cycling the world | Der Radreiseblog

🇨🇳 Nǐ hǎo – 你好 – Hallo

Die Landschaft, die Kultur und die Traditionen, alles verändert sich immer wieder. Plötzlich gibt es Mango- und Papayabäume, Bananenstauden und Teeplantagen. Wir sind in den Subtropen angekommen. Unverändert bleibt die Freundlichkeit der Chinesen, zu einem „Nǐ hǎo“ unsererseits, erwidern sie oft ein „Hello“ ihrerseits. Manchmal muss man die Menschen nur anlächeln und sie erwidern es mit ein Grinsen. Besonders schön ist es immer in kleineren Dörfern. Dort sind wir die absoluten Exoten.

Manchmal haben wir das Gefühl, es spricht sich rum, dass wir im Ort sind. Die Einheimischen reagieren häufig sehr liebenswert auf uns und oft gibt es jemanden, der uns Hilfe anbietet. Sei es um für uns zu telefonieren (sollte mal niemand im Hotel vor Ort sein), die Bestellung des Essens zu organisieren oder anderen Gästen erklären, wer wir sind. Dabei kommt es schon mal vor, dass plötzlich jemand vor uns steht, der ein paar wenige Brocken englisch spricht oder wie neulich im Restaurant die junge Chinesin Huang, die sich gut mit uns auf englisch verständigen konnte, denn schließlich ist sie die örtliche Englischlehrerin. Witziger Nebeneffekt: man hat extra die bestellten Gerichte nicht so scharf für uns zubereitet, so erklärte uns Huang, da wir ja evtl. die Schärfe nicht gewohnt sind. Am Tresen gab es dann jedoch Chilis zum nachwürzen, die wir uns geholt hatten. Da war das Gelächter von allen Beteiligten, einschließlich des Kochs, natürlich groß.

Ein etwas größeres Dorf. Hier sind wir natürlich Exoten und fallen bei jedem Schritt auf!

Essen mit Stäbchen ist eine Kunst für sich und ein paar Tipps sollte man beherzigen. Zuallererst die Stäbchen nicht zu verkrampft halten, denn das geht garantiert nicht gut. Wenn die Einmal-Stäbchen nicht exakt gerade sind, plage dich nicht weiter, nimm neue! Krumme Stäbchen zum Essen sind nicht zu Handhaben für uns. Alle Tischmanieren können getrost beiseite geschoben werden, wie z.B setz dich gerade hin und führe die Stäbchen zum Mund. Es tut dem T-Shirt, der Hose, dem Tisch und dem Fußboden besser, wenn du es genau umgekehrt machst, nämlich den Kopf in Richtung Essensschale zu senken. Zudem findet man in vielen Restaurants Sitzhocker, die eine Höhe von nur ca. 25cm aufweisen und der Tisch ist nur etwas höher, da kann man gar nicht aufrecht sitzen. Ein weiterer Rat wäre, vermenge nicht zu viel Flüssigkeit mit dem Reis! Zum Ende hin, wird es schwierig die Reiskörner aus der Schüssel zu fischen. Eine Suppe mit langen Nudeln schmeckt zwar lecker, ist aber für uns Langnasen eine echte Herausforderung, um sie mit Stäbchen zu essen. Deshalb vorher kein frisch gewaschenes Shirt anziehen – es lohnt sich garantiert, es erst hinterher zu waschen! Letzte Weisheit wenn nichts mehr geht: Frage nach einen Löffel!

Alte Tee-Pferde-Strasse 茶马道

Die Alte Tee-Pferde-Straße ist eines der faszinierendsten historischen Handelsnetzwerke Asiens. Oft als „Südliche Seidenstraße“ bezeichnet, erstreckt sich dieses Jahrhunderte alte System aus Pfaden und Bergwegen über extrem steiles Terrain durch Yunnan, Sichuan und Tibet.

Der Name beschreibt exakt das wichtigste Tauschgeschäft, das diese Route über mehr als tausend Jahre am Leben erhielt: Tee gegen Pferde!
In den subtropischen Wäldern im Süden Yunnans (rund um die heutigen Regionen Pu’er und Xishuangbanna) wuchsen die Teebäume. Der dort produzierte Pu-Erh-Tee wurde zu harten Fladen gepresst, damit er haltbar war und von Trägern sowie Maultierkarawanen transportiert werden konnte.
Das Menschen auf dem tibetische Hochland benötigten den vitaminreichen Tee als essenzielles Grundnahrungsmittel, um die fettreiche Ernährung aus Yak-Milch und Fleisch auszugleichen. Das chinesische Kaiserreich wiederum brauchte dringend die robusten tibetischen Kriegspferde für seine Armeen und so entstand eine wichtige Handelsroute. (KI)

Seit einiger Zeit befinden wir uns auf eben dieser sehr alten Handelsroute und sind mit der Straße G215 die wir fahren, quasi mitten auf der südlichen Seidenstraße. Heute fährt hier ein autonomes Fahrzeug der China-Post. So ändern sich die Zeiten. Unser erstes fahrerloses Fahrzeug das wir je gesehen haben. Crazy.

Auf den Bergen sind die ersten Teeplantagen in Sichtweite

Was wir nicht erwartet hatten ist, das wir so uneingeschränkt Reisen können. Wir hatten mit mehr Kontrollen gerechnet, zumindest dann, wenn wir auf der Straße mal in eine Verkehrskontrolle geraten. Bisher wurden uns immer freundlich zugewunken und wir dann mit einem netten „Nǐ hǎo“ durchgewunken. Wir werden jedoch jeden Tag im Hotel als Touristen registriert. Ein völlig normaler Prozess, den man auch auf der Webseite des Auswärtigen Amt nachlesen kann. Würde es nicht das Hotel übernehmen, müssten wir uns selbst bei der Polizei registrieren lassen. Bisher klappte dies immer hervorragend und wir nehmen an, dass im Hotel, in dem wir vor ein paar Tagen eingecheckt hatten, die Dame nicht genau wusste, wie der Prozess zu handhaben ist. Kurzerhand kamen die Herren der lokalen Polizei bei uns am Zimmer vorbei und hatten die Registrierung gleich selbst erledigt. Dieses Mal waren es auch nur zwei und nicht voll ausgerüstet und schwer bewaffnete fünf Polizisten wie beim letzten Mal.

In China rauchen fast die Hälfte der Männer (nur 2% der Frauen). In vielen Hotels ist das Rauchen in den Zimmern gestattet und manchmal glauben wir fast ersticken zu müssen, da die Rauchschwaden durchs ganze Hotel ziehen. Vor ein paar Tagen ist uns dabei eine komische Konstruktion aufgefallen.

Der Tabak gelangte während der späten Ming-Dynastie über Handelsrouten nach China. Im rauen, bergigen Klima Südwestchinas begannen die Menschen, eigenen Tabak anzubauen. Da der lokal angebaute Tabak (16./17.Jhd.) oft sehr stark, kratzig und nikotinreich war, suchten die Bauern nach einer Möglichkeit, den Rauch abzumildern. Sie nutzten den im Überfluss vorhandenen, dicken Riesbambus, um ein Filtersystem zu bauen. Durch das Wasser im Inneren des Bambusrohrs wird der Rauch abgekühlt und Schadstoffe teilweise herausgefiltert. Für viele der in Yunnan lebenden ethnischen Minderheiten (wie die Dai, Hmong, Yi und Yao) wurde die Pfeife zu einem wichtigen sozialen Werkzeug. Das Teilen einer Pfeife gilt auf dem Land bis heute als Geste der Gastfreundschaft und des Friedens.

Wasserpfeife aus Bambus
Huch, ein Strohballen mit Füßen
Besser so….
…als so!
Beides nicht erstrebenswert!

🍺Buy us a Beer! 🍺

Vielen Dank lieber Gerhard, dass freut uns wirklich außerordentlich! 

Un grand merci à Manon, Martin et Ernest ! C’est un véritable enrichissement de vous avoir rencontrés et de pouvoir désormais vous compter parmi nos amis. ❤️

Unser heutiger Favorit!

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🇨🇳 Unser Reisetipp – Weishan 巍山

  1. Dirk

    Mit Chilis kennen wir uns ja aus, gerade im Salat

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