Utah: Canyon-Hopping!

Es fühlt sich an, als ob alle Worte bereits verwendet wurden. Mind-blowing! Unglaublich, fantastisch, surreal, grandios, traumhaft, märchenhaft, bizarr und sagenhaft. Jeder Tag ist so sehr besonders. Wie privilegiert wir doch sind, soetwas erleben zu dürfen. Dies vergessen wir an keinen unserer Tage!

Es geht allerdings stetig bergauf und bergab. Und 1000 gefahrene Höhenmeter sind keine Seltenheit.  Die Umgebung wechselt von Mondlandschaft zum Mars oder erneut in ein bewaldetes Gebiet. Ortschaften sind anfangs selten und wenn dann oft sehr klein und ohne Einkaufsmöglichkeiten. Im Dixi National Forrest State Park müssen wir über einen Berg der uns eigentlich kurz vor dem Gipfel einige Campingplätze bescheren sollte, die aber leider alle bereits geschlossen sind. Diese Plätze sind Selbstregistrierungsplätze, es ist niemand vor Ort der zuständig wäre. Grundsätzlich hätte es uns also nicht gestört, dass sie bereits geschlossen wurden, aber leider hat man auch das Wasser abgedreht, das ist dann schon eher ein Problem. Der Grund für die Schließung sind die ersten Nachtfröste und mögliche Schneefälle. Es ist immerhin 3000m hoch. Somit müssen wir über den Gipfel und noch weitere Kilometer in den nächsten Ort mit einem kleinen Laden. Diese Lädchen sind manchmal nur mit Überlebens-Dosenessen ausgestattet, aber immerhin Essen! Am folgenden Tag erleben wir eine der spannendsten Straßen. Links und rechts fällt das Gelände viele Meter bergab und dazwischen die zweispurige Straße. Wir sind froh, dass nicht viel Verkehr ist, denn da will man ja schon eher die Mitte der Straße zum Befahren nehmen. Nach ca drei Kilometer fällt die Straße steil bergab in einen weiteren Canyon, dem wir ca fünf Kilometer durchfahren, bis wir wieder steil berghoch aus dem Canyon hinaus müssen. Anstrengend bei 10-12% Steigung, aber wieder einmal atemberaubend. Die Menschen um uns, zumeist Touristen, feuern uns aus ihren Autos an, go go go. You are our heroes. Ein besonderer Spaß war es allerdings,  dass es uns gelang einige gelegenheits Mountain Biker am Berg zu überholen. Manche treffen wir auf dem nächsten Parkplatz wieder und sie wollen alles über uns wissen. Auf dem letzten Anstieg überholten uns auch Gordie und Bev mit ihrem Wohnwagen, sie haben wir bereits zwei Tage zuvor vor einem Supermarkt kennengelernt. Auch sie trafen wir am Gipfel, sie hatten extra auf uns gewartet. Wir haben uns einige Zeit unterhalten und Gordie erzählte uns, dass er mit 8 Jahren bereits in der Schule einen kleinen Brief an die vor ihm sitzende Bev geschrieben hatte! Er fragte nicht, „Willst du mit mir gehen“, er meinte es ernster, denn er fragte sofort „Willst du mich heiraten“? Gordie saß vor Aufregung mit schwitzigen Händen in der Schule und Bev erzählte uns sie hätte zumindest nicht gleich an diesem Tag geantwortet. Nun sind sie seit 48 Jahren verheiratet. Was für eine tolle Geschichte. Zudem haben die beiden uns am Abend eine leckere Pizza spendiert, die wir voller Genuss gegessen haben.

Bev und Gordie! Ein wundervolles Pärchen!

Erneut auf der Spitze eines Hügels treffen wir Kai und Sarah mit ihrem Hund Vinnie, unterwegs in ihrem Landrover, den sie von Hamburg nach Kanada verschifft haben. Sie sind auf dem Weg nach Argentinien und könnten sich dafür vier Jahre Zeit lassen. Da wir einen kurzen Radtag haben können wir uns ausgiebig mit ihnen unterhalten und uns Zeit lassen. Wir würden uns freuen, wenn wir sie in Mexico nochmal treffen könnten. Sie werden wohl auch eine längere Pause auf der Baja California einlegen.

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Sahra und Kai

Am Abend finden wir einen tollen Campingplatz in Tropic, toll ist für uns bereits, wenn es eine Grasfläche ist auf der wir unser Zelt aufstellen können. Dort treffen wir auf Avry aus Colorado. Er ist mit dem Auto unterwegs, in dem er auch schläft und wir beschließen gemeinsam auch den nächsten Campingplatz in Bryce Canyon zu teilen. Wie immer haben, wir ein paar Höhenmeter zu erklimmen bis wir ankommen. Am Nachmittag fahren wir gemeinsam zu einer kleinen Wanderung in den Bryce Canyon und sollten wir bisher noch nicht sprachlos gewesen sein, dann allerdings jetzt.

Avry! 👍a very nice Guy

Den Campingplatz buchen wir gleich für zwei Tage mit Verlängerungsoption. Es soll am Mittwoch, 21. September, den ganzen Tag regnen. Da wir noch eine längere Wanderung im Bryce Canyon vorhaben, macht Regen keinen Sinn. Am Regentag müssen wir bis zum frühen Nachmittag im Zelt ausharren, da es kein entkommen gibt. Unser Zelt wird ein wenig überschwemmt und durch den sandigen Boden auch völlig verdreckt. In einer Regenpause flüchten wir uns in den Waschsalon um mal wieder Wäsche zu waschen, Steckdosen zum Laden unserer Geräte zu benutzen und um diese Zeilen zu schreiben. Avry bleibt in seinem Auto auch noch einen Tag länger. Eine kurze Regenpause lässt uns Zeit um unsere Heringe des Zeltes nachzuspannen und das Vorzelt zu säubern. Heringe nachspannen war eine gute Idee, Vorzelt reinigen eher nicht, denn beim nächsten heftigen Schauer, bemerken wir einen kleinen Bach, der durch unser Zelt seinen Weg sucht. Wir bleiben zwar im Innenzelt relativ trocken aber hatten erst ein einzige Mal, nämlich in Australien, so einen heftigen Regenschauer im Zelt erlebt. Dramatisch ist, dass der heftig prasselnde Regen nach Kaffe und Bier, Uwes Blase anregt! Keine gute Situation für ihn aber Erheiterung für mich 🙂

Am nächsten Tag müssen wir drei Stunden das Zelt reinigen und wieder trocknen! Danach machen wir eine der besten Wanderungen ever durch den Bryce Canyon!

Natur pur!

8 Gedanken zu “Utah: Canyon-Hopping!

  1. Maja

    Hallo Ihr, toller Bericht und grandiose Bilder.
    Unglaublich, dass Ihr immer zwischendurch noch die Energie für diese Berichterstattung habt. Respekt! Weiter so, ich wünsche euch eine gute Fahrt und tolle Erlebnisse! Liebe Grüße Maja

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  2. Andy Ringe

    Ich folge euch seit dem ihr los seid
    Du schreibst eure Ereignisse und das was ihr erleben dürft so wunderbar auf !
    Ich freue mich immer riesig wenn ein neuer Bericht eintrifft ! 🤗
    Weiter so und danke das ich an eurer Traumhaften Reise teilhaben darf
    Gruß Andy aus Handeloh

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    1. Hallo Andy! Vielen Dank für deinen netten Kommentar denn wir freuen uns immer riesig, wenn wir Rückmeldung bekommen!
      Diese Tour ist tatsächlich traumhaft in jeglicher Hinsicht. Landschaftlich aber auch Dank der wundervollen Menschen die wir kennenlernen! Bleib gerne weiter dabei, manchmal dauert es nur leider etwas länger bis zum nächsten Bericht, wir haben nicht immer gutes WLAN zur Verfügung. Herzliche Grüße aus Utah, Sabine und Uwe

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