cycling the world | Der Radreiseblog

Hyvästi Finnland 🇫🇮 – HallĂĄ Schweden 🇸🇪

Wir würden mal behaupten, dass uns Finnland auf den mittlerweile über 4700 geradelten Kilometern in Skandinavien, die wenigsten Höhenmeter beschert hatte. Sehr relaxt fahren wir durch die Wälder Finnlands und obwohl wir vermeintlich direkt an der Ostsee entlang fahren, sehen wir diese sehr selten. Lappland (finnisch: Lappi) hatten wir bereits nach Rovaniemi verlassen und sind nun in Mittelösterbotten (finnisch: Keski-Pohjanmaa) bzw. Österbottn (finnisch: Pohjanmaa) einige der sogennanten 19 Landschaften in Finnland und auf dem Weg nach Vaasa. Sehr positiv stimmen uns die vielen Radwege entlang der Europa- bzw Landesstraßen.

Anfangs fand besonders ich, Sabine, Finnland zumeist langweilig! Im Vergleich zu Norwegen, waren die Radtage eher unspektakulär. Aber ich muss gestehen, es hat auch etwas ruhiges und entspanntes durch diese endlosen Wälder zu radeln. Man hat mal wieder Zeit um sich seinen Gedanken hinzugeben, den Himmel zu betrachten (ich liebe den Himmel und den Gedanken, dass es diese Wolkenformationen niemals wieder in dieser Konstellation zu sehen geben wird) und dabei Musik zu hören. Laut Finnen verpassen wir jedoch die schönste Seite Finnlands, nämlich die Seenlandschaft die sich südöstlich in Richtung zur russischen Grenze und nördöstlich zu Helsinki befindet.

In Mittelösterbotten und Österbotten sehen wir seit langer Zeit mal wieder landwirtschaftliche Betriebe und fahren an vielen Kornfeldern und Gemüseanbau entlang, die nach und nach abgeerntet werden. Rentiere sehen wir seltsamerweise nicht mehr, die sind wohl eher in Lappland beheimatet und nicht mit uns mitgezogen.

Wir haben uns dazu entschieden, in Vaasa die Fähre nach UmeĂĄ in Schweden zu nehmen. Sollten wir die Route in Schweden so fahren wie im Moment geplant, haben wir bis Trelleborg ca 1500 km und straffe 8700 hm zurĂĽckzulegen. Es wird also in Schweden wieder etwas „hĂĽgeliger“ werden. Die Campingplatzsuche wird dort schwieriger, da viele bereits zu Ende August ihre Pforten schlieĂźen. Einen Zeltplatz zu finden wird aber nicht schwer werden, zum einen gilt auch dort das Jedermannsrecht und zum anderen, findet man auch wieder Unterstände und HĂĽtten. Die Mosquitos könnten sich allerdings nun endlich auf ihre Lebensendzeit vorbereiten, sie rĂĽcken uns manchmal immer noch ziemlich auf die Pelle und treiben uns in den Wahnsinn! Das Zeitliche gesegnet haben wohl bereits diese ganz kleinen Fliegen (KriebelmĂĽcken oder Knotten), die nicht weniger bissig sind und juckende Stellen hinterlieĂźen.

Vaasa, fĂĽr uns die letzte Stadt in Finnland

17 Tage und 1200 km waren wir in Finnland und es hat uns gut gefallen! Die Campingplätze fanden wir oft schöner als in Norwegen und sicherlich auch Jahreszeitenbedingt, nicht mehr so voll. Die Finnen sind zurückhaltend aber sehr freundlich. Als Autofahrer mögen wir sie nicht immer, viele überholten uns sehr nah, obwohl genügend Platz vorhanden gewesen wäre. Die Unterschiede zwischen dem Norden, der Mitte und wohl auch dem Süden Finnlands sind landschaftlich sehr unterschiedlich. Einsamkeit findet man sicherlich mehr im Norden des Landes.

Damit wir auch gebĂĽhrend in Finnland verabschiedet werden, gab es heute Abend noch ein Feuerwerk!
Abendstimmung am Fluss Nykarleby älv
Tippi mit Lagerfeuer nur fĂĽr uns
Die Libellen mögen wohl Körperkontakt
Feierabend! Wir sehen uns in Schweden!

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Laavu, Kotas und Sauna

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Välkommen till Sverige! 🇸🇪

  1. Elke und Thomas H.

    Wir bewundern euer Durchhaltevermögen (physisch und psychisch), wie ihr eure Fahrradreise vollständig mit eigener Kraft Tag für Tag und Woche für Woche in scheinbar stoischer Ruhe abspult. Ihr habt echte Marathonqualitäten. Wir sind nach 6 Tagen in CZ rechtzeitig vor der Schlechtwetterphase nach Hause geflüchtet und erholen uns nun von läppischen 390 km und 5.700 hm. Die kleinen stechenden Tierchen machen nicht nur euch in Skandinavien zu schaffen. Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem 1500 km-Endspurt nach Trelleborg.

    • Hallo ihr zwei! Puhhh läppisch kann man die „kurze“ Strecke bei soooo vielen Höhenmetern wahrlich nicht nennen! Die stoische Ruhe kommt einfach daher, dass wir kein Zeitlimit haben! Bald werdet ihr dass hoffentlich auch in dieser Gelassenheit genieĂźen können! Lg ins Fränkische

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