Du musst einfach mal nachgeben!

Jeden Vorabend planen wir mit Dir unseren nächsten Tag. Du gibst uns oft die Richtung an, in die wir fahren wollen und wir halten uns daran. Manchmal ist uns bereits am Vorabend bewusst, du stehst uns im Weg, wirst uns einen schweren Tag bereiten und dennoch klagen wir nicht. Selten überrascht du uns in positiver Weise. Zumeist änderst du morgens oder einfach auch tagsüber deine Meinung. Aber heute ist mal genug! Du hattest uns die letzten beiden Tage versprochen, du näherst dich uns zwar stürmisch und kalt, aber durchaus vorantreibend. Du hattest genug Zeit, dich freundlich mit uns zu stellen, dies hätte dein Tag werden können, hättest du nur dein Versprechen eingelöst. Du Wind, du musst nun einfach mal nachgeben und uns nicht ständig von vorne attackieren!!!

Es war also kalt, stürmisch und es gab Frontwind! Da wir nicht so genau wussten, wie weit wir fahren könnten, ließen wir den Tag auf uns zukommen. Uwe sagt immer “ der Weg hält eine Lösung bereit“ und tatsächlich, die gibt es immer. Unsere Strecke ist zwar nicht mit steilen Bergen versehen, aber die Straße schlängelt sich durch den Wald hoch und runter. Kleine Dörfer, welche auf unserem Navi zu sehen sind, entpuppen sich als “ Einhausdorf“. Gut zu wissen, dann können wir uns auch besser vorbereiten ob der Versorgung. Da wir versuchen die kleinen Nebenstrecken zu fahren, sind wir relativ alleine unterwegs und das freut uns natürlich besonders, denn dann bleibt mehr Raum für die Landschaft und ein Rundumblick. Wir können eine kleine Strecke entlang eines See fahren und freuen uns an der schönen Bebauung. Die Häuser haben fast alle eine Veranda, welche das komplette Haus umrundet. Hatten wir schon erwähnt, wir würden so gerne hier bleiben? Wir hätten bereits die Qual der Wahl ob unseres bevorzugten Wohnsitzes, so viele tolle Ecken gibt es hier.

Wir beschließen ca 20 km bevor wir den nächstgelegenen Campingplatz erreichen, dass wir doch weiter bis nach Launceston fahren. Einen Zeltplatz würden wir dort finden und sollten wir Lust auf ein Hotel haben, gibt es in der zweitgrößten Stadt auf Tassie die besten Möglichkeiten. Dem Wind trotzend, fahren wir nun auf der Hauptstraße in Richtung Stadt. Der Verkehr nimmt zu und wir konzentrieren uns auf unseren Weg. Plötzlich hält ein Auto vor uns und eine Dame steigt aus! Sie fragte uns, ob wir denn bereits eine Unterkunft für die Nacht hätten? Nein, bis jetzt noch nicht! Ihr Name sei Vicky und sie ist ein Mitglied bei Warmshowers. Wenn wir Lust hätten, können wir bei ihr übernachten! Sie hätte erst heute morgen drei Radlerinnen verabschiedet und würde sich freuen, wenn wir vorbei kommen wollen. Sie schreibt uns Ihre Adresse auf und fragt uns beim einsteigen ins Auto noch „esst ihr Fleisch?“. Was für eine herrliche Frage, ja sagen wir, wir essen alles!

Wir freuen uns über diese wunderbare Einladung so sehr, dass wir es nicht in Worte fassen können. Wie Engel erscheinen uns Vicky und ihr Mann Malcolm. Sie bereiten uns noch ein tolles Essen, bevor sie uns in ihrem Haus alleine, lassen, da sie selbst eingeladen sind. Es überwältigt uns einfach und wir hoffen so sehr, dass wir all diese Herzenswärme irgendwann wieder zurück geben können.

You both are amazing, and we will always remember you as our „road angels“. Many thanks! 🙂

Vicky und Malcolm verkaufen am Markt Eingemachtes, das sie selbst herstellen und dort haben wir sie am Samstagmorgen, bevor wir weiter fuhren, noch besucht und uns herzlich verabschiedet. Denn als wir aufwachten waren sie schon wieder verschwunden.

Happy life 😊

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