
Einen Touristenschock kann man in Aïd Ben Haddou erleben. Der alte Ortskern ist UNESCO Weltkulturerbe und Schauplatz von über 20 Hollywood- Filmproduktionen wie zB. Lawrence von Arabien, Gladiator oder Game of Thrones. Busse über Busse stehen am Straßenrand und alle Menschen drängeln sich durch die Altstadt.
Wir warten ab, bis die Masse verschwunden ist und gehen am frühen Abend in Richtung Altstadt. Sehen uns alles von fern an und haben besten Überblick von einem trockenen Flussbett aus. Perfekt für uns.

Schon Marrakesch hatte uns vor Augen geführt, was Massentourismus bedeutet, in Aid Ben Haddou wirkte es noch viel bedrückenden da der Ort winzig klein ist. Auch auf den Hochstraßen im Atlasgebirge fühlten wir uns oft wie auf einer Spielwiese. Motorräder rauschten in großen Gruppen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, viel zu dicht an uns vorbei. Große Gruppen Pkw, mit pseudo Rallyeaufklebern, hatten Angst nicht die Schnellsten zu sein. Weiter im Süden fahren dann alle in den Sandkasten Sahara. Das ist ein riesen Geschäft hier.
In Foum Zguid treffen wir auf ein schottisches Pärchen, Carolyn und Andrew, mit denen wir einen tollen, Sterne beobachtenden Abend verbringen. Die beiden sind mit ihrem Wohnmobil gestrandet und müssen auf ein Ersatzteil warten. Nach dem Abendessen und zum Nachtisch zaubern sie einen wunderbaren schottischen Whisky aus ihrem Gepäck. Das scheint schottische Grundausstattung zu sein. Wir sind im Himmel ✌️

Wir sind nun im Antiatlas und kommen der Sahara näher. Eigentlich wollten wir eine Tour durch die Wüste machen. Schotterpiste und Schiebepassagen inbegriffen, aber wir haben uns vorher nochmals über eine Facebook-Gruppe schlau gemacht und es scheint wohl möglich, aber unsere Bedenken gehen dahin, dass wir mit unseren Gravel-Bikes inkl. Gepäck nicht wirklich gerüstet sind für diese Tour. Kurz bevor wir die finale Entscheidung treffen, bricht eine Halterung des Gepäckträgers und mit unserer Notlösung ist das Thema Sahara sowieso schnell beendet. Wiederum über Facebook erfahren wir das es durch die starken Regefälle in der Sahara selbst für Allradfahrzeuge schwierig war die Route zu fahren. Also alles doppelt richtig gemacht. Die alternative Route führt über eine geteerte Straße von Foum Zguid nach Zagora. 120 km Sand, Steinwüste und ein unendliches Nichts – etliche Ziegen, Dromedare und zwei Radler. 120km keine Versorgung und kein Dorf. Die Strecke ist wenig frequentiert, aber es gibt einige Touristen mit ihren Wohnmobilen. Wer diese Strecke fährt weiß, dass es zwischen den beiden Ortschaften nichts gibt und wir sind immer wieder etwas enttäuscht, dass nicht einer der Touristen mal langsam neben uns herfährt, nachfragt ob wir etwas benötigen oder ob alles gut ist. Kein einziger dieser gut ausgestatteten Wohnmobile von Deutschen, Niederländer, Franzosen oder Spanier kommt nur mal auf die Idee zu fragen. Wenn jemand neben uns hielt, waren es immer Marokkaner die fragten ob alles ok ist und uns Wasser anboten. Zu einer Pause kam ein junger Mann aus einem abgelegenen Haus mit seinem Moped extra zu uns gefahren, nur um zu fragen, ob alles gut bei uns wäre. Danke liebe Marokkaner, ihr habt es verstanden, wie gut die Fürsorge auf solchen Strecken tut. Endlich sehen wir auch eine Herde Dromedare, aber als wir näher kommen, realisieren wir, dass sie nicht frei umherlaufen können, sondern einen Besitzer haben. Wir hatten wohl eine zu verträumte Vorstellung. Nach 100 Kilometer sehen wir die Stadt Zagora bereits am Horizont aber, wir haben das Gefühl sie will und will nicht näherkommen. Nach 117 km haben wir endlich unser Ziel erreicht.





In Zagora bleiben wir zwei Nächte und freuen uns auf einen Pausentag, der uns jetzt wirklich gut tun wird, nach den vielen erklommenen Höhenmetern seit wir Marrakesch verlassen hatten. Zudem müssen wir eine Lösung für unseren Gepäckträger finden. Wo könnte man besser eine Lösung für uns finden, als in einer findigen marokkanischen Werkstatt. Wir hatten das richtige Teil bereits am Rad montiert, wir hatten nur einen durchaus „dämlich“ zu nennenden Denkfehler bei der Montage.

Impressionen von unterwegs!






🍺Buy us a Beer! 🍺
Dankeschön an Mutti, du bist großartig! Herzlichen Dank an Gesine, die weiß, wie schön es hier ist.
Gillian Duffy
I love the desert landscape…and camels!!! But that traffic does not sound dreamy. 🙁
Glorypedalling
Well over all, its really ok. There are some touristy roads they are more busy then others. Most of the time we feel very safe on our bicycles 👍. So you have to come and see the mountains in this beautiful country. By the way, the road along the coast was very boring.