cycling the world | Der Radreiseblog

🇲🇦 Filmkulisse Marokko

Drei Hühner in der rechten Hand und das Smartphone am Ohr! Könnte es gegensätzlicher sein?

Es sind 10°C beim Losfahren, ein wenig Sonnenschein aber eiskalter Wind. Diesmal von vorne. In Aghbala geht es gleich so los, wie es den Tag zuvor aufhörte, steil nach oben. Es ist Mittwoch und anscheinend Markttag in Aghbala. Was für ein Gedränge zwischen Käufer, Verkäufer, Besucher, Hühnern, Ziegen und Schafen. Wo sollen wir nur zuerst hinsehen – wir befinden uns in einem Film – jeden Tag aufs Neue!

Nur 14 Kilometer trennen Europa von Afrika und wir sind jeden Tag in einer Welt, die gegensätzlicher zu unserem Leben nicht sein könnte. Jeder Tag ist mega spannend, denn jeder Tag in Marokko ist anders. Die Landschaft, die Menschen, die Geschlechterrollen, die Lebensbedingungen, die Dörfer und Städte. Als wir von unserem Vorhaben Marokko zu bereisen erzählt hatten, haben uns viele Menschen gesagt, wie toll sie das Land finden. Die Zeit, die wir anfangs an der Küste verbracht haben, ließ uns tatsächlich ziemlich nachdenklich über die Schönheit des Landes werden. Was habt ihr damit gemeint, ihr findet Marokko so toll?  Seitdem wir allerdings ins Inland und in die Berge abgebogen sind, wissen wir genau, was ihr damit gemeint habt. Marokko ist grandios schön.

Seit 5 Tagen radeln wir auf über 1800 – 2650 Metern Höhe und bevor es wieder in tiefere Ebenen gehen soll, wird uns nochmals so richtig kalt. Bei der Abfahrt kommen wir plötzlich in die Wolken, es beginnt zu regnen und die Temperatur sinkt auf 7°C mit immer noch Wind von vorne. Kurzzeitig wird uns wärmer, wenn wir eine kleine Rampe hoch fahren müssen aber sobald es bergab geht, zittern unsere Körper. Bei Regen anhalten um uns wärmere Sachen aus den Taschen zu holen, ist keine Option, dafür müssen wir warten bis wir einen Unterstand finden. Der ist irgendwann in einem kleinen Dorf bei einem Schlachter gefunden, oder ist es ein Cafe? Irgendwie wohl beides. Zum Glück reißt der Himmel zwei Stunden später etwas auf, sodass wir relativ gut nach Khenifra kommen. Dort legen wir einen dringend benötigten Pausentag ein, bevor es weiter nach Fes geht, bei weiterhin vielen Höhenmetern die zu bewältigen sind.

Schlachter oder Café?
Irgendwie von allem etwas
Die Landschaft wechselt hinter jedem Hügel.
Freundlicherweise schreiben sie die Schilder zweisprachig!
Was sehr hilfreich für uns ist. 🤪

Filmkulisse? Wir haben wirklich jedes Landschaftsbild gesehen – Berge, Hügel, Meer, Steinwüste, Sandwüste, karge Landschaft, üppig blühende Landschaft, Schluchten und Hochebenen. Städte Dörfer, Armut und Reichtum. Alt und Neu! Das Einzige, was wir vergeblich suchen, ist die Hitze vor der man uns gewarnt hatte. Am Morgen des 11. April  fahren wir bei 7° C in Richtung Fes. Es ist Regen angesagt und der erwischt uns noch für die letzten 10 km. Glücklicherweise müssen wir durch die Müllhalde eines Vorortes von Fes noch vor dem Regen. Drei Hunde laben sich an einem nicht näher definierbaren Kadaver, daneben brennt ein Haufen mit Plastik, währenddessen sich am Wegesrand der Müll türmt. Wir sind aber vor allem damit beschäftigt, auf dem rutschigen Lehmweg nicht zu stürzen. Nicht auszudenken, den Weg bei Regen fahren zu müssen. Wir hätten wohl doch besser auf der Hauptstraße bleiben sollen. Nach 62 km sind wir in der Altstadt/Medina von Fes angekommen und betreten diese über das berühmte Bab Boujeloud.

Bab Boujeloud
Das berühmte Blaue Tor von Fes ist seit 1981 UNESCO-Welterbe.

Die Marokkaner erstaunen uns wirklich jeden Tag. Immer ein freundliches Lächeln und ein ‚Bonjour‘ für uns. Auch wenn sie gerade mal grimmig ausschauen, werden sie dann angelächelt entspannen sie sich sofort und erwidern den Gruß. Meist haben wir den Eindruck, wir bräuchten nur den Arm zu heben und uns würde, wenn nötig, sofort geholfen werden.

Den Ventilator benötigte ich eher zum heizen
Apfelblüte im Hohen Atlas
Wie schaffen Sie das nur?
Sieht kühl aus? – Ist es auch!
Mobiles Café

Auch wichtig zu erwähnen – der Kaffee schmeckt überall ganz hervorragend!

🍺Buy us a Beer! 🍺

Julia & Yannik, herzlichen Dank, dass ihr uns unterstützt und immer noch mit uns reist.

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🇲🇦 Col de Tizi Tigherrhouzine – 2645 Meter

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  1. Anja

    …und wieder so tolle Fotos 🌝

    Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch in Fes 🌞😘

    • Danke Anja! Wir hoffen das Wetter wird besser! Gestern fast Dauerregen😬 aber wir hoffen auf die Wettervorhersage 🤗

  2. Spannender Bericht und tolle Fotos!

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