Der Ramadan 2026 begann am 18. Februar 2026 und endete am 20. März 2026 mit Beginn des Zuckerfestes Eid al-Fitr. Die Fastenzeit umfasste tägliche Fastenintervalle vom frühen Morgen (Fajr/Suhoor) bis zum Sonnenuntergang (Maghrib/Iftar). Dies bedeutet tagsüber sieht man niemanden auf der Straße etwas essen oder trinken.

Was uns kurzfristig am 22. März ziemlich irritierte war, dass Marokko für den Ramadan die Uhren vorübergehend von GMT+1 auf die Greenwich-Mittelszeit (GMT) zurück gestellt hatte und wir dies nicht wussten. Die Umstellung verkürzt die Fastenzeit am Abend, da die Sonne eine Stunde früher untergeht.

Wir finden genügend kleine Läden, die uns Wasser und Brot verkaufen. Obst oder Gemüse bekommt man am besten auf dem Markt, somit ist das Einkaufen nicht gerade unser Problem. Schwieriger wird es für uns, einen Platz zu finden an dem wir essen können ohne unhöflich zur muslimischen Bevölkerung zu sein. Es ist Kindern, Kranken, älteren Menschen und auch Reisenden erlaubt zu essen, aber das macht man aus Respekt natürlich nicht vor den Augen der Fastenden. Manchmal suchen wir uns Schutz hinter Leitplanken, manchmal essen wir versteckt in einem Park. So häufig und ausgiebig wie wir es sonst gewohnt sind, essen wir tagsüber deshalb tatsächlich nicht. Mit den Trinken halten wir es etwas einfacher, nicht in Ortschaften aber schon auf der Straße, der Fahrbahn abgeneigt. Dabei ist es uns egal, ob Autofahrer es sehen, allerdings trinken wir nicht vor Fußgängern. Es ist also eine kleine Herausforderung, die wir aber gut meistern.

Die großen Supermärkten wie Carrefour führen wohl ab und zu eine Abteilung mit Spirituosen, der Bereich ist gekennzeichnet mit „Cave“ und in einem extra Raum untergebracht. Während des Ramadan gibt es aber auch dort keinen Alkohol zu kaufen. Deshalb sind wir auf Tee-Kur. Nun freuten wir uns auf das Ende des Ramadan und wollten schon den Cave stürmen, aber nun hat der gesamte Supermarkt geschlossen, wegen des Ende des Ramadans. Ja Himmel!

Zur Abendstunde, nach dem Ruf des Muezzins, finden wir vereinzelt geöffnete Restaurants. Welche Angebot es jedoch an Cafés und Restaurants wirklich gibt, erleben wir erst nach dem Ende des Ramadans. Plötzlich raucht und dampft es aus jeder Ecke und es wird gegrillt und überall gegessen. Was für ein anderes Marokko uns doch plötzlich geboten wird.

Das Wetter ist immer noch ziemlich unbeständig und öfters regnerisch. Immer wieder müssen wir uns auf dem Weg nach Marrakesch unterstellen. Zum Glück gibt es dafür genügend Tankstellen. Die steuern wir auch an, weil meine Gangschaltung nicht rund läuft und wir das reparieren müssen. Da ich eine elektronische Schaltung habe, muss Uwe erst mal wieder recherchieren, wie man die Einstellung vornehmen kann. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lösen wir das Problem ganz gut, somit kann es weiter gehen und wir rollen schon wieder auf die Straße, da vermeldet Uwe einen Platten. Na dann, umkehren und flicken. Da kommt ja gleich mein (Sabines) Lieblingsthema zur Sprache: Tubless also Schlauchlos! Ich sage es mal vorsichtig: „Was für ein Scheiß, wenn einen die Dichtmilch mal wieder überall entgegen kommt“!

Wir haben jedoch sofort tatkräftige Hilfe von zwei Marokkanern und Uwe war nur noch in einer Nebenrolle tätig, in der er um Schadensbegrenzung bemüht war. Ein wenig fühlte es sich so an, wie „Augen zu und durch“ denn sie gehen wenig sorgsam mit Material und den Nerven des Radfahrers um, wie er es sich wünscht. Da knallt schon mal die Felge auf dem Boden auf und leider hilft auch oft kein Einwand mehr, man ist nur noch Statist – was wir übrigens schon in vielen Ländern so erlebt haben.

Bezüglich unserer Auswahl der Räder, sollte man sich doch auf sein Bauchgefügl verlassen. Wir hatten ja schon mal über das Fehlen eines Seitenständers beim Gravel-Bike gejammert und klar nervt es uns nun wieder. Bei jeder Kleinigkeit benötigt man eine Möglichkeit das Rad anzulehnen. Tatsächlich überwiegt die negative Komponente, das Fehlen der schnellen Abstellmöglichkeit mit einem Seitenständer über die positiven Seiten des Rades. So sehr wir das Rad sonst lieben, das ist ein echter Nachteil auf langen Reisen. 

Bei moderater Steigung jedoch insg. 850 Höhenmetern geht’s ins Landesinnere nach Marrakesch. Wir sind eigentlich ganz froh die Küste zu verlassen, fanden wir es auf Dauer doch ziemlich langweilig. Es sind 180 km von El Jadida nach Marrakesch und wir teilen es uns in zwei Etappen auf. Zu Anfang ist die Umgebung noch flach und unspektakulär aber je näher wir Marrakesch kommen, desto mehr zeichnet sich eine kleine Bergkette ab. Wir haben eine ziemlich bewölkten und regnerischen Tag erwischt und sehen lange Zeit nicht, daß das Atlasgebirge, welches sich hinter der kleinen Bergkette befindet, für uns eigentlich schon sichtbar sein könnte. Aber urplötzlich reißt der Himmel etwas auf und uns stockt der Atem. Das Atlasgebirge zeigt sich gewaltig und groß mit weiß verschneiten hohen Bergen. Was für ein majestätischer Anblick!

Das Atlasgebirge – gewaltig und groß
Abwarten!
Die Moschee liegt ums Eck.
Das riesige Stück Zucker für so ein bißchen Tee
Wichtiges Transportmittel!

So viele Eselkarren hätten wir gar nicht erwartet. Dieses Gefährt ist hier echt Standard auf dem Land. Zum Einbringen der Ernte, Wassertransport, Personen- und Warentransport einfach alles was man sich vorstellen kann. Selbst der Pflug wird manchmal mit zwei Eseln gezogen. Der Zustand der Tiere lässt uns oft sprachlos zurück, denn sie sehen häufig sehr ungepflegt aus. Ein hartes Leben für Mensch und Tier. Die Menschen winken uns immer freundlich zu und rufen uns ‚Guten Tag‘ und ‚Gute Reise ‚ zu. ‚Willkommen in Marokko‘ hören wir mehrmals täglich – das gibt ein gutes Gefühl!

🍺Buy us a Beer! 🍺

Lieben Dank an Kathi und Heiko! Hier in Marrakesch ist es mal wieder möglich ein kühles Bier zu bekommen.

✌️Ein lang ersehntes Bild ✌️