
Es gab zwei Ideen. Südamerika oder Südostasien. Da die Visa-Bedingungen für China im Moment ganz gut sind, haben wir uns für das „Reich der Mitte“ und Südostasien entschieden. Grundsätzlich bekommt man im Moment bei Einreise ein Touristen-Visa für 30 Tage, da sich die Bedingungen schnell ändern können, wollen wir China zum nächsten Tourstart auswählen.
Schnell wird uns klar, 30 Tage reichen keinesfalls aus und so starten wir ein uns bekanntes Prozedere im China Application Service Center in Hamburg. Bekannt ist es uns deshalb, da wir bereits in 2020 im Service Center Vorgesprochen hatten und auch ein Visa dort erhalten hatten. Da kommt einiges an Papierkram, Organisation und Erklärung unseres Vorhabens auf uns zu.
Wir werden nach Osttibet fliegen. Über Chengdu, welches eine der 5 größten Städte Chinas ist und nur auf 500 Metern Höhe liegt, geht es weiter in den Autonomen Bezirk Yushu im östlichen Teil des tibetischen Hochlands (Kulturregion Kham) auf über 3500 Meter Höhe. Die Region ist umgeben von mächtigen, über 5.000 bis 6.000 Meter hohen Bergketten, die auch die Wasserscheiden für die dort entspringenden drei großen Ströme Asiens bilden, dem Jangtsekiang, Gelber Fluss und Mekong. Wir hoffen, dass wir auch diesmal mit der Höhe nach ein paar Tagen keine Schwierigkeiten haben werden. Man sollte die Höhe nicht unterschätzen und wir können uns gut an Südamerika und La Paz erinnern. Auch dort befanden wir uns in gleicher Höhe und wir benötigten doch ein paar Tage um einigermaßen Puls und Atmung in den Griff zu bekommen. Kokatee half damals, den wird es wohl in Osttibet nicht geben.


Wie bereits geahnt, dauert das Ausfüllen des Visa-Antrages ein paar Tage. Wir benötigen zum Nachweis der Einreise die Flugtickets. Die sind nach einiger Recherche gebucht und ebenso die Unterkünfte in Chengdu und Yushu. Schwieriger wird es dann wenn es um die angeforderte genaue Reiseroute, die weiteren Übernachtungsplätze der nächsten 90 Tage als auch um die Flugticket zur Ausreise geht. Nachdem wir den Antrag zum ersten Mal übermittelt hatten, wird er innerhalb von 24Std. abgelehnt. Wir mögen doch den Punkt „Mehrfach Ein/Ausreise in „Zwei Mal Ein/Ausreise“ ändern zudem das Flugticket zur Ausreise mit hochladen. Kurz telefoniert Uwe mit dem Visa-Center und die Dame vor Ort erklärt „ohne Ausreise-Flugticket, wird der Antrag wohl nicht genehmigt, Danke für Ihren Anruf und Tschüß“.
So schnell lassen wir uns nicht entmutigen. Wir übermitteln den Antrag erneut, Ändern die gewünschte Anzahl der Einreisen und fügen eine Erklärung bezüglich unserer Ausreise auf dem Landweg, als auch eine Hotelbuchung im ersten Ort nach der Grenze in Vietnam an. 24 Std später ist der Antrag erneut abgelehnt. „Bitte ändern sie die Anzahl der Einreisen auf „1“ (hätten wir doch gleich machen können) und fügen sie eine detaillierte Reiserute an“. Bitte, sehr gerne! 48 Stunden keine Reaktion! Uwe wird nervös, ich bleibe entspannt.
Zwei Tage später ist der Online-Antrag geprüft und wir sollen mit unseren Pässen in Hamburg vorbei kommen. 4 Tage später ist das Visa im Pass und es kann losgehen…..Juhuuuu!
Nun beginnt der Organisationsmarathon bezgl. Kartons für die Räder, App-Suche für China da das Internet nicht so frei funktioniert wie im Rest der Welt, e-Sim, Ausrüstung checken, Recherche neuer Wasserfilter, Anmeldung des Übergepäcks bei den Airlines. Für Air China und Eastern China können wir es per Email beantragen und wir bekommen auch schnell positive Rückmeldung. Für den kürzesten Flug von HH nach Frankfurt würde ich gerne zur Abklärung mit einem LH-Mitarbeiter sprechen. Da die meisten Servicecenter mittlerweile nur noch KI-Mitarbeiter „vorschicken“ muss ich beharrlich bleiben um einen „echten Menschen“ an die Strippe zu bekommen. Beim ersten Mal gebe ich nach 1¼ Stunden in der Warteschlange auf. Ich hänge permanent auf Warteposition 28 fest. Bei erneutem Versuch werde ich auf Warteposition 19 (juhuu) aus der Leitung geworfen (grrrr). So geht es ein paar Stunden. Irgendwann bekomme ich einen Mitarbeiter an die Strippe. Geduld ist gefragt.
Zwei Wochen vor Abflug beginnt der Verabschiedungsmodus bei Familie und Freunden. Dazwischen noch zwei Vorträge. Langweilig ist uns nicht!
So langsam lichtet sich das organisatorische Chaos und es können immer mehr Punkte auf unserer ToDo-Liste abgehackt werden. Das Chaos in meinem Kopf lichtet sich leider nicht, zu viele Dinge passieren um mich herum, die mich vom „entspannt sein“ abhalten, aber dafür habe ich ja Uwe, der bleibt ruhig.
Nur noch 5 Tage bis zum Abflug! Die Räder sind bereits verpackt. 中国见!(Zhōngguó jiàn!
🍺Buy us a Beer! 🍺
Wird äußerst gerne entgegengenommen und funktioniert auch in China 😉
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