Man muss tatsächlich Zeit mitbringen um die Grenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren. Die Fahrzeuge werden ziemlich gründlich durchsucht und so mancher, mit voll beladenem Auto muss seine sorgsam gestapelten Koffer, Kisten und Taschen ausräumen. Da fällt das ausgeklügelte Packsystem schnell in sich zusammen. Nicht bei uns, wir müssen nur auf die Officer warten, die die Verpackungskünstler auseinander nehmen, damit sie uns mit einem freundlichen Lächeln weiter winken. Bis dahin waren wir beim Zusehen amüsiert und gut unterhalten.

Die Schifffahrt nach Spanien dauert 5 Stunden bei kaum Seegang und schon sind wir im Hafen von Motril. Am Montag, 20. April, geht es weiter in Richtung Granada. Nur 40 Kilometer aber diese permanent bergauf, es geht also so weiter, wo wir in Marokko aufgehört haben – aufwärts! Uwe, unseren Tourenguide, hat aber mal wieder ein Träumchen von Route kreiert und so lassen sich die Höhenmeter gut aushalten. Super schön ist es auf dem Weg nach Granada und überall duftet es nach Frühling. Die Orangenbäume haben Blüten und es duftet unglaublich intensiv, süßlich, blumig und leicht frisch. Ihr betörender, an Jasmin erinnernde Duft, ist ein wichtiger Rohstoff in der Parfümerie.

In Dúrcal steuern wir einen Campingplatz an und wir freuen uns endlich mal im Zelt zu schlafen. Zudem ist das Wetter so schön, dass wir bis spät abends vor dem Zelt sitzen können. Campingromantik!

Die letzten Kilometer nach Granada sind eine willkommene einfache und wenig anstrengende Tour von nur 30 Kilometer. Wir wohnen mitten im Zentrum und unsere Wahl hätte nicht besser ausfallen können. Gehen wir aus dem Haus, sind wir mittendrin in dieser quirligen Stadt. Die Alhambra haben wir uns nur von außen angesehen. Die ersten, Online zur Verfügung stehenden Tickets, hätte es in einem Monat gegeben. Evtl hätten wir spontan morgens Glück gehabt, aber auch von außen ist sie sehr imposant. Sie gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst, ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe. Die Burganlage ist etwa 740 m lang und bis zu 220 m breit. Die Naṣridenpaläste sind das Herzstück der Alhambra; die Alcazaba (Zitadelle) bildet das Bollwerk des Komplexes.

Granada

Alhambra vom Mirador de San Nicolás
Alhambra nur von der Ferne! Die nächsten verfügbaren Tickets gibt es wieder ab dem 28. Mai – so lange wollten wir nicht warten.
Kathedrale von Granada
Der Bau begann 1523 auf den Überresten einer Moschee und dauerte etwa 180 Jahre.
Basilika San Juan de Dios
Das Kloster Real Monasterio de San Jerónimo befindet sich im Zentrum von Granada
Die Kirche des Klosters
Capilla Real (Königliche Kapelle)
Sie wurde zwischen 1505 und 1517 erbaut und diente als Mausoleum für die Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón.
Im Hintergrund die Türme der
Capilla Real
Herein!

Über Granada gibt es ein bekanntes Zitat „Jede Stadt hat ihren Charme, aber Granada hat ihren eigenen und den des Rests [von Andalusien]“ von Antonio Machado. Wir können dem zustimmen, denn auch uns hat Granada sehr gut gefallen. Zufälligerweise treffen wir fast genau ein Jahr später Monika und Antonio wieder. Die beiden Schweizer sind mit dem Wohnmobil in der Nähe und kommen uns in Granada besuchen. Sie hatten uns auf unserer Tour nach Zentralasien 2025 in Luzern zu sich nach Hause eingeladen und wir blieben immer in Kontakt. Wir hatten einen sehr netten Abend und es gab, wieder viel zu erzählen. Wir sind immer wieder überrascht, wie klein die Welt ist und wie oft, wir fast unverhofft, liebe Menschen wiedersehen. Aber wie man weiß, „alle guten Dinge sind drei“, deshalb freuen wir uns schon auf ein Wiedersehen mit euch, Monika und Antonio!

Für uns ging es am 23. April dann weiter in nördliche Richtung, natürlich mit ordentlich Höhenmeter. Wir sind auf dem Weg nach Úbeda, um von dort nördöstlich nach Valencia zu fahren. Die Landschaft hat sich wieder sehr verändert, der abwechslungsreichen Vegetation bis Granada, folgt jetzt eine Monokultur mit endlosen Olivenbaumplantagen auf seichten Hügeln.

Übersicht unserer geplanten Route

Unseren Rädern uns uns geht’s gut! Läuft also! Eine, für manche völlig unwichtige Information wäre noch, wir fanden seit langem mal wieder einen Lidl. ✌️

Radlerfreude!

🍺Buy us a Beer! 🍺

Ein herzliches Dankeschön an Ralf N.