von Haus zu Haus und bot seine Dienste an. Gerne hätten wir ihn fotografiert, als wir ihn jedoch fragten, reagierte er ziemlich unfreundlich und wollte Geld, da haben wir uns nett verabschiedet.

Wenn wir an zuhause denken, erscheint uns hier das Leben einfacher. Einfach in Bezug auf Dinge zu bekommen, die man benötigt. Überall finden sich kleine Läden, alles wird irgendwie nochmals verwendet und wir sind sicher, hier bekommt man Ersatzteile für alte Mopeds, Autos oder Fernseher noch relativ einfach. Manche Ersatzteilhändler sind voller Ramsch und Krams. Oft sieht man den Eingang zum Laden überhaupt nicht. Ein guter Beruf ist sicher auch Fasadenmaler. Fast alle Reklameschilder, Werbebotschaften oder die Namen der Geschäfte, werden noch per Hand auf die Fasaden gemalt, kunstvoll und natürlich bunt!

Fahrrad als mobile Eisdiele
Gemalte Werbeplakate

Mérida!

An Stelle des heutigen Mérida bestand seit 700 – 300 v.Chr. eine große Siedlung der Maya. Sie war gekennzeichnet durch große und hohe pyramidenartige Plattformen, auf deren oberer Fläche Bauten vermutlich der späten klassischen Zeit standen. Insgesamt war das vorspanische Ti’ho’ (heutige Merida) ähnlich bedeutend wie Chichén Itzá, Uxmal und Izamal. Letzterer Ort mit seinen zahlreichen großen und kleineren Pyramidenplattformen kann einen Eindruck geben, wie Ti’ho’ ausgesehen haben könnte.
Die alte Maya-Stadt Ti’ho’ wurde am 6. Januar 1542 durch Francisco de Montejo den Jüngeren in Merida umbenannt. (Wikipedia). Chichén Itzá und Izamal werden wir in den nächsten Tagen besuchen.

Uns gefällt Merida auf Anhieb sehr gut, dort kamen wir am 5. Januar an. Es war ein langer, fast als langweilig zu bezeichnender Radtag bis dorthin. Zu Beginn wurden wir noch abgelenkt, da wir durch einige Dörfer fahren konnten, aber die meisten der 90km haben wir auf einer Art Schnellstraße verbracht. Heiß, stikig, laut und wenig Schatten. Da ich, Sabine, der Meister der Plattfüsse bin, hatte ich gleich mal an zwei hintereinander folgenden Tagen einen Platten zu vermelden. Kein Spaß bei 34°Grad! Wir würden mal sagen, den Wettbewerb habe ich mit 7 : 1 gewonnen.

Cathedral de San Ildefonso, die zwischen 1561 und 1598 entstand. Sie wurde durch hunderte von Maya-Arbeitern errichtet; wichtigstes Baumaterial waren Steine der zuvor zerstörten Tempel der alten Maya-Stadt Ti’ho‘.
Haus des Conquistadors Montejo
Iglesia de Nuestra Señora de Guadalupe
Palacio Municipal (Rathaus)
Palacio de Gobierno (Gouverneurspalast)

Izamal

Schon zu präkolumbischer Zeit war Izamal eine Zeremonialstätte und Wallfahrtsort für das Volk der Maya. Die dem Sonnengott geweihte Pyramide Kinich Kak Moo (auch Kinich-Kakmó geschrieben) vermittelt einen Eindruck der einstigen Grösse und Wichtigkeit. Nach der militärischen Eroberung Yucatáns im 16. Jahrhundert, machten sich die Spanier an die Zerstörung der indigenen Tempel und Pyramiden. Aus deren Steinen und auf deren Trümmern erbauten die Kolonialherren die katholischen Gotteshäuser und das Kloster San Antonio de Padua. Heute ist das Franziskanerkloster die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Izamal. (Wikipedia)

Unser Standort

Izamal ist nicht bunt! Es ist gelb und der Grund dafür ist sehr einfach. Vor dem Besuch von Papst Johannes Paul II 1993 wurde beschlossen die Stadt vollkommen in gelb zu streichen. Als eine Art Willkommensgruß und es gibt der Stadt auch ein besonderes Flair, weshalb sie auch den Titel „Pueblo Magicos“ die magische Stadt verliehen bekommen hatte. Die Pueblos Mágico sind 132 über ganz Mexiko verstreute Dörfer und Städte, die alle etwas Magisches besitzen. Dies kann ein reiches Kulturerbe, eine historische Besonderheit oder etwa auch die Nähe zu einer traditionell wichtigen Sehenswürdigkeit sein, in vielen Fällen ist es ein Schauplatz wichtiger Ereignisse für Mexico.

Maya Pyramide Kinich-Kakmó
Franzikanerkloster
Convento de San Antonio de Padua.

Unterwegs kommen wir an Agavenplantagen vorbei, die zur Sisalherstellung dienen. Als Sisal werden die Fasern aus den Blättern einiger Agaven bezeichnet, insbesondere die der Sisal-Agave (Agave sisalana). Sie kam zu ihrem Namen, nachdem sie im 19. Jahrhundert erstmalig aus der mexikanischen Hafenstadt Sisal (Yucatan) exportiert wurde. Bis dahin hieß die Pflanze Hennequen und war in Mittelamerika bereits seit hunderten von Jahren als Nutzpflanze bekannt. Üblicherweise wird die bis zu zwei Meter hoch wachsende Agave einmal im Jahr geerntet, indem die Blätter am Ansatz der Pflanze abgetrennt werden. Zusätzlich wird die stachelige Spitze entfernt, bevor die Blätter gebündelt zur Verarbeitung weitergegeben werden. Trotz eines Rückgangs ihrer Verwendung stellt sie bis heute eine der weltweit wichtigsten Naturfasern dar.

Agave Sisalana

Unser weiterer Weg führt uns nun in Richtung Chetumal welches in unserem letzten mexikanischen Bundesstaates, Quintana Roo und nahe der Grenze zu Belize liegt. Nach Belize wollen wir mit einem Boot auf die Insel Caye Caulker einreisen. Schnorcheln und Strand stehen auf der To Do Liste ✅️

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