
Das blaue Tor in Fes
Fes (gegründet im Jahr 789) ist die älteste der vier Königsstädte des Landes (neben Marrakesch, Meknès und Rabat) und galt nach der Gründung der Qarawiyin-Universität als geistiges Zentrum des arabisch-islamischen Westens. Die Medina (Altstadt) von Fès ist seit 1981 UNESCO-Weltkulturerbe, ist eine der größten Fußgängerzonen der Welt und die älteste Medina Marokkos.

Die Medina umgibt eine ca 15 km lange Stadtmauer mit 14-15 Stadttoren. Die Mauern sind im Durchschnitt etwa 2 Meter dick und rund 7 Meter hoch. Sie umschließt ein Areal von über 1000 Hektar und bildet den Rahmen für eine der größten autofreien Zonen der Welt. Es ist ein Labyrinth über 9000 engen und verwinkelten Gassen, die teilweise nur 50 cm breit sind. Oft erreicht das Sonnenlicht noch nicht mal mehr den Boden, weil die Häuser so eng beieinander stehen. Geschätzt sind dort ca. 80.000 Geschäfte angesiedelt, manche seit 1000 Jahren in Familienbesitz. Da ist natürlich unser Sicherheitsbeauftragter der Reisegruppe gleich am Start und googelt erstmal, wie es mit der Versorgung bei einem Feuer aussieht. Und tatsächlich gibt es zumindest einen theoretischen Notfallplan.



Nicht alle Gassen sind für Touristen geöffnet. Die Straßenschilder geben einen Hinweis darauf, welche öffentlich zugänglich sind und welche nicht. Als wir zu unserer Unterkunft wollten, stand in einer Gasse ein junges Mädchen und sagte uns, die Straße wäre geschlossen. Wir sahen sie etwas ungläubig an und meinten um die Ecke wäre jedoch unsere Unterkunft. Dort haben wir erfahren, was es mit ihrer Aussage auf sich hat. Es gibt rechteckige Straßenschilder die Anzeigen, dass die Gassen für alle geöffnet sind. Über sechseckige Straßenschilder wird man darauf hingewiesen, dass diese Wege nur für die Anwohner gedacht sind und evtl in einer Sackgasse enden. Wenn wir es richtig verstanden haben, will man dadurch auch ein wenig die Privatsphäre der Anwohner schützen.
Es wird sicher unsere letzte Medina in Marokko sein und uns gefiel sie am besten. Glücklicherweise wurden wir nicht von „hilfsbereiten Marokkanern“ angesprochen, welche penetrant versuchen, dir den Weg zeigen zu wollen, obwohl sie überhaupt nicht wissen, wohin du eigentlich möchtest. Wir konnten durch die Gassen strömen, wobei es bei 9000 Gassen ein leichtes wäre, nie wieder ausgespuckt zu werden. Uwe ist in solchen Dingen ja immer top, hat grandiosen Orientierungssinn und bringt uns immer wieder auf den richtigen Weg. Da bin ich typisch Frau – verloren.
Im Gegensatz zu Marrakesch finden wir die Medina in Fes authentischer und interessanter. Direkt auf den Straßen wird gewebt, gedengelt und der Steinmetz verrichtet sein Handwerk. Natürlich gibt es auch viel Nippes für Touristen, aber grundsätzlich gibt es viele tolle Geschäfte. Die Färbereien haben wir nicht besucht. Diese kann man wohl nur über die dazugehörigen Verkaufsläden betreten und dazu hatten wir keine Lust – wir können und wollen ja nichts kaufen und „ungekauft“ kommt man da fast nicht mehr raus 😂










Was es wohl alles hinter diesen Türen zu entdecken gäbe?




Qarawiyin-Universität


Drei Nächte haben wir in Fes verbracht und machen uns morgen auf, um die letzten 355 km in Marokko zu radeln. Unser Ziel wird Melilla sein, die zweite große spanischen Exklave in Marokko. Wir haben ja in Ceuta, einer der beiden spanischen Exklaven, den afrikanischen Kontinent betreten. Melilla liegt im Nordosten Marokkos und nur 100 km von der algerischen Grenze entfernt. Von dort möchten wir mit der Fähre nach Motril übersetzen und in Richtung Granada weiter radeln. Wir schätzen mal in spätestens 5-6 Tagen, denn es bleibt weiterhin sehr bergig, sind wir wieder in Europa.
Anja
Tolle Eindrücke aus einer interessanten Stadt.
Jetzt wünsche ich Euch einen schönen Weg nach Melilla 🇪🇦
Liebe Grüße aus der Heimat 🌞😘
Glorypedalling
Hallo Anja!
Fes hat uns wirklich sehr gut gefallen, sogar besser als Marrakesch. Die Medina ist authentischer und die Stadt gefiehl uns auch besser. Jetzt wissen wir das auch 😂
Karin,a
Hallöchen und Moin Moin ihr lieben 2,
nächste Woche Mittwoch fahre ich nach 5 Wochen Bad Nauheim endlich nach Hause und freue mich wenn ich endlich nach langer Zeit auf mein Lieblingsgestell sitzen kann und darf.
Liebe Sabine, mache dich als Frau nicht klein, du bist so großartig und schreibst tolle Berichte und setzt dazu noch geniale Fotos bei.
Jetzt habe ich sehr viel von Marokko gelesen und gesehen, es erinnert mich so stark an Tunesien.
Tunesien habe ich sehr viel bereist. Am schönsten fand ich die Medina in Nabeul… Und die Tore, Türen in vielen Farbtönen ist ein Blickfang.
Ich hatte mir vor vielen Jahren einen Türklopfer (Fatima,s Hand)gekauft, leider bis Heute noch nicht angebracht. Ist sehenswert. Die Kuskuss chalen in verschiedene Größen, die sind ständig in Gebrauch.
Es gibt auch sehr viel Plün und das versuchen die Verkäufer unter die Touristen zu bringen. Wenn man nichts kauft, werden sie frech und aufdringlich… Brrr.
Ihr macht es toll, schauen fotografieren und weiterfahren….
Ich wünsche euch noch viele bunte Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse.
Liebe Grüße noch aus Bad Nauheim die Gegend ist hier sehr schön und anstrengend zu gehen, rauf und runter… Puste bleibt jedes Mal stockig.
Herzlichst Karin 💖 🤗 🌞 🍀 🍻🍺👏
Glorypedalling
Hallo zurück!
Bald haben wir die schönen und bunten Landschaften hinter uns. Wir werden am Sonntag nach Spanien übersetzen. Bis dahin genießen wir jedoch noch das Rif-Gebirge, ein paar Kilometer und Höhenmeter sind noch zu bezwingen bevor wir in Melilla sind. Uns hat es gut gefallen in Marokko und da ich noch nie in Tunesien war, habe ich gleich Uwe gefragt, wie vergleichbar die Länder sind. Er stimmt dir zu, dass sie sehr ähnlich sind und die Verkäufer wohl auch.
Herzliche Grüße aus Taza, Sabine und Uwe