Hier schlägt das Herz für den Wein 🍷

Waren es vor ein paar Tagen noch die Olivenhaine Andalusiens so sind es nun die Weinberge in Castilla la Mancha. La Mancha ist das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Erde und liegt im Zentrum Spaniens, südöstlich von Madrid. Mit rund 450.000 Hektar Rebfläche in der Region erhält man hier Weine insbesondere aus der weißen Rebsorte Airén und der roten Tempranillo.

Die Landschaft ist toll aber wir fragen uns, hat Spanien die „Monokultur“ erfunden? Alles ist extrem, extrem eintönig bezüglich der landwirtschaftlichen Flächen, aber auch extrem lecker bezüglich Wein und Oliven! Deshalb genießen wir und schalten unsere Bedenken aus.

In den Bergen hat man grandiose Aussichten, aber da muss man auch erst einmal hochfahren.

Unsere Tage sind auch extrem. Manchmal ziemlich einsam auf Straßen die außer uns wohl nur sehr wenig Menschen fahren und die nächsten Kilometer wieder auf Hauptstraßen. Alles kommt aber immer zu seiner Zeit, denn manche Tage sind Genußradeln und andere eben um vorwärts zu kommen. Andere Reisende sehen wir im Moment nicht, wir sind wohl zu abseits der normalen Routen. In Venta del Moro finden wir mal wieder einen Campingplatz und schlafen bereits um 21:00 Uhr ein, da es am Abend ausgiebig regnet und wir früh im Zelt liegen „dürfen“. 

Die Dörfer durch die wir kommen, sehen am Tag so aus, als ob sie unbewohnt sind. Alle Rollläden sind unten und niemand ist auf den Straßen. Ebenso ist es in dem Bergdorf  Tramacastiel. Als wir dort ankommen, ist alles ruhig und auch hier hat man den Eindruck, es gibt keine Einwohner. Nachdem die Siesta, gegen 18.00 Uhr, beendet ist, hört man plötzlich Stimmen und das Dorf erwacht und die Plaza füllt sich. Was für eine Lebensqualität! Deren Siesta bringt für uns jedoch ein wenig mehr Organisation mit sich. Da wir zwischen 14:00 – 18:00 Uhr nicht mehr einkaufen können, müssen wir uns bereits frühzeitig für den Tag und Abend organisieren. Manchmal gelingt uns die Versorgung aber überhaupt nicht! Entweder liegen die Dörfer zu abseits unserer Strecke und/oder wir sind nicht in deren Siesta Zeitrahmen. Deshalb wären wir völlig unversorgt zum Feiertag am 1. Mai, aber glücklicherweise verkauft uns, ein am Vortag besuchten Café, ein Baguette. Somit haben wir zumindest trockenes Brot und Erdnusbutter.

Bergdorf Tramacastiel
Menschenleer während der Siesta – wohnt hier jemand?
Ja, abends erwachen die Ortschaften!

Der Ort Tramacastiel war für uns eine Sackgasse und somit rollen wir den nächsten Tag wieder bergab auf unsere ursprüngliche Route in Richtung Teruel und betreten dort die nächste autonome Gemeinschaft Aragón. Die ersten 30 Kilometer radeln wir durch einen Canyon. Felswände, die Nationalstraße N330, der Fluss Rio Turia samt ein paar Dörfer behaupten ihren Platz. Zum Glück fuhren wir die Nationalstraße am 1. Mai, der auch in Spanien ein Feiertag ist und somit hielt sich der Verkehr auf der engen Straße in Grenzen. Kurz vor Teruel trifft uns ein Regenschauer und wir können uns nicht erinnern, wann wir zuletzt im Regen geradelt sind. Glücklicherweise ist der Spuk 30 Minuten später wieder vorbei, denn wir haben 1000 Höhenmeter zu klettern und dies bei Regen wäre besonders übel. Obwohl wir immer an der Regenkante nach oben radeln, bleiben wir trocken.

Nationalstraße N330
Sind wir in Spanien? Es könnte auch Argentinien oder die USA sein.
1000 Höhenmeter zu klettern
Seit 30 Kilometern fahren
wir permanent hoch
Stundenlang hoch!
Nur noch 400 Höhenmeter. Juhuu!
Geschafft!
Regenkante!
Wir sind bester Laune obwohl wir schon ziemlich müde sind.

Wir suchen uns in Aguilar del Alfambra eine Unterkunft und nachdem wir eingecheckt haben, geht die Welt für ca 3 Stunden um uns herum im kräftigen Regenschauer unter. Wir sind mal wieder vom Glück verfolgt! Hier sind wir noch bis Sonntag zu finden! Wir und unsere Beine sind fertig!

🍷Buy us a (Beer) Wine! 🍷

Ein fröhliches Dankeschön an „The Schlüters“, dankeschön lieber Gerhard und lieben Dank an Armin.