
Noch 80 easy km, dann sind wir bei Manon, Martin und ihrem zweijährigen Sohn, Ernest, so dachten wir. Wären da nicht ein paar Kilometer dabei gewesen, die uns sehr zum schwitzen brachten. Es lief auch alles super entspannt entlang kleiner Nebenstraßen durch zauberhafte Dörfer, über einen alten Bahndamm inklusive abkühlenden langen Tunnel. Bis unser Navi sagte, „bitte rechts abbiegen auf einen Feldweg“.
Da keine Alternative zur Verfügung stand haben wir kurz gegengecheckt wie lange der Weg wohl sein würde und haben es für machbar hingenommen. Es waren lange und teils steile 4 Kilometer über einen zugewachsenen Pfad. Schieben durch Gestrüpp inklusive. Aber irgendwann erreichten wir wieder eine Straße und bestreikten ab dort unsere weitere Navi-Empfehlung und mussten deshalb noch einen kleinen Umweg fahren. Somit kamen wir ziemlich abgekämpft bei den dreien an.

Schnell schalten wir in den Erholungsmodus, denn diese Leichtigkeit mit Manon und Martin in Verbindung mit ihrer französischen Genusskultur ist einfach toll. Wir genießen die Tage sehr mit den dreien und es fühlt sich an, als ob wir uns erst gestern zuletzt gesehen hätten. Dabei ist unser letzter Besuch schon wieder 2½ Jahre her. Ihr kleiner zweijähriger Sohn ist zuckersüß und obwohl wir uns ja nicht mit ihm verständigen können, klappt die nonverbale Kommunikation perfekt. Als wir wieder losfuhren begleiten uns die drei für 100 Meter. Ernest auf seinem kleinen Laufrad bergauf. Zwei Mal müssen wir nochmals anhalten, weil wir von ihm nochmals zu Abschied geküsst werden wollen, dann biegen wir um eine Kurve und sind außer Sichtweite.

Schnell kommen wir erneut an den Canal du Rhône au Rhine dem wir weiterhin folgen. Flach und deshalb von vielen Radfahrern frequentiert. Aber wir kommen gut voran, finden jeden Abend einen Campingplatz und haben viele nette Campingnachbarn die alle etwas zu erzählen haben. Einige treffen wir auf der Strecke erneut, denn die wenigen Radfahrer die nördlich fahren, haben wohl das gleiche Ziel bzw. Tempo wie wir. Grundsätzlich fährt die Masse an Reiseradlern in entgegengesetzte Richtung, nämlich zur Mittelmeerküste.



In Besançon kommen wir früh an, wir hatten nur 35 km zu fahren, deshalb bleibt genügend Zeit um uns die Stadt anzusehen. Am Fluss Doubs, der durch Besançon fließt, machen wir uns auf einer Parkbank einen Kaffee und beobachten das Treiben, als wie aus dem Nichts ein Regenschauer über uns herzieht und ich noch nicht einmal meine Regenjacke anziehen kann, bevor im klatschnass bin. Selten so schnell so nass gewesen und zum Schluss noch mit einem Hagelschauer bösartig attackiert. Am späten Nachmittag laufen wir noch zur weit oberhalb der Stadt liegenden Citadelle de Besançon, deren erster Stein am 29. September 1668 am Mont Saint-Étienne gelegt wurde. Im inneren beherbergt es 33 Zeichnungen bzw Fresken des deutschen Kriegsgefangenen Hans Wojtaszyk. Seit dem 7. Juli 2008 ist sie auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Die Tage verlaufen recht gleichmäßig ruhig. Im Elsass gelangen wir in die Weinberge und endlich ändert sich auch das Landschaftsbild denn die Vogesen unterbrechen das flache Land. Im Elsass wurden wir zu zwei Warmshowers-Hosts eingeladen. Buno und Stephanie als auch Gil und Anne laden uns zu sich nach Hause ein. Wieder einmal unglaublich tolle Begegnungen mit Fremden. Beide Male fühlt es sich an, als ob wir bei Freunden eingeladen sind. Unglaubliche Gastfreundschaft gepaart mit einer Herzlichkeit erfreuen uns immer und immer wieder bei den Gastgebern der Warmshowers-Plattform.


Weinregion Elsass





Erwin und Corine
Hey ihr zwei
Ihr seit also nicht durch die Schweiz gekommen oder? So schade, knapp an uns vorbei, obwohl wir jetzt als „nicht verfügbar auf“ /“on tour“ warmshowers stehen.
Wäre dass wirklich noch schon gewesen euch in echt zu treffen☺️.
Eine schöne route und wieder schöne Bilder und Begegnungen! Wir lesen und sehen es gerne.
Noch eine Woche und dann geht’s für uns los.
Liebe Grüsse aus der Schweiz
Erwin und Corine
Glorypedalling
Hi ihr zwei! Wir sind immer noch in Frankreich. Bleiben bis Samstag noch in Strasbourg und wollen am Sonntag in Kaiserslautern einen Freund besuchen. Wir sehen uns irgendwo ganz sicher auf der Welt 🤗. Tolle Reise euch beiden und schöne Abenteuer. Stay safe! Sabine und Uwe