
Was für eine Fahrt in Richtung Dali! 47 km entlang des Erhai Sees auf einem Radweg. Angelegt wie eine Parkanlage, wunderbar gepflegt und toll bepflanzt. Ab und zu kommen ein paar Hotels und Geschäfte, dann fährt man wieder im Grünen entlang. Manche Abschnitte teilen wir uns mit hunderten chinesischen Touristen, andere wiederum mit nur ein paar Rennradfahrern. Genußradeln pur.


Alles ist auf den langen Kilometern durchdacht und für alle Bedürfnisse bereit gestellt. Überhaupt, finden wir vieles in China unheimlich praktisch und geschickt gelöst. Einen Park anzulegen über 47 km am besten Platz, nämlich entlang des Sees, zeugt schon von einer tollen Planung. Es hätten ja auch am Ufer entlang nur Hotels stehen können. Somit kommen wir entspannt in Dali an. Auch Dali ist für seine Altstadt (je nach Definition zw. 600 bis über 1200 Jahre alt) bekannt. Diesmal übernachten wir in der Neustadt und treffen damit eine gute Wahl. Die Altstadt ist sehr schön, aber gruselig voll, laut, hektisch und alles fühlt sich mega unenspannt an, deshalb suchen wir ganz schnell das Weite aus dem Trubel. Wir flüchten in die ruhigere Parkanlage des Chongsheng-Tempels und sehen uns die drei Pagoden an. Dort spricht uns ein junger Chinese mit sehr guten Deutschkenntnissen an, er hatte ein paar Jahre in Oldenburg studiert.


Seitenpagoden: Die beiden kleineren, später in der Song-Dynastie erbauten Pagoden nördlich und südlich sind jeweils etwa 42,19 Meter hoch und besitzen 10 Stockwerke
Es fällt uns demnach nicht so schwer, Dali wieder zu verlassen. Obwohl es eine Stadt mit 7.5 Millionen Eiwohnen ist, ist es mega enstspannt aus ihr heraus zu radeln. Weniger entspannt werden die ganzen Anstiege, die wir für die nächsten 1600 Kilometer vor uns haben. 58 Kilometer davon haben wir schon mal erledigt und kommen in Weishan an.

Geheimtipp – Weishan 巍山
Weishan gilt als Wiege und erste Hauptstadt des historischen Nanzhao-Königreichs und besitzt ein über 600 Jahre altes, schachbrettartiges Straßennetz mit gut erhaltener Holz- und Ziegelarchitektur aus der Ming- und Qing-Dynastie. Sie ist ruhiger und authentischer als Dali und Lijian und uns gefiel es hier sehr gut. Auch hier gibt es in den Geschäften, „Klüngelkram“, aber die Händler sind wesentlich entspannter und lassen uns in Ruhe schlendern. Schade, dass wir in Dali einen Pausentag eingelegt hatten, dies hätten wir mal lieber in Weishan machen sollen.



Die Altstadt von Weishan (巍山古城) war ursprünglich historisch von einer Stadtmauer und vier Stadttoren umgeben. Von der früheren Befestigung existieren heute nur noch der berühmte Nordturm -Gongchen-Turm / 拱辰楼 – sowie vereinzelte Reste der alten Nordmauer.

Die von der Frau genutzte Tragetechnik basiert auf der Tragestange, meist aus Bambus, (auf Chinesisch Biandan, 扁担), einem der ältesten und effizientesten Transportmittel der Menschheit. Diese Methode wird insbesondere im ländlichen China und auf traditionellen Märkten, seit Jahrtausenden genutzt.


Zwischen zwei Welten!

Die großen Tannenzapfen (genauer gesagt Kiefernzapfen), die wir in den Bergregionen rund um Dali und der Provinz Yunnan gesehen haben sind etwa zwei Faust groß, werden mechanisch zerkleinert oder aufgebrochen. Der Grund dafür ist die Gewinnung von Pinienkernen. Die großen Zapfen dieser Kiefernarten enthalten essbare, nährstoffreiche Samen – Pinienkerne.
Wenn die Zapfen im Herbst geerntet werden, sind sie oft noch geschlossen und sehr harzig.
Um an die Kerne im Inneren zu gelangen, werden die Zapfen getrocknet und gedroschen, zerdrückt oder mit speziellen Maschinen zerkleinert.
Die gewonnenen Pinienkerne werden in China massenhaft als Snack gegessen, geröstet oder zu Speiseöl weiterverarbeitet.
🍺Buy us a Beer! 🍺
👍 Ein herzliches Dankeschön an Christiane und Thomas M. 👍
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