30 Kilometer nur bergauf zu fahren ist schon mal eine Hausnummer. Von 3800m Höhe auf 4600m Höhe erst recht, aber dann noch Gegenwind ist nicht wirklich fair. Aber uns hat ja keiner gefragt! 7 Stunden haben wir inklusive Pausen dafür benötigt. Dementsprechend stolz und auch ausgelaugt kamen wir an der Spitze an.

Das Problem am Gipfel war nicht unbedingt die Höhe, sondern der Menschenauflauf der sich um uns versammelte. Jeder wollte sofort ein Foto, wir alleine, wir und eine Frau, wir mit einem Pärchen, wir mit Kindern, wir und noch ein Herr…..Hilfe wir benötigen erst einmal Luft. Ein weiterer Fotograf forderte uns sofort auf mitzukommen, denn wir waren am „Rabbit Mountain“ angekommen und da muss man unbedingt ein spezielles Foto machen. Der Marathon geht weiter, wir mit dem Hasenkopf und seiner Frau, wir und der Hasenkopf mit ihm, wir der Hasenkopf und einer Familie und dann endlich mal ein Foto für uns, nur der Hasenkopf und wir! Schluss, wir wollen nicht mehr.

Da wir ja auch zur Abfahrt Gegenwind zu erwarten hatten, zogen wir uns im Zwiebellook dick an. Die nächsten 15 Kilometer ging es abwärts und eigentlich sollte dann ein Hotel kommen. Aber weit und breit nichts. Die einzige Behausung, schien leer zu stehen. In die nächste Stadt waren es 40 Kilometer und davor nochmals 15 Kilometer bergauf. Dies hätte bedeutet, wir kommen nicht bei Tageslicht an. Zelten keine Option für uns, weil wir minus Temperaturen und eisigen Wind haben. Somit blieb nur, Daumen raus und hoffen. Es benötigte ein paar Anläufe bis tatsächlich ein LKW hielt und uns mitnahm. Als wir die Strecke vom LKW aus sahen, waren wir froh, dass er uns mitgenommen hat. Tolle Landschaft, aber absolut kein Windschutz mehr.

Tags darauf radeln wir nur 30 Kilometer und zudem meist bergab, kommen aber dennoch nicht weiter. Wir müssen ständig anhalten, um Fotos zu machen. Stunden später kommen wir in Daocheng an und genießen eine nette Kleinstadt.

Haben wir eigentlich schon mal über Geld gesprochen? Wozu auch, hier in China geht alles über ein Bezahlsystem Namens WeChat oder AliPay. Bisher haben wir nur einmal Geldscheine in der Hand gehabt. Jeder kleine Marktstand hat einen QR-Code über den man bezahlt. Selbst wenn es nur Cent-Beträge sind, wird darüber abgerechnet. Wir finden es großartig kein Geld in der Tasche haben zu müssen. Es gibt uns schon eine gewisse Sicherheit. Sicherheit ist jedoch auch ein Stichwort, China ist ein sehr sicheres Land und das gefällt uns sehr gut. Natürlich gibt es Ecken die man nicht betreten sollte, aber grundsätzlich fühlen wir uns hier sicher.

Etwas kurios finden wir allerdings, dass selbst Bettlerinnen nicht mehr auf Bargeld spekulieren, sondern uns gleich ihren Barcode als Bezahlfunktion  entgegen halten.

Unsere tägliche Routine ist meist Stunden hinauf radeln, Serpentine um Serpentine. Bis wir abermals auf 4600m Höhe ankommen. In Shangri-La (Daocheng) machen wir eine kleine Pause, wir sind müde und genießen nun zwei Tage das schöne Wetter und Nichtstun. Auf unseren bisherigen Weg fanden wir sehr spannend, wie sehr sich in den letzten zwei Wochen die tibetische Architektur verändert. Die Fragen, die für uns offen geblieben sind, weshalb bauern sie so riesige Häuser und wie können die Menschen es finanzieren?

🍺Buy us a Beer! 🍺

Vielen lieben Dank an Alex und Geli!  Herzliches Dankeschön an unseren Andreas!

Und zum Schluss:

Alles geht!