
Auf dem Weg zur Atlantikküste nehmen wir mal größere mal kleinere Straßen und dies ermöglicht uns, das Marokko kennenzulernen, in welchem keine Wohnmobile oder Touristen mehr zu finden sind. Bisher haben uns zumeist französische und einige deutsche Wohnmobile überholt. Die sind aber meist nur auf den Hauptstraßen zwischen touristischen Hotspots zu finden.
Die Dörfer die wir durchfahren, sind schon ziemlich weit entfernt von dem, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Armut ist sichtbar und fühlbar. Die Häuser oder auch mal nur Hütten sind schief, manchmal ohne Fenster, die Dächer mit Planen abgedeckt oder die Behausungen bestehen schlimmstenfalls nur aus Plastikplanen. Im Winter eisig kalt und im Sommer nicht auszuhalten bei Hitze. Zum Teil kein Wasseranschluß, da wir gesehen haben, wie sie mit Eselskarren und Wasserbehältern auf dem Dorfplatz Wasser abfüllen. Es stellt sich uns mal wieder die Frage: „Wie funktioniert deren Leben“? Diese Dörfer sind sogar noch gut an die Urbanisation angeschlossen und da fragen wir uns, wie es wohl in Wohngegend aussehen mag, die weit abgelegen von größeren Städten liegen. Natürlich ist es nicht überall so ärmlich, es ist eine Mischung aus allem. Die Menschen sind durchwegs freundlich und lächeln uns zu. Ab und zu gibt es mal Jungs deren einziger englischer Satz „Give me money!“ zu sein scheint. Reagiert man nicht darauf, ist es auch wieder gut. Die Mädels winken uns zu und trauen sich öfters mal englisch mit uns zu sprechen. So auch bei einem Einkauf als uns ein Mädchen fragte, ob sie uns helfen kann und dann mit Uwe einkaufen ging. Zweimal hielt bereits ein Mopedfahrer neben uns an, der uns auf deutsch ansprach. Grundsätzlich heißen uns die Marokkaner in ihrem Land herzlich willkommen und bringen dies auch oft mit einer Geste zum Ausdruck. Die Nebenstraßen waren die bisher schlechtesten auf unseren Reisen. Schlagloch an Schlagloch, da war es selbst als Radler schwierig den Überblick zu behalten. Meist waren die Autos kaum schneller…
Schwieriger ist es für uns mit dem ganzen Müll neben der Straße umzugehen. Die super saubere Strandpromenade der Mittelmeerküste ist vorbei und es ist eine Grausamkeit, wie man anderswo mit seiner Umwelt umgehen kann. Oft sind wir durch Länder geradelt, in dem der Umweltschutz nicht erste Priorität hatte, aber zumeist vor ihren Häusern haben sie den Platz sauber gehalten. Hier ist es etwas anders. Wie mag man so leben?

Von der Verschmutzung nun aber wieder zu schöneren Themen. Es gibt immer was zu sehen, völlig überladene Autos oder LKW, Menschen in marokkanischer Tracht und Taxis die kurzerhand zum Viehtransport umfunktioniert werden. Da steht schon mal in einem alten Mercedes Sprinter eine Kuh. Das Gras auf den Feldern wird in der Gegend in der wir uns befinden, mit vielen Eselskarren nach Hause gebracht. Selten sehen wir Traktoren oder gar große landwirtschaftliche Maschinen.






In Kenitra kommen wir an die Atlantikküste. Alles sieht irgendwie verlassen aus, ist der Grund die Vorsaison oder Ramadan? Abends nach dem Ruf des Muezzins geht’s zum Fastenbrechen an den Strand. Die Familien bringen sich Tische und Stühle mit und setzten sich an den windigen und kalten Strand um endlich etwas zu essen. Wir stehen mit unseren Daunenjacken davor und fragen uns „ist das gemütlich bei der Kälte“? Bestimmt, Hauptsache ist, zusammen mit der Familie zu sein.

Sehr versandet!

Als Radfahrer funktionieren wir gut zwischen den marokkanischen Autofahrern. Sie nehmen durchweg Rücksicht auf uns und sobald wir Richtungszeichen geben, bleiben sie hinter uns und lassen uns Vorfahrt. Ansonsten müssen wir uns einfach unseren Platz nehmen und „robust“ voranfahren. Angst darf man hier nicht haben. In größeren Städten wird es dann in drei- bis vierspurigen Kreisverkehren, voll mit hupenden Autos, echt interessant.
🍺Buy us a Beer! 🍺
Vielen Dank an Michael fürs Geburtstagsgetränk!
Elke und Thomas H.
Danke für das Auffrischen unserer Marokko-Erinnerungen! Ja, das ist das Schöne am Reisen mit dem Fahrrad, dass man auch durch völlig untouristische Gebiete kommt und das einfache Leben in der Provinz, jenseits prachtvoller Bildbände und Hochglanzprospekte, hautnah erleben kann.
Glorypedalling
Danke, dass ihr mir uns reist. Es gibt wirklich viel zu sehen und oft, sind die Augen mehr damit beschäftigt alles aufzusaugen, als sich auf den Weg zu konzentrieren. Morgen verlassen wir die Küste in Richtung Marrakesch. 🤗