
Alles ist anders – aufregend, neu, interessant, abstoßend, irritierend, erfrischend, erkenntnisreich, herausfordernd und sehr reizvoll. Von allem irgendwie etwas!
Da wir auf Reisen immer wieder Dinge entdecken, die wir unbedingt nachlesen müssen, ist es oft auch eine Bildungsreise. Im Besonderen hier in China! Manches an Wissen bleibt, manches verlässt unsere Gehirn schnell wieder. Vielleicht wollen wir uns nicht so gerne an fritierte Larven erinnern, an die Seidenraupen und an die Geschichte der Halbinsel Tsingtao aber ganz sicher.

In China – insbesondere in Provinzen wie Yunnan – ist die Zubereitung von Hornissen- und Wespenlarven eine geschätzte Spezialität. Da die Brut sehr proteinreich und empfindlich ist, wird sie meist sehr frisch zubereitet. Frittieren ist die mit Abstand beliebteste Methode. Die Larven werden vorsichtig aus den Waben geklopft oder gezupft. Anschließend werden sie in heißem Öl (oft zusammen mit etwas Salz, Pfeffer, Frühlingszwiebeln oder getrocknetem Chili) kurz frittiert, bis sie goldbraun und außen knusprig sind. Innen bleiben sie weich und cremig. Der Geschmack erinnert an Nüsse oder Rührei. Sie können auch gedünstet oder mit Ei als Omelett zubereitet werden. Na dann, Mahlzeit!

Für Maulbeerbäume gibt es in Yunnan einen sehr interessanten wirtschaftlichen Hintergrund. Die Blätter dienen traditionell als Futter für Seidenraupen. Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von Maulbeerblättern des weißen Maulbeerbaumes und produzieren daraus die Seide. Die Bäumchen werden somit gezielt nur zur Blattgewinnung bewirtschaftet. Die Inhaltsstoffe der Maulbeerblätter bestimmen direkt die Festigkeit, den Glanz und die Qualität des späteren Seidenfadens. Daher gilt Maulbeerseide als die weltweit hochwertigste Seidenart. Obwohl auf den riesigen Handelsnetzen zwischen China, Zentralasien und Europa auch viele andere Güter wie Gewürze, Porzellan, Glas, Gold und Edelsteine gehandelt wurden, war die chinesische Seide das mit Abstand wertvollste, begehrteste und prestigeträchtigste Luxusgut. Der Begriff „Seidenstraße“ leitet sich direkt vom Handel mit der kostbaren Maulbeerseide ab, die über diese Routen transportiert wurde.
Reisen bildet.
Wie in vielen asiatischen Ländern gibt es auch in China „Themenstraßen“. Die Schmuckstrasse, Autozubehör, Restaurants, Straßen mit Gemüse- und Obsthändlern, Heizung- Sanitär. Wir finden es sehr praktisch, allerdings suchen wir seit Tagen nach einem Silikonspray für unseren Riemen am Fahrrad. Wenn das erste Geschäft kein Spray hat, dann muss man in den nächsten 10 Läden nicht weiter danach fragen, denn zumeist haben alle die gleiche Sortimentsauswahl.



Unsere Flachetappen sind nun für einige Tage vorbei. Die nächsten Tage gibt es wieder ordentlich Höhenmeter zu bewältigen. Dabei übernachten wir mal wieder in sehr kleinen Dörfern, wie zB. am 1. November in De’an. Um das Hotel zu finden, müssen wir uns durchfragen obwohl wir bereits davor stehen. 8€ würde das Zimmer kosten und ich möchte es mir erst einmal ansehen, was natürlich kein Problem ist. Es ist sauber allerdings die Matratze steinhart, das ist aber so üblich und kein Grund das Zimmer nicht zu nehmen. Die Toilette wäre schon eher das Problem, aber diese Gröte müssen wir schlucken. Es sind diese Toiletten, die in den Boden eingelassen sind und ich weiß nicht, warum es diese überhaupt noch gibt. Aber man findet sie ja auch noch in Europa. Wir müssen beim einchecken wieder registriert werden und erneut ruft man die Polizei um nichts falsch zu machen. Vier Mann rücken an, fotografieren unsere Pässe, telefonieren mit höherer Stelle und wünschen uns einen schönen Abend. Registriert! Nun können wir uns frei bewegen, gehen erstmal essen und werden überall unglaublich herzlich empfangen. Es strahlt uns so eine Freundlichkeit und Willkommenskultur entgegen, wir sind immer wieder so überwältigt.
Folgende Szene: das Haus in dem unser Zimmer ist, hat im Erdgeschoss ein „Restaurant“ in welchem wir nicht unbedingt essen wollten. Wir besuchten ein anderes Restaurant. Als wir zurück kommen, sitzt unsere Vermieterin im Restaurant an einem Tisch und badet ihre Füße in einer Wanne mit Flüssigkeit in der auch Ingwer schwimmt. Scheint der Entspannung zu dienen. So sitzend unterhalten wir uns noch ein wenig nett über Google-Translate. Aus dem Restaurant nebenan recken sich viele Hälse zu uns rüber. Auf ein freundliches Nî Hâo kommt ein freundliches Lachen und Winken von etwa 6 Personen. So ist es immer und so ist es immer schön. Deren Leben ist eben anders, aber umso spannender für uns, für sie ist es völlig normal ein Fußbad in ihrem Restaurant zu nehmen, wann immer sie will.
Pu’er 普洱市
Wir sind im Autonomen Kreis Ning’er der Hani und Yi, der seinerseits der bezirksfreien Stadt Pu’er in Yunnan unterstellt ist. Das Gebiet um Pu’er ist eines von drei Regionen in denen in Yunnan Tee angebaut wird. Gepresster Tee ist in verschiedenen Teeanbau-Regionen der Welt bekannt, doch nur der in der Region um die frühere Teehandelsstadt Pu’er in Yunnan erzeugte Tee darf seit 2008 den geschützten Handelsnamen Pu-Erh tragen. Die gezielte Teeproduktion in speziellen Anbausystemen reicht in dieser Region etwa 1000 Jahre zurück.



Kaffeeplantage entdeckt.
Der chinesische Kaffeeanbau konzentriert sich zu rund 95% auf die südwestchinesische Provinz Yunnan
🍺Buy us a Beer! 🍺
Ein fröhliches Dankeschön an Dirk & Andrea, Felix sowie Kathi und Heiko.

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