
Heute haben wir festgestellt, es gab noch nicht eine Sekunde in der wir uns unwohl, bedrängt oder hilflos gefühlt hätten. Egal ob in der Großstadt, im Dorf, auf dem tipetischen Hochplateau, unter vielen oder wenig Menschen, es gab immer Hilfe, überall. Wir verstehen kein Wort, selten spricht jemand englisch aber mit der Übersetzungs-App klappt es hervorragend. Hinzu kommt, dass einem alles so leicht gemacht wird, alles geht und funktioniert irgendwie.
Wir sind mehr als überrascht wie sehr es uns in China gefällt und wie wohl wir uns fühlen. Von zwei weiteren Langzeitradreise-Paaren hatten wir bereits gleiches gehört, aber niemals mit so einem Wohlfühlgefühl gerechnet.


Nach drei Tagen verlassen wir Lijiang. Es ist eine sehr schöne alte Stadt, mit tollen Gassen und Gebäuden. Die Läden in den Gassen sind allerdings nur auf Touristen ausgelegt. Bevor wir weiter fahren, möchte wir noch näher an den Gebirgszug Jadedrachen-Schneegebirge heran fahren, den wir von der Altstadt aus sehen. Um nicht das große Touristenprogramm buchen zu müssen, entscheiden wir uns für einen Panoramazug und dann noch für eine weitere Busfahrt. An der Mittelstation angekommen, drängeln wir uns mit Tausenden um einen See und kämpfen um die besten Fotoplätze. Irgendwann fällt uns auf, dass eigentlich alles, bis auf das Gebirgsmassiv, künstlich angelegt ist. Uwe wird es zu viel und wir haben Hunger, deshalb fahren wir wieder zurück.
In unserer Unterkunft ist man sehr bemüht um das Wohlergehen der Gäste. So bekommen wir auch eine Nachricht, dass es ein Abendprogramm gibt. Frei aus dem chinesischen übersetzt:
🌙 Der Moment des leichten Rauschzustands · Eine herzliche Erinnerung
Die Abendluft ist sanft, und ein kleines Glas Wein eignet sich hervorragend dafür.
Ein leichtes Trinkvergnügen, um die Stimmung zu entspannen – bitte nicht übermäßig trinken!
Zwischen 19:00 und 21:00 Uhr bereiten wir für Sie Bier und Cocktails zur Erfrischung vor.
Achte nach dem Trinken auf Sicherheit, ruhe dich sorgenfrei aus – und wünsche dir eine lange, erholsame Nacht! 🌜


Nun befinden wir uns auf dem Weg nach Dali und haben am Donnerstag einen wirklich richtig tollen Radtag erlebt. Wir sind fast permanent auf kleinen Wegen gefahren und erlebten sehr ursprüngliches Dorfleben. Die Menschen sind anscheinend größtenteils Bauern, denn ein Feld reiht sich ans nächste. Zuerst bepflanzt mit Mais, der zurzeit geerntet wird. Die Kolben werden per Hand gepflückt und dann zum trocken in die Häusereinfahrten gelegt. Der Rest der Maispflanze wird ebenfalls per Hand geerntet und dann zu kleinen Betrieben transportiert, die die Pflanzen hexeln. Später kamen dann die ersten Reisfelder dazu, die im Moment neu bepflanzt werden. Per Hand, Reiskorn für Reiskorn.




Die Häuser sind, wie bereits schon weiter nördlich in Sichuan bemerkt, unglaublich groß. Es sind definitiv Wohnhäuser, aber zumeist mit zwei Stockwerken und unheimlich viel Platz. Oft sieht man, dass das obere Stockwerk komplett leer ist. Jede ländliche Familie in China hat ein gesetzliches Anrecht auf ein sogenanntes Hof- oder Bauland (Zhaijidi) von der Dorfgemeinschaft – und das meist kostenlos und ohne Grundsteuer oder jährliche Gebühren. Da das Grundlegendste (das Land) nichts kostet, investieren die Familien ihr Erspartes komplett in die Größe und Höhe des Hauses. Ein großes Haus wird vorausschauend für die Zukunft geplant – etwa für die Heirat der Söhne, damit die künftige Schwiegertochter und die Großeltern unter einem Dach Platz finden oder das Haus bei einer späteren Trennung der Haushalte (Fenjia) aufgeteilt werden kann. Ein großes Eigenheim gilt als das stabilste Investment für die Bauern überhaupt.

Der nächste Tag war es eher ein Transittag! Zumindest die ersten 40 Kilometer, die wir bergauf bei wenig Abwechslung erarbeiten. Wir strampeln ordentlich hoch und bekanntlich hat man dann auch mal eine tolle Aussicht. Tief unter uns liegt eine weit offene Ebene, mit einer riesigen Tagegebau-Abbaufläche. Schöner ist es dann zur Abfahrt ins nächstgelege Tal, Richtung Dali. Wir kommen aus dem Gebiet des Volkstammes der Naxi und fahren nun ins Gebiet der Bai. Erkennbar für uns nur an der Tracht der Frauen mit ihren speziellen Hüten. Sehr schick sehen sie alle aus.







🍺Buy us a Beer! 🍺
Lieben Dank an Carmen und ihre drei Männer! Ganz lieben Dank an die Ex- New Yorker – Marco, Jess und Adrian 😘
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