cycling the world | Der Radreiseblog

🇨🇳 Radfahren in China

Wir sind es ja gewohnt, unsere Räder zu verpacken und mit ihnen um die halbe Welt zu fliegen. In WhatsApp- als auch Social-Media-Gruppen wird dies oft diskutiert und als schwierig empfunden. Natürlich ist es Aufwand einen passenden Karton vor der Rückreise zu finden, oder einen Transport zum Flughafen zu organisieren und manchmal nervt uns das „Geschleppe“ des ganzen Gepäcks immens.

Dennoch nehmen wir immer unsere eigenen Räder um zu Reisen. Wir sind der Meinung, wir und das Rad samt Gepäck sind aufeinander eingestimmt und alles passt zueinander. Eine andere Option käme zumindest für uns nicht in Frage.

Sobald wir in einem Land ankommen, schrauben wir die Räder zusammen und los geht’s. So auch dieses Mal in Yushu, Osttibet. Abgesehen natürlich von der Höhe in Yushu, verbunden mit einem verringerten Sauerstoffgehalt in der Luft und der Kälte, fühlten wir uns vom ersten Moment an sicher auf den Straßen. Dadurch, dass wir für Tibeter bzw Chinesen so außergewöhnlich Reisen, wird mit uns schon mal vorsichtiger umgegangen als mit anderen Verkehrsteilnehmern (Moped, Fahrrad, Roller). Zumindest sagt uns dies unser subjektives Gefühl.

Solange Platz genug für alle ist, wird auch uns Platz gewährt. Wissen sollte man jedoch, dass Geduld und Gelassenheit keine Attribute von chinesische Verkehrsteilnehmern sind. Drängeln und auf jeden Fall noch schnell überholen ist eher ihr Ding. Egal ob freie Sicht, Kurve oder unübersichtliches Terrain. An Baustellen mit einspuriger Straßenführung und zeitweiser Vollsperrung, stellen sich einige grundsätzlich nicht hinten an, die Gegenfahrbahn wir zur eigenen deklariert und Chaos wird in Kauf genommen. Daraus resultiert jedoch für uns der Glaube, dass jeder Verkehrsteilnehmer immer auf alles vorbereitet ist. Situationen, die es bei uns so nicht geben würde und keiner damit rechnen würde, sind hier Normalität. Hier geht und gibt es alles.

Warten vor Baustellen?
Geduld ist gefragt!
Definitiv ist Geduld keine chinesische Tugend
Baustelle: Irgendeiner blockiert immer die Gegenfahrbahn, damit es noch länger dauert.

Es gibt ein paar Situationen bei denen wir sehr vorsichtig sind. Ist die Straße nicht allzu breit und kommen sich zwei LKW entgegen, kann es schon mal sein, dass es eng für uns wird. Gleiches gilt natürlich auch für Autos die uns dann wenig Platz lassen. Dafür ist ein Rückspiegel genial und wir würden nie mehr ohne fahren wollen. Gefährlicher finde ich persönlich jedoch die Autofahrer, die uns entgegenkommen und zum überholen ansetzen. Die kommen uns schon mal gefährlich nahe. Es ist also immer ratsam sehr gut auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten. Manche Situationen sieht man kommen, bevor sie tatsächlich entstehen.

Vorsicht ist bei den Bergabfahrten geboten. Häufig sehen wir, daß plötzlich für eine Teilstrecke der Asphalt fehlt, das Gesteinsbrocken auf der Straße liegen, oder die Straßen teilweise plötzlich nur einspurig zu befahren ist. Grund sind die massiven Erdrutsche, anscheinend bei oder nach Regen. Vielfach wird die Straße nur notdürftig abgesperrt und alle fahren eben drumherum. Frage ist dann nur immer, wer hat Vorfahrt und wer nimmt sie sich einfach?

Apropo Vorfahrt. Wenn wir es richtig interpretieren hat im Kreisverkehr nicht derjenige Vorfahrt, der sich im Kreisverkehr befindet, sondern der von rechts einfahrende Verkehrsteilnehmer. Also außer Radfahrer natürlich, die haben häufig keine Vorfahrt. Nirgends!

Ohne Vorankündigung wird es schon mal einspurig
Gut, dass wir nicht gegenüber gefahren sind. Da ist einfach mal die Straße verschüttet. Die Eigentümer des Hauses hatten wohl sehr viel Glück. 

Wie in vielen Ländern ist es auch hier verboten auf die Autobahn oder den Express-Way mit dem Fahrrad zu fahren. Wir dürfen Nationalstraßen mit rotem Schild fahren gekennzeichnet mit einem „G“. Diese verbinden Provinzen. Sie sind oft vielbefahren und vierspurig, verfügen in der Regel aber über eine baulich abgetrennte oder markierte Spur für nicht-motorisierte Fahrzeuge.  Reizvoller sind für uns die Provinzstraßen, sogenannte „S“ Straßen. Diese Straßen sind meist einspurig pro Richtung und führen durch kleinere Städte und Dörfer. Sie sind deutlich ruhiger und landschaftlich reizvoller. Des Weiteren gibt es Kreis- und Dorfstraßen (X- und Y-Straßen), diese sind meist sehr verkehrsarm. In abgelegenen Regionen oder Berggebieten können sie jedoch unbefestigt (Schotter/Staub) oder extrem steil sein.

Diesen G/S Straßen folgen wir bereits seit Beginn und selten hatten wir viel bzw unangenehmen Verkehr. Besonders in den letzten Tage in Yunnan, durch die Teeplantagen, waren wir oft bei wenig Verkehr, alleine auf den Straßen. Das ist natürlich ein Traum jedes Radfahrers, so unbeschwert radeln zu können. Um zu navigieren benutzen wir unseren Garmin. Das klappt super und wir kommen perfekt damit zurecht. Nicht immer, aber oft sind die Straßenschilder zweisprachig, zumindest die Schilder, die für uns wichtig sind. Also auch hier keine Orientierungsprobleme.

Hupkonzerte, um auf sich aufmerksam zu machen, gibt es seit Yushu. Es wird langsam weniger aber immer noch meinen LKW kurz bevor sie uns überholen, nochmals die Hupe zu betätigen. Das macht uns verrückt, da wir jedesmal einen Schreck bekommen. Man hört sie doch schon von weitem, es ist doch nicht nötig auch noch zu hupen.  

Sich in China zu versorgen ist super einfach. Überall findet man kleine Läden um sich mit Wasser zu versorgen. Wasser aus der Leitung trinken wir nicht, davon wird abgeraten. Restaurants gibt es immer und überall, aber je kleiner der Ort, desto „gewöhnungsbedürftiger“ das Restaurant. Wir sind nun bereits seit 6 Wochen hier und egal wo wir gegessen haben, es war immer lecker. Wir lieben scharfes Essen, deshalb sind wir hier genau richtig. Magen-Darmprobleme haben wir überhaupt nicht. Alles wird immer frisch zubereitet und unser Verdauungssystem ist eh abgehärtet, denn zumeist haben wir damit keine Probleme. 

Hundeattacken gibt es wirklich selten. Die meisten Hunde sind hinter verschlossenen Toren oder leider angekettet. Was für das Tier natürlich schrecklich ist. Die wenigen freilaufenden Hunde sind eher ängstlich im Umgang mit uns. Manchmal sind wir schon vorbei und sie werden dann erst nochmals mutig, dennoch gab es noch keine angsteinflössende Situation.

In Osttibet haben wir zwei Mal einen Transport für uns samt der Räder und Gepäck organisiert. Das ging mit guter Erklärung was für ein Auto wir benötigen, sehr einfach. Alles klappte gut und war sehr einfach. Wir bekamen immer Hilfe bei der Organisation. Also auch das kann man gut machen.

Verständigung unter Radfahren
Grandiose einsame Straßen
Der Junge rechts hat schnell mit seinen Freund telefoniert und herbei gerufen,  damit wir gemeinsam ein Foto machen können.
Wenn ich mal wieder meine
Schuhe schnell ausziehen muss,
dann jetzt und egal wo!
Vor Baustellen zu warten, erfordert Geduld
Nicht alle Straßen sind Radfahrtauglich. Besonders nicht nach Regen. Rutschgefahr nicht ausgeschlossen.

Zum guten Schluss: die Menschen sind fantastisch und super gastfreundlich. Ein tolles Reiseland und eines, welches auf unserer Favoritenliste ganz, ganz weit oben angesiedelt ist. Ein Land, das uns täglich absolut positiv überrascht. Wir sind unglaublich gerne hier 🇨🇳

Der Blaustich kommt leider vom Umgebungslicht.

🍺Buy us a Beer! 🍺

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  1. Karin,a

    Moin Moin ihr lieben Vagabunden,

    Ich bin immer überrascht von euren Erzählungen und die passenden Fotos dazu. Wow Wow Wow. 🚲🫶🚲🏆

    Wie oft hattet ihr schon einen Platten,️ denn bei diesen Matsch/Gesteinwegen würde ich nicht mit meinem 🚲 radl, zu Groß wäre bei mir die Angst.

    Habt ihr auf euren Wegen Exoten von Tieren gesehen❓️

    Passt bitte weiter auf euch auf und bleibt gesund, damit ich viel zu lesen bekomme.

    Beste Grüße aus Hamburg

    Herzlichst

    • Hallo Karin!

      Heute nur ganz kurz…Dankeschön und viel Spaß in der Sonne Tunesiens. Pass gut auf dich auf. Grüße, Sabine und Uwe

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