Radfernweg Venedig-München

Auf dem Eurovelo 8 ging es für uns weiter Richtung Venedig. Wir waren sehr überrascht, wie voll es auf den Küstencampingplätzen immer noch ist. Die Hauptsaison ist doch vorbei, dicht gedrängt stehen die Camper auf den Plätzen und die Bars und Cafés sind alle gut besucht. Auf einem Campinglatz in Caorle bekamen wir auch gleich einen Platz am Strand mit dazu. Sonnenschirm Nr. 89 incl. 2 Liegen. Hier wird auch das erste Mal auf unserer Reise, Fieber vor dem Eintritt auf den Platz gemessen. Wir haben Beide 34.8°!??! Bei einer Umgebungstemperatur von ca 33°, Sonne und Hitze und einer Tour von 90 km erscheint uns eine Körpertemperatur von 34.8° ziemlich „plausibel“ und dass wir Beide auch noch die gleiche Temperatur aufweisen, bestätigt die „richtige Messung“. Hauptsache die Anweisung wurde befolgt, auf Plausibilität wird nicht geachtet! Ganz wohl fühlen wir uns damit nicht und sind froh, dass wir auf dem Rad unsere Ruhe und Abstand haben. Hier müssen wir auch noch erwähnen, dass die Radwege besser wurden und wir viele kleine verkehrsarme Straßen nutzen konnten. Da hat das Radeln richtig Spaß gemacht! Irgendwann ging es dann weg von der Küste, da wir nicht nach Venedig wollten, sind wir Richtung Treviso abgebogen.

Unsere Liege blieb frei.

Das ist unser Geheimtipp. Eine sehr schöne Stadt mit viel Leben, Cafés, Ristorante, Osteria, Pizzeria. Wir übernachten etwas außerhalb in einer schönen Agriturismo Unterkunft, das sind kleine Landgasthöfe oder Bauernhöfe, in Italien. Bis dahin fahren wir immer am Fluss Sile in der venezanischen Ebene. Am nächsten Tag, als wir Treviso bereits einige Kilometer hinter uns gelassen haben, überholen uns ziemlich viele Rennradfahrer, was oft ein Zeichen auf Hügel oder Berge ist. Genau so ist es auch hier in Italien, die Hügel kommen. Das Wetter und die Sonne bei 30-35° trägt zudem dazu bei, das wir gut ins schwitzen kommen und das ist gut so.

Leider teilen wir uns den schönsten Strassenabschnitt mit unzähligen Motorrädern. Dies bedeutet einerseits, es geht in schönen Serpentinen bergauf, andererseits sind wohl viele dabei, die nicht alt werden wollen. Es wird einem schwindelig beim Zusehen und Zuhören wenn sie ihre Motorräder auf Touren bringen und die Kurven schneiden. Bei erlaubten 50km/h mit 150km/h durch die Ortschaften zu düsen, ist schon ziemlich ignorant. Und für uns bedeutet dieses immer auf der Hut zu sein, um möglichst die Kurve bereits hinter uns zu haben, wenn der nächste angerauscht kommt. Ganz nebenbei bemerkt ist die Lärmbelästigung in den engen Tälern fast unerträglich, für die Anwohner muss es eine Katastrophe sein.

Wir freuen uns, als wir am Lago di Santa Croce einen schönen Campingplatz finden und sind nach ca 80km auch bereit für unser Tagesbier und eine Tüte Chips. Das Kochen fällt danach aus, dazu sind wir zu faul, es gibt anstatt Nudeln mit Paprika, die Paprika auf’s Brötchen. Guten Appetit!

Sonntag lassen wir es gemütlich angehen, wir haben nur 25 km zu fahren. Es soll die nächsten zwei Tage regnen und da wir die Berge bis auf 1700 Höhenmetern erklimmen müssen, fahren wir erst am Dienstag weiter. Wir bleiben in Longarone, ursprünglich im Jahre 1190 das erste Mal in den Geschichtsbüchern erwähnt, ist der Ort dennoch nicht alt. Durch einen gewaltigen Erdrutsch in einen Stausee und die daraufhin ausgelöste Flutwelle wurde Longarone 1963 völlig zerstört und fast alle seine Bewohner getötet. Nur ein kleiner Kirchturm blieb standhaft. Na, wird schon gut gehen, solange wir hier sind.

Radfahren macht Spaß😂😂😂. Selfie sind nicht so Uwes Sache!!!😉
Wer es noch nicht gesehen hat, so wird heute auf flachen Feldern Wein geerntet. Es ist faszinierend zuzuschauen wie schnell die Maschine die Trauben abschüttelt und dabei viele Hände ersetzt und durch die Rebstöcke saust. Ernteromantik war gestern!

Wir befinden uns in einem Weinanbaugebiet und kommen nicht daran vorbei, diesen auch zu testen. Die schönste Entdeckung sind Zapfhähne im Supermarkt! Wie in Gastwirtschaften hinterm Tresen das Bier gezapft wird, kann man im Supermarkt Wein selber zapfen. Weiß oder Rot von jeweils drei verschiedenen Rebsorten. Gekühlt und super lecker. Italien ist schön!

3 Gedanken zu “Radfernweg Venedig-München

  1. Heidi Woith-Zoschke

    Tja, die Motoradfahrer in Italien, mein Bruder wohnt am Gardasee und hat deshalb das Radfahren aufgegeben. Es gibt dort sehr viele Unfälle, viele tödlich.. Na, ihr seid ja aufmerksam.
    Alles gute nochmal und lieben Gruß von Heidi

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s