
Wir sind im Rif-Gebirge angekommen, welches im Norden unmittelbar ans Mittelmeer grenzt und den Vorsprung Afrikas zur Straße von Gibraltar bildet. Es ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 350 Kilometern Länge. Die Landschaft im Norden Marokkos ist durch das Rif-Gebirge spektakulär und satt grün. In den Bergen liegt zudem noch einiges an Schnee.

Allerdings resultiert die blühende Landschaft aus übermäßig viel Regen in den ersten beiden Monaten des Jahres. Nach einer 7-jährigen Dürreperiode sicherlich ein Segen für die Landwirtschaft. Negativ sind die Auswirkungen, die der heftige Regen auf die Infrastruktur hatte, einige Straßen sind gesperrt bzw von Murenabgängen beschädigt oder nur eingeschränkt befahrbar. Das hat uns leider auch schon zu einigen Streckenänderungen gezwungen.
Wir wollen in die blaue Perle Marokkos, nach Chefchaouen (gegründet 1471). Die Stadt liegt auf einer Höhe von 560 MüN. im Rif-Gebierge und wir müssen ordentlich in die Pedale treten um den Berg zu erklimmen. Mit müden Beinen, wir hatten schon ordentlich Höhenmeter an dem Tag gesammelt, gehen wir die letzten 6 km bis ins Zentrum an. Es wird eine ziemlich steile Angelegenheit und öfters müssen wir kurz anhalten um wieder zu Atem zu kommen. 11-13% sind keine Kleinigkeiten mit Gepäck. Als wir endlich keuchend und atemlos am alten Stadttor ankommen, stürzen sich die „helfenden“ Marokkaner auf uns, die uns ein Hotel, einen Laden oder ein Restaurant empfehlen wollen. „Alles was wir wollen, ist Luft zum Atmen und regenerieren meine Herren und sie nehmen uns diese gerade weg“!
Die Medina ist in blau und weiß gestrichen und es gibt viele Erklärungen weshalb: Die blaue Farbe soll angeblich vor dem bösen Blick schützen, oder aus praktischen Gründen wie Mückenschutz und Kühlung im Sommer. Das Bemalen der Häuser wurde jedoch vermutlich auch von den Bewohnern und der Stadtverwaltung initiiert, um den Tourismus zu fördern.
Letzteres scheint zu funktionieren, denn wir sehen zum ersten Mal andere Touristen und eigentlich ist die Stadt so, wie wir es uns vorgestellt haben. Sehr schön um sie zu durchstöbern aber auch voller Nippes und Mitbringsel.






Am frühen Morgen hören wir dann plötzlich ein Trommler, der durch die Stadt geht. Wir wussten, der Muezzin hatte den Sonnenaufgang noch nicht eingeleitet und fragten uns, welche Aufgabe der Trommler wohl hätte! Und die Erklärung liegt nahe, seine Aufgabe ist es, die Menschen vor der Morgendämmerung und dem Ruf des Muezzins zu wecken, damit sie noch etwas essen können, bevor das tägliche Fasten beginnt. Wir haben ja noch bis zum 20. März Ramadan.
Als eines der wichtigsten religiösen Zentren Marokkos gilt Ouezzane und dort übernachten wir. Zur Abendstunde und Fastenbrechenzeit gehen alle Sirenen und Alarme an. Da stehen wir schon mal Kopf, weil wir nicht wissen, was gerade geschieht. Nachdem aber alle normal ihrer Wege gehen, nehmen wir an, nun gibt es Essen und schon sitzen alle im Restaurant und füllen sich die Teller. Fremde Kultur, interessantes Leben. Am frühen Morgen das gleiche Spiel, Sirenen, statt Trommel, in der Stadt. Gut, dass wir nicht aufstehen müssen und auch später noch essen können.







Vorerst!
🍺Buy us a Beer! 🍺
Morgen an der Küste, gibt es mal wieder einen Laden mit kühlen Getränken 🙃
warumichradfahre
Toll, wie Ihr die Farben auf den Fotos einfangt. Und wie farbenprächtig das alles ist.
Glorypedalling
Dankeschön! Die Welt hier ist bunt 🤗
warumichradfahre
So sieht das aus