Bei -9°C loszuradeln, ist nicht unser favorisierter Plan. Wir haben zwar eine dicke Jacke und langes Unterhemd dabei, aber auf Dauer, sind wir dafür nicht ausgerüstet. Zumindest an den Füssen und Händen könnte es grenzwertig werden. Deshalb mussten wir eine Lösung finden.

Unsere Hotelier in Sêrxü war ein unglaublich hilfsbereiter und gastfreundlichen Typ. Mit vielen Fragen und Ideen, wie man uns transportieren könnte, hat er tatsächlich einen Transporter für uns und unsere Räder besorgt. Pünktlich wie vereinbart stand der Fahrer vor der Tür und schnell packten sie unsere Räder auf die überdachte Ladenfläche. Kurze Zeit später ging es ins 307 Kilometer entfernte Garze/Ganzi. Und von dort zwei Tage später weiter nach Litang.

Die Fahrten waren zwar lang, aber angenehm, denn unsere Augen und Sinne waren beschäftigt.

Auf 4200m Höhe
Tausende von Yaks unterwegs
Typische Architektur von Wohnhäusern
Traditionelle Kleidung
Nomaden in ihren Zelten, aber immer noch auf weit über 3500m Höhe
Hochebene zw. Sêrxü und Garze
Eines der vielzähligen Klöster unterwegs

Die Fahrt nach Litang war ein kurvenreiches Spektakel, fast immer am Yolang Fluss entlang. Wir starteten extra früh, da auf der Strecke eine  Straßensperrung zu erwarten war. Diese konnten wir zwar zeitlich umgehen, aber dafür standen wir einige Zeit später dennoch für zwei Stunden wegen einer weiteren Sperrung. Da die Heizung im Auto anscheinend nicht ging, saßen wir eingepackt wie Eskimo mit eisig kalten Füssen. Kein Spaß, wir waren froh als endlich die Sonne über die Bergspitzen kroch. Im Auto spielte das Radio permanent tibetische Predigten, unsere Fahrer rezidierte seine eigenen Gebete. Anfangs ging es, es war alles ein melodischer Singsang. Irgendwann hörte er ständig sein Smartphone ab uns hörte sich ellenlange Sprachnachrichten von zig verschiedenen Personen an und wurde dabei immer langsamer. Im Radio wurde wohl auch der Prediger ungehalten über die Sprachnachrichten und wurde sogleich unmelodischer, er war wahrscheinlich auch von dem „gesabbel“ genervt. Sechs Stunden und  270 km später erreichten wir Litang. 

Morgen gehts endlich wieder aufs Rad!

🍺Buy us a Beer! 🍺

Herzlichen Dank an Sandra und Olli! Eine tolle Unterstützung von euch 🤗