
Überpünktlich kommt unser Transport zum Flughafen um 6:50 Uhr. Obwohl unser Flug erst um 11:00Uht startet, haben wir aus der Vergangenheit gelernt, besser mal zu früh am Flughafen zu sein als nachher in Hektik verfallen zu müssen. Unsere große Frage war „was müssen wir für unsere Räder samt 5 kg Übergewicht“ bezahlen?
Obwohl bereits viele Passagiere im Flughafen verweilen, war unsere Warteschlange am Check-In überschaubar. Die nette Dame wiegt unser Gepäck und die Räder und schreibt bei Uwe’s Rad Übergewicht mit auf die Liste. Uwe fragt noch, wie das jetzt berechnet wird und sie sagt, wir hätten ein zweites Gepäckstück dazugebucht, dadurch passt das. Danach gibt sie uns die Boardingpässe und zeigt uns den Weg zum Speergepäck-Schalter. Wir hatten uns vorher darüber informiert, dass wir wohl pro Rad 140+60€ Übergewicht bezahlen müssen. Ich flüstere Uwe zu „das war’s? Hat sie vergessen uns die Räder zu berechnen?“ Wir atmen erst einmal auf! Allerdings bekommen wir die Boardingpässe für den Weiterflug nach Chengdu erst in Frankfurt. Na gut denken wir uns, dann müssen wir wohl beim Air China Schalter in Frankfurt bezahlen. Aber auch dort macht die Dame keine Anstalten unsere Kreditkarte belasten zu wollen. Perfekt.
10 Stunden später landen wir in Chengdu und lassen im Hotel bezüglich unseres Transportes anrufen, welcher kurze Zeit später eintrifft. Zum Glück bin ich immer praktisch veranlagt und schlage nach etlichen gescheiterten Versuchen vor, die Boxen mit den Rädern doch über die Heckklappe über die letzte Sitzreihe zu laden. Gut, dass ich dabei bin, denn dann klappt die Verladung auch 😉
Wir übernachten in Chengdu und fliegen erst einen Tag später nach Yushu. Obwohl wir zwar für nur 40€ mehr Business Class fliegen und unsere Räder damit als zweites Gepäckstück inkludiert sind, hatten wir die Info, dass wir Speergepäck am Schalter bezahlen müssen. Erneut ist jedoch keine Bezahlung nötig. Klar fragen wir nicht nach warum und verziehen uns stattdessen in die Business Lounge um endlich mal wieder einen guten Kaffee zu trinken. Leider dauert der Flug nur etwa zwei Stunden, denn wir hätten uns den Service in der Business Class gerne länger „aufdrängen“ lassen.


Die Umgebung ist spektakulär und von Flugzeug erkennen wir bereits die Bergkette die Yushu umgibt. Wir landen in einer Höhe von 3715 Metern und sofort nach dem Ausstieg wird uns leicht schwindelig. Langsam gehen, ruhig atmen ist die Devise. Ein geeignetes Taxi für uns und unsere Räder steht nicht bereit, dennoch sind wir umgeben von hilfsbereiten Menschen und da findet man schnell eine Lösung. Zwei Taxen und Räder jeweils in den Kofferraum. Los geht’s!

Um uns zu Akklimatisieren bleiben wir nun vier Nächte hier bevor wir starten. Die Menschen sind sehr herzlich, einige winken uns zu und begrüßen uns, andere starren uns an, denn seit wir hier sind, sind wir die einzigen Langnasen auf der Straße. Unser erster Weg führt uns in einen Outdoor-Shop um Gas für unseren Kocher zu kaufen. Wir benötigen einen Adapter um die Gaskartusche befestigen zu können. Beides finden wir, zahlen 1,36 € und bekommen noch eine Gaskartusche geschenkt! Da fragen wir uns, haben die Jungs dabei auch noch was verdient? Ein herzliches Dankeschön gebührt euch auf alle Fälle.
Erste Eindrücke von Yushu

Eines der bedeutendsten Klöster des tibetischen Buddhismus in der Region Yushu

Er ist der Held des berühmten tibetischen Gesar-Epos.


der in den Tongtian-Fluss, dem Quellfluss des Jangtsekiang, mündet.
Abends haben wir uns dann ein Restaurant ausgesucht. Der Kellner musste uns erst einmal erklären, was wir wie tun müssen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen wir zurecht und wurden satt. Wir bekamen jeweils zwei Töpfe mit mittelscharfer (also deren mittelscharf) Suppenbrühe auf den Tisch mit integrierter Kochplatte gestellt. Die Zutaten (Fleisch, Fisch, Pansen, Würstchen, Gemüse, Pilze und Nudeln) fahren in kleinen Schälchen auf einem integrierten Fließband an den Plätzen vorbei. Jeder greift sich einfach das herunter, worauf er gerade Lust hat. Danach wollen wir eigentlich nur noch schlafen, geht aber nicht! Es ist um das Hotel super laut wegen einer nächtlichen Anlieferung zu einer Baustelle und weil wir, wohl der Akklimatisierung geschuldet, einfach nicht schlafen können. Nach der Nacht ist vor der Nacht!

Keine Angst es gab auch genügend Bekanntes und Gemüse zu essen.
Reisen bildet!

Als „dritter Pol“ der Erde wird die Hindukusch-Himalaya-Region zusammen mit dem Tibetischen Plateau bezeichnet, da dieses Gebiet nach der Arktis und Antarktis die weltweit größten Eis- und Süßwasserreserven außerhalb der Polarregionen beherbergt. Auf rund 5 Millionen Quadratkilometern verteilen sich zehntausende Gletscher und große Permafrostflächen. Die Gletscher speisen zehn der wichtigsten Flüsse Asiens (darunter den Indus, Ganges, Mekong, Jangtsekiang und Gelben Fluss). Als wir über die Gebirgskette flogen, haben sehr viele große und sehr breite Flussläufe sehen können.
Das Gebiet Yushu liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von über 4.200 Metern über dem Meeresspiegel. Die Region beherbergt die Quellen der drei mächtigsten Ströme Asiens: den Jangtse, den Gelben Fluss und den Mekong. Weil das Eis dieser Region die Lebensgrundlage für weit über eine Milliarde Menschen flussabwärts sichert, steht das Ökosystem rund um Yushu (zu großen Teilen geschützt im Sanjiangyuan-Nationalnaturreservat) im absoluten Fokus der weltweiten Klimaforschung zum Dritten Pol.
🍺Buy us a Beer! 🍺
Vielen lieben Dank an Dominik für unser erstes Kaltgetränk in China, welches sich dann aber als belgisches Bier herausstellte. War aber sehr lecker! Herzlichen Dank an meine Schwester Karin, die wohl auch eher Fernweh als Heimweh verspürt und gut nachvollziehen kann, wie lecker ein Glas Wein oder Bier nach einem anstrengend Tag sein kann.
Karin
Hallöchen ihr lieben verrückten Vagabunden,
ihr beide auf dem Flügel, wie geht das denn❓️
Ihr seid irgendwie verrückt nach mehr.
Hatte gerade von euch gesprochen, dass ihr schon über 1 Woche fort seid. Man macht sich ja doch Sorgen, wenn man nix von euch hört. Kaum ausgesprochen,
folgt eine Nachricht von euch. Erleichterung macht sich breit….
Gespannt lese ich euren ersten Bericht, nur gut, dass ich nur in Gedanken mitradl. In meinem Alter ist das alles für mich zu anstrengend und nervenaufreibend und bewundere euch…
Ab 500 Meter jabse ich schon nach Luft und stöhne.
Jetzt weiß ich endlich, wie deine Schwester heißt. „Karin“ sind fast alle nett, lieb, ein bisschen verrückt und den Schalk im Nacken.
Ich muss gleich nochmals euren Bericht lesen und googeln, wo ihr genau seid..
Haltet euch und ruht euch ausgiebig aus.
Bis bald und bleibt gesund
Herzlichst Karin aus Hamburg🤗🍻🍺🚲🚲🌞🫶
Anja
Hallo Ihr Lieben, das sind ja schon einmal tolle erste Eindrücke.
Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht 🤗🚴🚴
Ansonsten wünsche ich Euch weiterhin guten Appetit 😀
Ganz liebe Grüße
Anja 😘
Glorypedalling
Hallo Anja! Wir haben noch zwei Tage um fit zu werden. Die Höhe ist schon sehr belastend und wir kommen ziemlich schnell außer Atem, aber es hetzt uns ja keiner 😂. Die Menschen sind sehr nett und wir freuen uns auf das, was kommen mag!
Anne
Hallo ihr zwei, ein erster toller Bericht von eurem Abenteuer! Liebe Grüße aus der ehemaligen Heimat 😊
Glorypedalling
Dankeschön liebe Anne! Noch zwei Akklimatisierungstage dann geht es richtig los 💪