cycling the world | Der Radreiseblog

🇲🇦 „Spiels noch einmal Sam!“

Einige Leser wissen sicherlich bereits bei der Überschrift, wo wir uns befinden. „Ich seh dir in die Augen Kleines!“, auch ein Zitat aus dem Liebesfilm und Melodrama von 1942 – „Casablanca“!

Allerdings beginnt dieser Beitrag nicht in Casablanca sondern in Rabat, denn dort waren wir vor ein paar Tagen und die Stadt hat uns richtig gut gefallen. Rabat ist die Hauptstadt Marokkos und hier befindet sich der Königspalast – Dar al-Makhzen – die offizielle Hauptresidenz von König Mohammed VI. Plötzlich gibt es wieder saubere Alleen und top gepflegte Rasenflächen. Diese Welt hier ist so konträr, je nachdem, wo man sich gerade befindet. Wir fahren an der Kasbah des Oudaïas vorbei, einer historischen Festung aus dem 12. Jahrhundert die von der Almohaden-Dynastie erbaut wurde. Das monumentale Eingangstor Bab Oudaia oder Bab al-Kbir ist ein Meisterwerk almohadischer Militärarchitektur. Die Kasbah ist seit 2012 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Zudem gibt es ein paar äußerst schicke Wohnviertel.

Kasbah des Oudaïas mit dem
Eingangstor Bab Oudaia

Nächster Stopp sollte Cadablanca sein und wir hatten gehört, es soll keine schöne Stadt sein. Tatsächlich von Norden kommend, fährt man durch Vorstadtsiedlungen, da bleibt einem der Atem weg. Unfertige Neubauten die bereits wieder verfallen, neben stinkenden, zum Teil brennenden  Müllkippen und Menschen, die noch einigermaßen Brauchbares daraus heraussuchen. Lange Zeit habe ich, Sabine, nichts schrecklicheres mehr gesehen. Je näher wir dem Zentrum kommen desto lauter, hektischer und zuhnemender wird der Verkehr. „Uwe-Guck-in-die-Luft“ ist völlig fasziniert, was es alles zu sehen und zu kaufen gibt währenddessen ich damit beschäftigt bin, in dem Gewusel zu überleben.

Und plötzlich stehen wir mitten in „Afrika“ überall Kisten, Kartons, Schachteln, Boxen, Ballen, Zulieferer, Abholer, Verpacker, Ordner, Mopeds, Autos und LKW. Lastwagen die bis an die äußerste Grenze ihrer Ladekapazität und noch ein wenig darüber hinaus vollgeladen werden. Ein Schauspiel sondergleichen. Die Waren kommen vom nahegelegenen Markt, werden dort eingekauft und über ganz Afrika verteilt, ausgeliefert. Tagsüber wird gepackt und gestapelt und nachts sind die LKW auf dem Weg nach irgendwo! Morgens beginnt das Spiel erneut.

Afrikanisches Amazon
Beladung
Alles fest geschnürt – Mehr geht nicht!
Und Abfahrt

Bevor wir Casablanca wieder verlassen fahren wir zuerst zur Hassan-II.-Moschee, eine der größten Moscheen der Welt, mit den unglaublichen Ausmaßen von 100 x 200 Metern. Sie wurde in den Jahren 1986 bis 1993 gebaut, aber bereits anlässlich des 60. Geburtstags König Hassans II. im Jahr 1989 eingeweiht. Insgesamt wirkten ca. 35.000 Handwerker und Arbeiter – teilweise als Zulieferer – an der Fertigstellung der Moschee mit.
Nach offizieller Lesart war die Moschee ein Geschenk des marokkanischen Volkes an seinen König. Die mit Steuermitteln und „Zwangsspenden“, aber auch Kredite beglichenen Baukosten sowie die zahlreichen schweren Arbeitsunfälle beim Bau brachten dem Prestigebau scharfe Kritik ein. (Wikipedia)

Hassan-II.-Moschee

Richtung Süden geht es dann immer am Strand entlang und da kann man das sehr moderne Casablanca mit seinen Villenvierteln kennenlernen. Entgegen dem, was wir über die Stadt gehört hatten, finden wir, es ist eine schöne Stadt, allerdings der Kontrast der Vorstädte im Norden bzw Süden könnte nicht größer sein.

Wir zelten im Moment nicht, zum einen ist es unangenehm kalt nachts und zum anderen wüssten wir auch nicht wirklich wo, denn viele Flächen sind noch immer ziemlich nass. Bisher ist an der Küstenstrasse immer Besiedelung und somit sind überall Menschen. Da wir eh nicht so die Wildcamper sind, mieten wir uns Appartements. Preislich sind sie völlig ok und für ab 25€ bekommt man auch schon etwas Vernünftiges und damit fühlen wir uns im Moment wohler. Ab und zu gibt es auch Campingplätze, die werden wir demnächst mal testen.

Da haben wir natürlich gleich mal ein Träumchen von Apartment. Allerdings ist die Gegend völlig verlassen und um uns herum Bauruinen sowie streunende Hunde die abends permanent bellen.

Die Freundlichkeit der Marokkaner beeindruckt uns sehr. Überall auf den Straßen wird uns zugewunken und man lächelt uns entgegen. In einer Bäckerei trafen wir Nabil. Er ist der Wachmann vor der Bäckerei. Er hat uns herzlich willkommen geheißen und uns dies zum Abschied in den Google-Übersetzer geschrieben:

Nabil شكرًا
solche Nachrichten bedeuten so viel für uns!
Groß gedacht und doch nie fertig geworden. „Villa Seboua“ die für ihre ungewöhnliche Architektur und ihre monumentalen Skulpturen bekannt war. Für die einen ein künstlerisches Symbol, für die anderen ein illegaler Bau

Die „Villa Seboua“ ist zu einem der Wahrzeichen der Stadt Salé geworden. Bekannt für ihr einzigartiges und originelles Design, besticht sie durch eine Fassade, die mit Skulpturen von Adlern, Pferden und Löwen verziert ist. Die Villa gehört einem Anwalt der Anwaltskammer Rabat, einem passionierten Sammler von Skulpturen und Steinkunst
Mohammed VI Tower in Salé
Er gilt als einer der höchsten Türme in Afrika und zeichnet sich durch ein Design aus, das an eine startende Rakete erinnert.
Wäsche trocknen?
Einfach auf dem Bürgersteig
Typisches Bild. Im Hintergrund die „Residence“ und davor alles im Chaos
Taxi auf dem Land

🍺Buy us a Beer! 🍺

Ab heute ist Ramadan beendet und es wird wieder vereinzelt ein Bier zu erwerben sein. 😎 So hoffen wir! Seit zwei Wochen Tee ist auch keine Lösung🙃

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  1. Anja

    Hallo Ihr Lieben,
    wie schön, dass Casablanca so viel mehr zu bieten hat als der negative Ruf verspricht.
    Ich freue mich wieder über Eure so aussagekräftigen Fotos.
    Mir scheint, jetzt seid Ihr in Marokko „angekommen“ 🌝

    Ich wünsche Euch eine fröhliche und neugierige Weiterfahrt.

    Ganz liebe Grüße
    Anja 😘🌞

    • Moin liebe Anja!
      Wir sind mittendrin in einem sehr abwechslungsreichen Land. Morgen fahren wir in Richtung Marrakesch, weg von der Küste ins Landesinnere und wir sind gespannt, was uns erwartet. Zumindest wird es lebhafter und kulinarischer, denn Ramadan ist nun vorbei. Fröhliche Grüße aus El Jadida. 😁

  2. Gerhard Obermaier

    Was für schöne Bilder! Ich verfolge sie mit Spannung, da mein Sohn (der vom Stave-Camp) in Kürze nach Marokko aufbricht – allerdings mit einem Oldtimer-Saab samt Dachzelt. – Euch weiterhin pannenfreie Fahrt und viele bereichernde Eindrücke. Prost! Gerhard

    • Lieber Gerhard! Wie schön, immer wieder von Dir zu hören und zu lesen. Wir werden ein Auge auf den Saab mit Dachzelt werfen. Man trifft sich ja immer zwei Mal.
      Wir bedanken uns auch ganz herzlich für all deine Unterstützung und freuen uns riesig darüber. Wir sind nicht sicher, ob du unsere Dankeschön’s immer erhalten hast. Herzliche Grüße lieber Gerhard und bleib fit und gesund, Sabine und Uwe

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