cycling the world | Der Radreiseblog

🇲🇦 Mehr Höhe, mehr Erleben – zurück im Hohen Atlas

In Zagora treffen wir drei deutsche Radfahrer und verbringen einen unterhaltsamen Abend zusammen. Zwar fahren wir in etwa die gleiche Route, aber die Drei bevorzugen Schotterpisten. Wenn wir mal wieder jung sind, dann machen wir das auch! Allerdings schützt uns auch eine Teerstrasse nicht vor den bevorstehenden Höhenmetern und es geht auch gleich bergauf.

Obwohl wir in Zagora einen Pausentag hatten, sind unsere Beine müde. Wir radeln  erneut über 700 Höhenmeter und haben am Ende des Tages 90 km geschafft. Die nächsten Tage wird es noch etwas anstrengender da wir noch zwei hohe Berge zu bezwingen haben. Der höchste Punkt unserer Reise, wird auf 2700 Metern sein. Der Hohe Atlas ist eben sehr hohes Gebirge.

Zwei Tage später benötigen wir schon wieder einen Pausentag, denn wir klettern und klettern die Berge hoch. Am 3. April sind wir die Königsetappe unserer bisherigen Reise gefahren. 38 km und ein Höhenunterschied von 1300 Meter sind es über den Tizi n’Azazarte. 3½Stunden benötigen wir über die teils sehr steile Straße bis wir den Gipfel auf einer Höhe von 2300 Metern erreichen. Dort beschließen wir noch bis in den 70km entfernten Ort Tinghir zu fahren. Zumeist geht’s bergab, so dachten wir, aber die wenigen giftigen Anstiege dazwischen, lassen diesen Tag zu einem der härtesten auf dieser Reise werden. Am Ende des Tages waren es 108 km bei über 1700 Höhenmeter die wir überwinden mussten – unser absoluter Kletterrekord. Die letzten 10 Kilometer werden zu schmerzenden Herausforderung für Körper und Geist. Zur Belohnung bekommen wir aber mal wieder ein Bier und fallen beim genießen müde und ausgepowert ohne Abendessen ins Bett. Wir sind so richtig fertig. 

Tizi n’Azazarte Pass.
Rechte Seite des Bildes: ganz hinten ist noch eine Straße erkennbar, von da kamen wir!
Pause auf 2000 Meter Höhe
No Pain – no Gain!
So steht es auf meiner Mütze, ich wollte es wohl so 🙈
Nur noch 400 Höhenmeter
Zur Belohnung: traumhafte Ausblicke
Es ist so steil, dass kann man auf Bilder immer nicht einfangen. Aber wir kämpfen uns nach oben!
Zw. 10 -14% Steigung

Unterwegs gibt es immer viel zu bestaunen, z.B. ein LKW dem wir in einer Baustelle die Vorfahrt gelassen haben und plötzlich lachen und winken uns 8 (ja acht!) Männer aus dem Fahrerhaus an. Oder ein Mercedes Sprinter der im Innenraum völlig überladen mit Menschen und Waren ist und auf seinem Dach noch Heu und drei kleine Ziegen transportierte. Manche Sprinter sind im Laderaum mit einem Zwischenboden versehen, da stehen dann oben und unten Ziegen oder Schafe. Oder dieses Meisterwerk des Heuballenstapelns.

Alles geht – nichts ist undenkbar und es gibt immer eine Lösung!

Die Städte im Süden sind architektonisch völlig anders als im Norden. Im Süden sind sie stark von der Wüste, Berberkultur und Lehmarchitektur geprägt, während der Norden eher mediterran, grün und europäisch-andalusisch beeinflusst ist. Der Süden bietet Wüstenabenteuer, Oasen und den Hohen Atlas, während der Norden mit blau-weißen Gassen und Küstenflair lockt. Wir bevorzugen eher die südlichen Gebiete zumal es uns entlang der Küste (außerhalb von Rabat und Casablanca) nicht so gefallen hat.

🍺Buy us a Beer! 🍺

Danke an Felix/Andreas 🤗. Wir haben es in Tinghir mal wieder umsetzen können 🍻

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  1. Die Todra-Schlucht habt ihr ausgelassen?

    • Moin, moin! Nein die haben wir nicht ausgelassen. Eine tolle Schlucht, wie überhaupt das ganze Gebirge! Grüße 😀

  2. Erwin und Corine

    So schön, so herausfordernd und ich geniesse eure Bilder und berichte zwischen den vorbereitungen von alle festlichkeiten die vor uns liegen. Unsere Beine zappeln mit. Wie geht es mit der wasserversorgung unterwegs? Nimmt ihr literweise mit, filtert (da muss mann dann ein fluss begegnen und das sieht nicht so aus) oder ist es unterwegs einfach zum kaufen?
    Häb sorg zu euch selber.

    • Liebe Corine und Erwin!
      Wir hoffen ihr habt ein schönes Osterfest zuhause. 🐔
      Wir sind heute nochmals gefordert, denn wir sind 18 km vor unserem höchsten Berg dieser Tour (hoffentlich der Höchste 🤪). Wasserversorgung ist ok, in jedem kleinen Dorf gibt es einen Einkaufsladen und dort bekommen wir Wasser, oder wir halten Touristen an und fragen nach Wasser. Das hat bisher immer gut funktioniert. Wasserquellen zum Wasser filtern gibt es eher weniger unterwegs. Danke, dass ihr euch Sorgen macht – ihr wisst ja selbst zu genau, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist in Bezug auf lange Strecken. Herzliche Grüße, Sabine und Uwe

  3. Anja

    Soo viele Höhenmeter!
    Ich kann mich dem Kommentar von Gesine nur anschließen 🌝😘

  4. Gesine Reinke

    Ihr seid Helden!

    • Liebe Gesine! Manchmal muss man Held werden, auch wenn man es nicht wollte 😂😂.

      Lieben Dank für deine Unterstützung, wir freuen uns sehr darüber. Viele Grüße,Sabine und Uwe

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